Parken wird zum Streitpunkt: In der Schramberger Straße melden sich Anwohner mit Beschwerden zu Wort. Kaum erkennbare Parkmarkierungen und zu schmale Stellflächen sorgen für Frust.
Die Schramberger Straße gehört schon heute zu den stark frequentierten Verkehrsachsen der Stadt – und dürfte ab kommender Woche noch stärker belastet sein. Dann wird der Friedrichsplatz gesperrt. Seit dem Verkehrsversuch im Jahr 2023 gilt in der Straße Tempo 30. Für Anwohner und Verkehrssicherheit ein Gewinn. Doch ein anderes Thema sorgt zunehmend für Unmut: die Parksituation.
Die Gründe sind unterschiedlich, aber einer wird besonders häufig von den betroffenen Anwohnern geschildert: tagsüber parken nicht nur die Anwohner in der Straße. „Es ist einfach nicht fair, wenn wir hier keine Stellplätze mehr bekommen und es kaum kostenlose Ausweichmöglichkeiten gibt, während andere ihr Auto hier abstellen, um sich die Parkgebühren in der Innenstadt zu sparen“, erklärt eine Anwohnerin ihren Frust.
Rechts und links der Fahrbahn verläuft ein abgesetzter Parkstreifen, der die Straße vom Bordstein trennt. Das Konzept ist grundsätzlich sinnvoll, doch in der Praxis zeigen sich inzwischen Probleme. Die Markierungen der Stellplätze sind vielerorts stark verblasst und kaum noch zu erkennen. Entsprechend unterschiedlich stehen die Fahrzeuge – mal mit großzügigem Abstand, mal versetzt. Dadurch gehen Stellplätze verloren, obwohl bei geordneter Parkweise deutlich mehr Autos Platz fänden.
Moderne Autos sind größer
Hinzu kommt, dass die Breite der Parkstreifen nicht mehr zu vielen heutigen Fahrzeugen passt. Gerade bei größeren Familienautos oder Vans wird es eng. Moderne Modelle sind deutlich breiter als früher – die Stellflächen jedoch nicht mitgewachsen. Für das Ein- und Aussteigen bleibt oft nur wenig Raum. Zudem ist das Parken in diesem Abschnitt öffentlich und kostenlos. Anwohnerausweise gibt es nicht, entsprechend hoch ist der Druck auf die verfügbaren Stellplätze.
Ärger um Halteverbotsschilder
Für zusätzlichen Ärger sorgten zuletzt zwei mobile Halteverbotsschilder auf einem der Parkstreifen. Sie waren von einem Anwohner wegen eines Umzugs aufgestellt worden – standen dort jedoch über mehrere Wochen. Dabei sind solche temporären Regelungen in der Regel nur für wenige Tage vorgesehen.
Thema in der Ausschusssitzung
Eine Anwohnerin suchte daraufhin das Gespräch mit dem Verantwortlichen und machte ihrem Ärger über die blockierten Stellplätze Luft – offenbar ohne Erfolg. Schließlich wandte sie sich an Gemeinderat Jürgen Mehl. Dieser griff das Thema in der Sitzung des Kultur-, Sozial- und Verwaltungsausschuss auf. Nach seinen Angaben hätten sich auch weitere Anwohner über die Parksituation beschwert – insbesondere seit der Erhöhung der Einführung der neuen Parkgebührenregelung.
Die Lage muss erst geprüft werden
Oberbürgermeister Christian Ruf nahm das Anliegen zur Kenntnis, verwies jedoch darauf, dass die Situation zunächst ausgewertet werden müsse. Die Aufnahme einer Straße in das Parkkonzept sei rechtlich nicht ohne Weiteres möglich. Zunächst müsse der tatsächliche Parkdruck und die Nutzung beobachtet werden.
Verschiedene Modelle möglich
Grundsätzlich gebe es verschiedene Modelle, erklärte Ruf – etwa reines Anwohnerparken oder Mischformen mit Anwohnerausweisen und Parkscheinautomaten. Ob eine Lösung notwendig ist, was genau an dieser Stelle rechtlich möglich und sinnvoll sei, müsse jedoch erst geprüft werden. Er riet dazu, jetzt nicht stets punktuell am gerade beschlossenen Parkkonzept nachzujustieren.
Parkprobleme im Alltag
Unterdessen wächst bei einigen Anwohnern der Unmut. Mehrere Anlieger berichten, dass es tagsüber immer schwieriger werde, einen Parkplatz zu finden. Vor allem zwischen 8 und 18 Uhr sei die Situation angespannt. „Wenn man das Auto bewegt, muss man hoffen, dass beim Zurückkommen noch irgendwo eine Lücke frei ist.“
Besonders für ältere Menschen oder beim Ausladen schwerer Einkäufe sei das problematisch, berichten Anwohner. Hinzu komme, dass falsch geparkte Fahrzeuge an einigen Stellen die Sicht aus Hofeinfahrten einschränkten und dadurch unübersichtliche Situationen entstünden.
Gemeinsam zur Lösung
Auch in angrenzenden Straßen wie der Konrad-Witz-Straße, dem Turmweg oder der Bergstraße werde seit der Umstellung der Parkgebühren vermehrt über zunehmenden Parkdruck geklagt. In den nächsten Wochen wollen sich einige der Anwohner der Schramberger Straße zusammenschließen, weitere Anwohner miteinbeziehen und so eine Lösung voranzutreiben.
Wie sich die Situation weiter entwickelt und ob es künftig Änderungen bei der Parkregelung geben wird, soll nun zunächst genauer beobachtet werden.