Europa-Park Geschäftsführer Jürgen Mack (Mitte) erhielt von Bürgermeister Kai-Achim Klare (von links) die Ehrenbürgerwürde verliehen. Mit ihm freuten sich sein Sohn Frederick Mack, seine Frau Mauritia Mack und seine Tochter Alexia Mack. Foto: Decoux

Große Emotionen beim Frühlingsempfang: Der „Innenminister des Europa-Parks“ erhielt die höchste Würdigung der Gemeinde. Zuvor erlebten 300 Gäste einen abwechslungsreichen Abend.

Neues Thema, neuer Moderator, neuer Ehrenbürger: Der Ruster Frühlingsempfang lief dieses Jahr etwas anders ab als sonst. Bürgermeister Kai-Achim Klare, sonst selbst Leiter des Abends, hatte sich in Form von Markus Knoll externe Unterstützung geholt. Der Radiomoderator war mit teils spitzer Zunge für die Unterhaltung zuständig. So war der Moment umso ernster und kraftvoller, als Klare schließlich mit der Amtskette des Rathauschefs ans Rednerpult trat. Er verkündet: „Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, Herrn Jürgen Mack für seine herausragenden Verdienste um das Gemeinwohl die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Rust zu verleihen.“

 

Jürgen Mack ist damit das dritte Mitglied der Familie, dem die Gemeinde Rust die Ehrenbürgerwürde verleiht. Vater Franz Mack erhielt die Auszeichnung im Jahr 2001, Bruder Roland, im Jahr 2014. „Während Roland Mack von Beginn an das Unternehmen nach außen vertrat“, erklärte Klare, „wuchs Jürgen Mack schnell in die ihm noch heute zugeschriebene Rolle des Innenministers des Unternehmens hinein.“

Seit 40 Jahren in der Geschäftsführung des Parks

Der 67-Jährige ist seit 1978 Gesellschafter des 1975 gegründeten Freizeitparks, stieg im Jahr 1986 in die Geschäftsführung auf. Als Verantwortlicher für Personal und Finanzen stellte er sicher, dass das „Rückgrat des Unternehmens dem rasanten Wachstum standhielt“, so Klare. Gemeinsam mit den Gemeinderäten habe er zudem „die Weichen für nachhaltige Lösungen im komplexen Themenfeld Verkehr“ gestellt. „Vorzeigeprojekte“ für partnerschaftliche Lösungen mit der Gemeinde, wie Mitarbeiter-Campus, Kita-Plätze, Welcome-Center und Seniorenwohnen würden seine Handschrift tragen.

Klare würdigte auch das soziale Engagement. Jürgen Mack bringe sich dort ein, wo Hilfe benötigt werde. Etwa bei der Unterbringung ukrainischer Flüchtlinge 2022 oder mit seiner Frau Mauritia im Verein „Einfach helfen“. Die Arbeit im Verkehrsverein, beim SV Rust und in der „Kirche im Europa-Park“ hob der Bürgermeister ebenfalls hervor. „Sie haben mit Ihrem Wirken im Europa-Park einen maßgeblichen Beitrag zur Erfolgsgeschichte des Unternehmens geleistet und damit die Entwicklung der Gemeinde nachhaltig mitgeprägt“, fasste Klare zusammen. Die rund 300 Gäste würdigten Jürgen Mack mit Standing Ovations.

Jürgen Mack verspricht, weiter seinen Beitrag zu leisten

Der Geehrte selbst zeigte sich emotional sehr gerührt: „Es war mir immer ein großes Anliegen, dass die Entwicklung unseres Unternehmens in Einklang mit der Gemeinde erfolgt.“ Rust sei seit 38 Jahren sein Lebensmittelpunkt und damit Heimat. Der neue Ehrenbürger bedankte sich bei seinen Wegbegleitern. Allen voran bei seiner Frau Mauritia, seine „wichtigste Ratgeberin“. Aber auch sein Sohn Frederick sei eine wichtige Stütze und Entlastung, seine Tochter Alexia werde das auch sein, wenn sie in zwei bis drei Jahren ins Unternehmen einsteigt. Seinem Bruder dankte er ebenfalls, blickte auf ein „großartiges Jubiläum“ zurück und zeigte sich überzeugt, dass der Europa-Park gut aufgestellt ist, sodass die nächste Generation anknüpfen kann. „Ich werde, so lange ich kann, meinen Beitrag leisten“, versprach er.

