Die Zweitwohnungssteuer ist für Studenten eine nicht unerhebliche finanzielle Belastung. Das machten Vertreter der Studentenschaft im Gemeinderat deutlich. Foto: © Fabio Balbi - stock.adobe.com

Zu Gast im Gemeinderat waren Vertreter der Furtwanger Studentenschaft. Die Zweitwohnungssteuer sorgt bei ihnen für Unmut.

Zum einen ging es um Kritik an der Zweitwohnungssteuer, zum anderen um die Forderung nach mehr Unterstützung für Studenten und Hochschule durch die Stadt.

 

Zu Gast in der Sitzung waren Vertreter des AStA. Das ist der „Allgemeine Studierendenausschuss“ und besteht aus gewählten Vertretern der Studierenden, die sich um hochschulpolitische, soziale und kulturelle Belange kümmern.

Die Vertreter der Studenten hatten bereits mit den Fraktionen gesprochen. Kritisiert wurde vor allem die Kommunikation zwischen der Stadt und dem AStA, dies habe schon besser funktioniert.

Zweitwohnungssteuer belastet Studenten

Von der Zweitwohnungssteuer hätten die Studenten beispielsweise erst aus der Presse erfahren. Hier sollten neue und bessere Kontaktmöglichkeiten geschaffen werden. Nicht zuletzt sei diese Zweitwohnungssteuer für Studenten eine beachtliche Summe, sie entspreche etwa zwei Monatsmieten. In der Folge würde sicher ein großer Teil der betroffenen Studenten ihren Zweitwohnsitz in Furtwangen aufgeben. Dies bedeute unter anderem Einnahmeausfälle für die Vermieter und leerstehende Zimmer.

Ganz wesentlich sei auch die Tatsache, dass manche der Studenten Furtwangen gar nicht als Erstwohnsitz wählen könnten. In verschiedenen Blaulicht-Organisationen hätten diese Studenten zu Hause Lehrgänge absolviert und sich verpflichtet, vor Ort aktiv zu bleiben. Wenn sie ihren Hauptwohnsitz nach Furtwangen verlegen, müssten sie die Lehrgangskosten zurückzahlen. Hier sei die Zweitwohnungssteuer also eine Strafe für das ehrenamtliche Engagement.

Diese Begrüßung ist mit Corona eingeschlafen

Früher habe sich auch die Stadt bei der Begrüßung der neuen Studenten direkt vorgestellt und alle notwendigen Informationen in einer Tasche zusammengefasst und den Studenten mitgegeben. Dies sei seit ein paar Jahren nicht mehr der Fall.

Bürgermeister Herdner räumte ein, dass diese Begrüßung mit Corona eingeschlafen und nicht wiederbelebt worden sei. Dies müsse man wieder angehen.

Kämmerer Marcel Dold fragte nach, wie viele Studenten durch solche Verpflichtungen gebunden seien. Andreas Hauser (CDU) machte deutlich, dass es sich der Gemeinderat mit der Entscheidung für die Zweitwohnungssteuer nicht leicht gemacht habe. Aufgrund der finanziellen Lage sei die Stadt aber auch vom Landratsamt angehalten, für neue Einnahmequellen zu sorgen. Bürgermeister Herdner kündigte an, dass man diese Thematik noch einmal in den Gremien beraten wolle.