Der gegen Offenbach sehr starke Ivo Colic möchte nun auch in Frankfurt jubeln. Foto: Marc Eich

Ärgert der FC 08 Villingen am Samstag (14 Uhr, wir streamen live) nach Kickers Offenbach wieder einen hessischen Traditionsverein? Dies wäre die nächste große Sensation in der Regionalliga Südwest. Spitzenreiter FSV Frankfurt ist seit elf Spielen unbesiegt.

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Wenn die Nullachter den Rasen der PSD Bank Arena betreten, ist die Favoritenrolle also erneut klar verteilt. Doch dies war eine Woche zuvor gegen die Kickers nicht anders. Dazu kommt das neue Selbstbewusstsein durch das 3:2 gegen die Offenbacher. „Der Glaube ist zurück, dass wir jedes Team der Liga schlagen können“, hofft Coach Adam Adamos am Bornheimer Hang auf den nächsten Hessen-Coup der Schwarzwälder.

Der Matchplan

Wichtig sei aber, dass die „Balance zwischen Selbstbewusstsein und Demut“, so Adamos, weiter stimme. Neben Leidenschaft, gutem Zweikampfverhalten und Einsatzbereitschaft sei es beim Spitzenreiter wieder wichtig, die eigene fußballerische Qualität auf den Platz zu bringen.

„Wir haben auch in der Offensive weiteres Potenzial“, weiß Trainerkollege Reiner Scheu, dass der Fußball-Sport-Verein 1899 Frankfurt aber im Vergleich zu Offenbach defensiv viel kompakter steht. „Ich habe den FSV zweimal gesehen. Frankfurt spielt eher einen kontrollierten Fußball“, hebt der Fußballlehrer zudem die enorme Effektivität des Spitzenreiters hervor.

Larissa Betz sucht beim SSV Ulm eine neue Herausforderung. Foto: Marc Eich

Dabei könne sich Frankfurt auf die starke Achse Justin Ospelt (Torwart), Lukas Gottwalt, Tim Weißmann (beide „hünenhafte“ Innenverteidiger), Mittelfeld-Antreiber Gwang-in Lee und die Torjäger Cas Peters und Lucas Hermes verlassen.

Apropos verlassen. Scheu und Adamos – das Zusammenspiel scheint gut zu funktionieren. „Zwischen uns passt kein Blatt, wir sprechen mit einer Zunge. Adam leistet sehr, sehr gute Arbeit“, lobt Reiner Scheu den 41-Jährigen.

Die Personalien

Hinter dem Einsatz von Ergi Alihoxha (Oberschenkelzerrung) steht noch ein Fragezeichen. Erst nach dem Abschlusstraining am Freitagabend wird feststehen, ob der Mittelfeldmotor am Samstagmorgen in den Mannschaftsbus einsteigen wird. Flavio Santoro hat sich bei der U21 eine Schienbeinprellung zugezogen, fällt am Wochenende aus.

Der besondere Trainer

Dies interessiert die Frankfurter nur nebensächlich. „Wir beschäftigen uns primär mit unserem eigenen Spiel und dem, was wir in der Hand haben. Daher nehmen wir wahr, dass eine mit Selbstvertrauen auftretende Villinger Mannschaft auf uns treffen wird“, meint Coach Tim Görner.

Der erst 28-Jährige ist seit der Geburt (!) Mitglied des Fußball-Sport-Verein 1899 Frankfurt, lässt die Fans am Bornheimer Hang nach dem starken Saisonstart wieder von höheren Gefilden träumen. „Wir haben ein gutes Teamgefüge und die Automatismen greifen immer mehr“, begründet Görner den Lauf der Hessen.

Tim Görner ist seit der Geburt (!) Mitglied des FSV Frankfurt. Foto: Eibner/Roland Sippel

Dies sei aber kein Grund, dass der FSV die Bodenhaftung verliere. „Wir können die aktuelle Tabellenkonstellation gesund einordnen und werden nicht nach gerade einmal einem Drittel der Saison ein neues Ziel ausrufen“, hält der Coach des Spitzenreiters den Ball flach.  

Torjäger & Sperren

Mit dem FC 08 erwartet Tim Görner eine Mannschaft, die „durch den jüngsten Heimsieg mit viel Selbstbewusstsein und großem Kampfgeist uns alles abverlangen wird“.

Dabei setzt er natürlich auch auf seine Torjäger Cas Peters (7) und Lucas Hermes (6). Ben-Luca Fisher und Jan-Erik Eichhorn sind nach fünften gelben Karten beim 3:2 in Homburg gegen Villingen gesperrt. „Das ist sicher für uns kein Nachteil“, denkt Reiner Scheu.

Zum SSV Ulm

Unterdessen vermelden die Nullachter einen Abgang. Larissa Betz, verantwortlich beim FC 08 für die „zentrale Organisation“, wird sich dem SSV Ulm anschließen. Sie wird beim Zweitligisten die Leitung der Abteilung Marketing/Merchandising übernehmen. „Ich drücke nun beiden Vereinen für den Klassenerhalt die Daumen“, betont Betz.