Trotz Besucherandrang und mehr als 50 Ausstellern steht der Hobbykünstlermarkt vor einer ungewissen Zukunft. Das Organisationsteam zieht die Reißleine.
Mehr als 50 Aussteller zeigten am vergangenen Samstag und Sonntag beim 14. Hobbykünstlermarkt in mehr als 30 verschiedenen Stilrichtungen, was Kreativität und Talente alles zu Tage fördern.
Nur selbst in Handarbeit hergestellte Werke gab es zu sehen. Marianne Popp-Baur vom Organisationsteam eröffnete die Vernissage.
Die Hobbykünstler sind Menschen mit kreativen Hobbys. Sie wollen Momente, Gefühle, Gedanken oder auch Botschaften verpacken, wie zum Beispiel in Bilder und Kunstwerke aus Holz, Ton, Stein, Wolle, Stoff und vielem mehr.
„Ich freue mich über jeden Hobbykünstler, der heute, morgen und auch künftig seine Kunst der Öffentlichkeit präsentiert“, so Bürgermeister Ferdinand Truffner. Der Hobbykünstlermarkt sei zwischenzeitlich zu einem festen Bestandteil im Veranstaltungskalender der Gemeinde geworden und man freuen sich, dass er auch dieses Jahr wieder stattfindet.
Team zieht die Reißleine
Und doch gibt es Missstimmungen. Das Organisationstrio, bestehend aus Marianne Popp-Bauer, Brigitte Stein und Erich Stein, machten bei der Eröffnung eine Bekanntgabe: Sie machen es dieses Jahr zum letzten Mal. Nicht wegen des Alters oder Krankheit oder weil sie keinen Spaß mehr hätten, sondern weil sie sich in ihrem Engagement alleingelassen fühlen würden. Sie hätten jetzt die Reißleine gezogen. Seit 2011 sind sie engagiert. In einem kurzen Gespräch sagten sie, dass sie zu wenig Unterstützung bekommen hätten, ja man habe sie spüren lassen, das sie keine Empfinger sind, so eine Feststellung aus dem Organisationsteam. Zudem sind nur zwei Aussteller aus Empfingen dabei. Viele Aussteller haben diese Nachricht mit Bedauern zur Kenntnis genommen, aber doch die Hoffnung formuliert, dass es weitergeht.
Geht es weiter? Marianne Popp-Baur ist der Meinung, dass es wahrscheinlich keinen Hobbykünstlermarkt mehr in Empfingen geben werde.
In ihrer Eröffnungsrede sagte Popp-Baur, dass dem Orga-Team 2025 sehr, sehr viele schwere Steine in den Weg gelegt worden seien. Die Menge der Personen, denen sie und die anderen Aussteller schlichtweg egal seien und die ihr Ehrenamt nicht schätzen würden, überwiege.
Gibt es einen Nachfolger?
Es scheint so, dass sich bereits „Nachfolger“ gemeldet haben, die darauf warten, den „Laden“ zu übernehmen. Aber, so Popp-Baur, es sei niemand, der von ihnen im Lauf der Zeit aufgebaut habe werden können, um am Tag X die Nachfolge zu übernehmen.
Dass die Ausstellungsnachfrage ungebrochen ist, beweist die stattliche Zahl von über 50 Ausstellern. Organisiert wurde diese Hobbyausstellung von Marianne Popp-Baur und ihrem Team, bestehend aus Brigitte und Erich Stein.
Norbert Ganion und sein Team übernahmen an beiden Tagen die Bewirtung. Ganion sieht sich auch als Nachfolger des Organisationsteams, habe er doch viele Mitarbeiter um sich, so seine Verlautbarung während der Begrüßung durch Popp-Baur.
Nach der Begrüßung, einleitenden Worten und Dankesworten für die Helfer erklärte Popp-Baur den Hobbykünstlermarkt letztmalig für eröffnet.
Besuch aus Frankreich
Unter anderem aus der französischen Partnergemeinde La Roche-Blanche war eine Hobbygruppe da, die gerne zeigte, dass auch in Frankreich das künstlerische Hobby einen großen Stellenwert hat.
Der Besucheransturm an beiden Tagen war enorm. Man kam bei der Besichtigung und Gesprächen mit den Künstlern nur schleppend vorwärts.