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Frugalismus Wie geht man mit 40 in Rente, Florian Wagner?

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Der Erlös jedes Buches, das Wagner in dieser Woche verkauft, geht an die DKMS. Foto: pomponetti

Balingen/Stuttgart - Ziel von Florian Wagner ist es, mit 40 Jahren die Option zu haben, "in Rente" zu gehen. Wie so etwas funktioniert, ohne dass man dabei an Verzicht "leidet", hat er in seinem Buch "Rente mit 40. Finanzielle Freiheit und Glück durch Frugalismus" beschrieben. Wagner ist trotz allem – oder gerade deshalb – bodenständig geblieben. Der gebürtige Balinger kommt stets gern nach Weilstetten. Erst kürzlich hat er dort mit seinem Vater Äpfel geerntet und 1500 Liter Saft gepresst.

Herr Wagner, kurz und knapp: Was ist Frugalismus?

Frugalismus bedeutet, dass ich mir mein bestmögliches Leben schaffe, indem ich mich auf das Erlangen von Lebensfreude konzentriere. Dabei mache ich mir Geld zunutze, um ein solches Leben gestalten zu können. Das ist auf jedem Einkommensniveau möglich – durch geschickten Umgang mit dem Geld, das eben verfügbar ist. Das Stichwort heißt hier investieren. Für jemanden, der ein überdurchschnittliches Gehalt hat – so wie ich, als ich noch angestellter Ingenieur war – ist es möglich, schon im Alter von 40 nur von Kapitalerträgen zu leben.

Wie kann das für Familien mit Kindern funktionieren? Die brauchen stets mehr Zeit, und Geld zum Investieren bleibt meist keins.

Für eine Familie bedeutet mehr finanzielle Unabhängigkeit oft schon, ein kleines finanzielles Polster zu haben und nicht ständig am Limit des Dispokredits leben zu müssen. In meinem Buch habe ich 14 "echte" Menschen porträtiert, Familien mit zwei oder drei Kindern, die es ebenfalls geschafft haben, mit 40 nur von Kapitalerträgen zu leben. Man spart Geld an, indem man sich auf Lebensfreude konzentriert, die nicht zu kaufen ist. Zum Beispiel: Anstatt den dritten Spielzeugtraktor anzuschaffen, geht man gemeinsam auf den Spielplatz. Man vermeidet "Schrottkäufe". Kinderklamotten kann man auch gebraucht kaufen.

Waren Sie in Ihrem früheren Beruf als Ingenieur unglücklich?

Gegen Ende schon. Dreieinhalb Jahre war alles gut. Das letzte halbe Jahr habe ich nur wegen des Geldes gearbeitet, und weil die Kollegen nett waren. Aber der Job hat mich nicht mehr erfüllt. Ich hatte dann durch mein Erspartes die Möglichkeit, sieben Jahre ohne Arbeit zu leben. Wobei: Gearbeitet habe ich auch danach – aber eben an meinen eigenen Projekten.

Auf welche "Sache", die Sie eigentlich gar nicht brauchen, verzichten Sie dennoch nicht?

Vieles, was ich mache, sehe ich als Luxus an, den ich nicht zum Überleben benötige. Zum Beispiel den Besuch in einem guten Restaurant mit regionalen Produkten oder in einem tollen Café. Es geht immer darum, viel nachhaltige Lebensfreude zu bekommen. Mit "schrottigen Sachen" erlangt man keine nachhaltige Zufriedenheit. Wenn jeder gutes Geld für Qualität ausgeben würde, die dann 30 Jahre hält, würden Billigprodukte vom Markt verschwinden. Das würde auch der Umwelt helfen.

Worin investieren Sie Ihr Geld?

Ich investiere in mehrere Sachen. Zum Beispiel in die Firma Tesla, die auf Nachhaltigkeit setzt, nicht nur beim Autobau. Ich sehe das als Win-Win-Situation. Für mich, für die Umwelt und für Tesla.

Sie spenden in der Woche vom 23. bis 29. November den Erlös von "Rente mit 40. Finanzielle Freiheit und Glück durch Frugalismus" an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei. Warum ausgerechnet an die DKMS?

Ich habe auch schon früher gespendet, zum Beispiel an eine Hilfsorganisation in Argentinien, bei der ich auch vor Ort mitgearbeitet habe. Und zurzeit steht Gesundheit mehr denn je im Fokus. Da ich mich schon lange bei der DKMS registrieren wollte, hat das gut zusammengepasst.

Weitere Informationen: https://geldschnurrbart.de/finanzbildungschenken/

Zur Person:

Florian Wagner, Jahrgang 1987, wurde in Balingen geboren und hat dort das Gymnasium besucht.

Nach dem Abitur 2006 studierte er Wirtschaftsingenieurwesen (Master) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Im Anschluss arbeitete Wagner vier Jahre als Projektleiter in der Automobilindustrie in Stuttgart.

In Stuttgart lebt er auch heute. Seit zwei Jahren ist Florian Wagner selbstständig als SEO-Berater und mit dem Blog geldschnurrbart.de.

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