Von Frühling noch wenig Spur beim HGV-Fest in Schömberg: Der Bürgermeister macht aber Mut, und die Vorsitzende wird überrascht.
Es hätte die Schömberger am Sonntag noch schlimmer treffen können. Man brauchte einen Kittel mehr, dafür aber keinen Regenschirm – die prophezeiten Niederschläge blieben ganz und gar aus. Das Frühlingsfest des Handels- und Gewerbevereins (HGV) lockte deshalb zahlreiche Gäste, auch aus dem Schlichemtal und darüber hinaus, in die Robert-Bosch-Straße. Diese verwandelte sich zum zweiten Mal für ein paar wenige Stunden in eine kleine Flanier- und Einkaufsmeile. Auch zwei Betriebe im Kuhwasen hatten ihre Türen geöffnet.
Das Programm bot für jeden etwas: Viele Geschäfte, die im und außerhalb des historischen Stadtkerns beheimatet sind, präsentierten sich unter freiem Himmel, zeigten ihr Handwerk, ihre neuen Produkte und gaben spannende Einblicke in ihre tägliche Arbeit. An nicht wenigen Ständen durfte probiert und das ein oder andere Schmankerl genossen werden. Es gab darüber hinaus natürlich jede Menge Informationsmaterial und kompetente Beratung aus erster Hand, was von zahlreichen Besuchern dankbar angenommen wurde. Denn wann hat man dafür mehr Zeit als an einem Sonntag?
Food-Trucks und Karussell
Nicht wenige Sonntagsausflügler kamen mit der ganzen Familie oder mit Freunden – wohl auch deshalb, weil es allerhand für den Gaumen gab und man die Küche zuhause so getrost kalt lassen konnte. Nicht nur die Food-Trucks waren ständig umlagert; vor allem im Zelt des Eisstock-Schieß-Clubs (ESC) wuselte es nur so. Schon bei der Premiere vor zwei Jahren war der ESC Schömberg mit von der Partie. „Hier weiß jeder, wo er hinlangen muss“, sagte die zweite HGV-Vorsitzende Sabine Wenzel mit einem Lächeln über die erneute Teilnahme. Das Team habe sich bestens bewährt.
Langeweile mussten auch die kleinen Gäste nicht befürchten. Sie durften in einer Hüpfburg toben, Karussell fahren oder die Angebote des Kinder- und Jugendbüros unter der Leitung von Victor Felde nutzen. Für Spannung bei den Erwachsenen sorgte das Schinkenschätzen, bei dem es galt, das exakte Gewicht des von Gerd Koch gespendeten Prachtstückes möglichst genau zu erraten. Beim Bierkrugstemmen kam es dagegen einzig auf reine Muskelkraft an.
Geselliges Miteinander
Bei der Eröffnung des Frühlingsfestes herrschte kurz ein klein wenig Aufregung. Nein, nicht wegen des Bürgermeisters, Karl-Josef Sprenger meisterte den Anstich des Fasses problemlos, vielmehr befürchtete man die angekündigte Dusche von oben. Es tröpfelte doch tatsächlich leicht, als dann aber die Jugendkapelle unter der Leitung von Ingo Mager mit Schwung ihr erstes Stück anstimmte, riss die Wolkendecke doch glatt ein bisschen auf – und es blieb den restlichen Tag über trocken.
Trotz kühlem Wind und spärlichen Sonnenstrahlen war die HGV-Vorsitzende Juliane Haas bereits voll auf Frühling eingestimmt. Für sie ist diese Jahreszeit untrennbar mit dem Erwachen der Natur, guter Laune und einem geselligen Miteinander verbunden – genau diesen Aufbruch wollte sie mit dem Fest gemeinsam feiern. Gleichzeitig warb Haas für die Schömberger Unternehmen mit Nachdruck: „Was sie können, kann sich sehen lassen.“ Und schließlich stärke die Unterstützung nachhaltig den Ort – ganz nebenbei lasse sich beim Bummel durch die Angebote oft weit mehr entdecken, als man eigentlich gesucht habe.
Dank an den Bauhofleiter
Gerne hörte der Bürgermeister wohl auch den Dank an Bauhofleiter Michael Koch, dessen Engagement, so Juliane Haas, weit über das Selbstverständliche hinausgehe. Karl-Josef Sprenger warb für Schömberg als „Stadt der kurzen Wege“, die gerade für eine älter werdende Gesellschaft äußerst attraktiv sei. Mit dem Frühlingsfest setzte der HGV in einer Welt, die vermeintlich verrücktspielte, lokal die Segel auf Zuversicht und Engagement. Darüber hinaus demonstriere der Verein Leistungsstärke, Verlässlichkeit, Zuverlässigkeit, Vertrauen und freundlichen Service.
Der Bürgermeister nutzte auch die Gelegenheit, um all jenen zu danken, die durch ihr unternehmerisches Engagement das wirtschaftliche Gesicht Schömbergs und der Umgebung maßgeblich prägten. Er betonte dabei, dass die Investitionen in Arbeitsplätze und Stadtattraktivität gerade in schwierigen Zeiten die Stadt vital hielten.
Eine besondere Überraschung gab es für Juliane Haas am Ende des offiziellen Teils: Ihr Ausschusskollege Adrian Schmidberger überreichte ihr als Zeichen der Wertschätzung einen Blumenstrauß.
Er betonte, dass die Vorsitzende im Trubel oft selbst zu kurz komme, obwohl der Großteil der Arbeit an ihr hänge. Da sich das Ehrenamt heute keiner großen Popularität mehr erfreue, sei es umso wichtiger, engagierte Persönlichkeiten wie sie an der Spitze zu haben, die für diese Aufgabe oft starke Nerven beweisen müssten. Juliane Haas hat zudem ein rundes Jubiläum zu feiern: Seit 20 Jahren steht sie an der Spitze des HGV Schömberg.