Voll Enthusiasmus startet Eugen Vorbeck vor einem Jahr ehrenamtlich, den Klimaschutz in Horb voranzubringen. Seine neuen Vorschläge wurden im VTA fast komplett abgelehnt.
Du engagierst Dich ehrenamtlich für dein Anliegen. Startest durch und bleibst auf deinem Geld sitzen. Doch entmutigen gilt nicht. Nach dem Rückschlag präsentiert Horbs Klimapate Eugen Vorbeck neue Ideen – und blitzt fast komplett ab. Jetzt spricht er vom Aufhören.
Sein Tagesordnungspunkt ist vorbei. Klimapate Eugen Vorbeck, der bei Beginn seiner Tätigkeit groß von OB Peter Rosenberger (CDU) gelobt wurde, ist frustriert: „Ich weiß nicht, ob ich bei dieser Resonanz mich noch als ehrenamtlicher Klimapate in Horb einsetze oder nicht.“
Was war passiert? Vorbeck hatte dem Gemeinderat seine neuesten Ideen vorgestellt, wie er den Klimaschutz in Horb weiter voran bringen möchte.
Braucht Horb mehr Ladesäulen für E-Mobilität?
Eine Idee: Mehr Lademöglichkeiten – zum Beispiel an den Garagen auf dem Hohenberg. Stadtwerke-Chefin Monika Mitzkat: „Es wird viel privat geladen. Für uns würde das bedeuten: Wir gehen in Vorleistung und müssen einen benutzergerechten Preis bieten. Schwierig.“ ULH-Gemeinderat Hermann Walz: „Das geht die Kommune nichts an. Auf dem Hohenberg kann man auch bei Aral laden.“
Vorbeck will über gefährlichen Radstreifen reden
Nächste Idee: Ein Gespräch mit Schule, Polizei, Rathaus und Presse über den Radfahrstreifen auf der Bildechinger Steige. Vorbeck: „Realschüler beschweren sich, weil der viel zu gefährlich ist. Autofahrer halten den 1,50-Meter-Abstand nicht an.“ Das Rathaus: „Pressegespräche zum Thema Radsicherheit sieht die Stadtverwaltung nicht als Aufgabe des Klimapaten. Die zusätzliche, gegebenenfalls kritische Kommentierung der bisherigen städtischen Konzeption sowie deren Umsetzung sollte keinesfalls durch die Stadtverwaltung unterstützt werden.“
Der Klimapate will beim Nahwärmepreis mitreden, weil die „Preisgestaltung so intransparent ist.“ Stadtwerke-Chefin Mitzkat: „Der Gemeinderat legt den Preis fest. Dazu gibt es den Beirat der Bürger.“ Es sei sehr schwierig, wenn bei der „Öko-Energie“ auch noch der Klimapate mitrede. Dazu will er den Glühbirnentausch erleichtern – für ältere Mitbürger. Das Rathaus: Dafür ist die Hilver-App da. Dazu sind noch knapp 500 Euro Kosten für die eigenverantwortlich gestemmten Veranstaltung mit Tübingens OB Boris Palmer offen.
Was sagen die VTA-Mitglieder?
Hermann Walz: „Wegen der 500 Euro sehe ich kein Problem – Herr Vorbeck hat das ehrenamtlich organisiert. Aber: Was geht einen Klimapate ein Radweg an? Für alle anderen Themen haben wir die Energie-Agentur.“
CDU-Fraktionschef Michael Keßler: „Vieles machen wir schon. Wir wollen keine Doppelstrukturen schaffen. Beim Ausgleich des Abmangels habe ich Bedenken, weil wir in der Haushaltsstrukturkommision schon um dreistellige Beträge kämpfen.“
Dieter Rominger-Seyrich (SPD): „Wir sollten den Beschlussantrag positiver formulieren, um den Klimapaten nicht zu entmutigen.“ Keßler: „Die Formulierung schließt nicht aus, dass wir Eugen Vorbeck unterstützen.“
Dann wird abgestimmt. Die Ideen des Klimapaten: Mehrheitlich abgelehnt. Das Ersetzen der 500 Euro Kosten – bei zwei Gegenstimmen durch.