Murat Isik nimmt den sichtlich geknickten Denis Latifovic in den Arm. Es war eine sehr bittere Pleite für die TSG. Foto: Eibner-Pressefoto/Andreas Ulmer

Durch die bittere, aber verdiente 1:2-Niederlage gegen Fulda überwintert die TSG Balingen auf einem Abstiegsplatz. Positive Nachrichten gab es nur aus Ulm.

Bis zum 21. Februar des kommenden Jahres geht die Regionalliga Südwest in den „Winterschlaf“. Die Tabelle wird sich bis dahin also nicht mehr verändern. Und der Blick auf eben diese dürfte der TSG Balingen wenig Spaß machen. Durch die in der 93. Minute besiegelte 1:2-Niederlage gegen Fulda hat sich die Lage im Abstiegskampf nochmals verschlechtert.

 

SSV Ulm siegt

Zehn Punkte Rückstand beträgt nun der Rückstand auf den 14. Platz, den man im Moment für den Klassenerhalt benötigen würde. Da Bayern Alzenau mit ihrem 3:1-Erfolg beim SC Freiburg II an der TSG vorbeigezogen ist, wäre man aktuell so oder so abgestiegen. Zumindest sendete der SSV Ulm in der 3. Liga mit dem 1:0 gegen Viktoria Köln ein Lebenszeichen und verkürzte damit den Abstand auf das rettende Ufer.

Typisch und untypisch zugleich

Die Partie der TSG am Samstag gegen das Team aus der Barockstadt war irgendwie ein typisches Spiel für dieses Halbjahr in der Regionalliga – und irgendwie auch nicht. Das man bei beiden Gegentreffern zwar in Überzahl im Strafraum ist, der Gegner aber unbedrängt einköpfen respektive einschießen kann, passt ins Bild der schwächsten Defensive der Liga (49 Gegentore in 20 Spielen).

Zu viel Risiko, wie es womöglich bei der Niederlage beim Bahlinger SC der Fall war, kann man der Mannschaft aber nicht vorwerfen. Murat Isik analysierte korrekt: „Wir sind alle in der Ordnung, nur Pedro ist in dem Fall vorne und wir haben Überzahl. Da darfst du dann einfach kein Tor kassieren und musst mit einem glücklichen 1:1 aus dem Spiel gehen.“

Einst beim VfB Stuttgart

Defensiv zu nachlässig

Trotz viel Personal im Strafraum fühlte sich aber niemand für den Vorlagengeber sowie Siegtorschütze Hans Nunoo Sarpei verantwortlich. Dieser absolvierte in der Spielzeit 2018/19 zwei Bundesligaspiele für den VfB Stuttgart, 2021/22 folgten acht weitere für Greuther Fürth.

Mittelfeldspieler Ivo Colic meinte: „Wir müssen da einfach an den Männern dran sein. Wir thematisieren das Thema Box- und Flankenverteidigung sehr oft im Training. Das ist dann einfach zu wenig für die Regionalliga, was wir da bei den Toren machen. Da gilt es Verantwortung zu übernehmen und einfach zu schauen, dass mein Mann kein Tor macht.“

Nahezu keine Torchancen

„Einige nervöse Spieler“

Colic hatte nur drei Minuten zuvor für den schmeichelhaften Ausgleich gesorgt. In einer maximalen Drucksituation zeigte er sich vom Elfmeterpunkt nervenstark. Es war aber, und das ist wiederum untypisch, die einzige wirkliche Torgelegenheit der Balinger in den 90 Minuten.

„Einige nervöse Spieler“

Vom sonst oft gezeigten spielerischen Ansatz mit guten Ballstafetten war am Samstag nichts zu sehen. Isik verwies zu recht auf zwei, drei potenziell aussichtsreiche Situationen, die durch Fehlpässe kaputt gemacht wurden, sagte aber auch: „Unsere Spielweise war nicht gut, ich habe einige nervöse Spieler gesehen.“ Auch Colic erkannte: „Es war eines unserer schwächsten Spiele. Wir waren sehr ideenlos. Das 0:1 nach der Pause hat uns ehrlicherweise schon eine Weile den Stecker gezogen. Ich habe es selber auch auf dem Platz gespürt, die Kräfte sind dann auch geschwunden.“

Wie schon seit vielen Wochen zogen die Balinger den nominellen Mittelstürmer Halim Eroglu im Spielaufbau weit nach hinten, um Überzahl im Spielaufbau zu schaffen – die Präsenz in vorderster Front ging aber völlig verloren. „Uns hat auch die Gier gefehlt, mit vielen Spielern in den Strafraum zu kommen. Da nehme ich auch mich in die Verantwortung, wenn dann Halim tiefer positioniert ist“, so Colic.

Noch keine Diagnose bei Eisele

Eisele wartet auf das MRT

Und wie bitter die Niederlage im Endeffekt war, lässt sich auch aus folgenden Worten von ihm ablesen: „Am Samstag hat der Fußball mein Herz gebrochen.“

Keine Diagnose gibt es derweil bisher von Sascha Eisele. Die womöglich schwere Knieverletzung des Dauerbrenners machte den gebrauchten Mittag nur noch schlimmer.