Zuvor war beim Frühlingsempfang „Natur pur“ angesagt. Mit einem Film zeigte die Gemeinde, dass Rust „nicht nur Achterbahn und Adrenalin“ ist, wie es der Bürgermeister ausdrückte. Im Gegenteil: „Wir haben eine enge Verbundenheit zur Natur.“ Allein die seit 1583 bestehende Fischerzunft zeige den klaren Bezug zu natürlichen Ressourcen – unter anderem im Naturschutzgebiet Taubergießen.

Die Gesprächsrunde mit Bettina Saier (von links), Kai-Achim Klare, Markus Knoll, Jasmin Ebernau und Alexander Schindler Foto: Decoux

Ihren Beitrag zum Schutz der Natur leisten Umweltamtsleiter Alexander Schindler, Försterin Jasmin Ebernau und Bettina Saier, die Leiterin der Ökologiestation. Moderator Knoll rief sie zu einer Gesprächsrunde auf die Bühne. Schindler, einst erster Ranger im Naturzentrum Rheinauen, erzählte, dass seit Gründung des Zentrums 20 000 Kinder jährlich, etwa 400 000 insgesamt, dort hineinschnuppern konnten, um über Natur und Umwelt zu lernen.

Spieleshow zum Thema Natur unterhielt die Gäste

Ebernau berichtete, wie sich Rust im Bereich des Forstbetriebs mit den Nachbarkommunen zusammengetan hat, um den Naturschutz gemeinsam voranzutreiben. Denn Tiere orientierten sich nicht an Gemarkungsgrenzen. „Hier wird regional gedacht. Das ist einzigartig im südbadischen Raum“, ergänzte Schindler. Saier wiederum ging auf die Projekte ein, die im Naturzentrum laufen. Etwa neue Fischtreppen im Rhein und dessen ökologische Aufwertung oder die Betreuung der Wilden Weiden. Gemeinsam machten sie Werbung dafür, sich weiter für den Naturschutz einzusetzen.

Dass die nächste Generation dazu das Potenzial hat, bewies eine Spieleshow. Es hieß Klein gegen Groß: Drittklässler traten gegen die Gemeinderäte Teresa Lang, Kai Melder, Florian Bachmann und Sonja Kohler-Bellemare an. Beim Erkennen von Tiergeräuschen hatten die Kinder die Nase vorn. Pirol, Reh und Dachs erkannten die Drittklässler – anders als die Räte richtig. Lediglich den Steinkauz erkannten beide Teams. Dann war nicht der Hör-, sondern der Tastsinn gefragt. Auch hier liefen die Kinder den Erwachsenen den Rang ab, erkannten das Haus einer Weinbergschnecke, die Früchte einer Erle, einen Fichtenzapfen und – sehr zur Belustigung des Publikums – die Kaffeetasse des Bürgermeisters korrekt. Beim Leitergolf war es knapper, hier stand es am Ende 140 zu 130 für den Nachwuchs. Nur beim Spiel „100 Gramm Holz absägen“ waren die Räte mit 94 Gramm näher am Ziel als die Kinder (127 Gramm). Das reichte aber nicht für den Gesamtsieg und so überreichte Knoll den Kindern eine Medaille.

Alle Utensilien auf der Bühne waren im Naturzentrum eigens für den Frühlingsempfang angefertigt worden. In Rust „bewegt sich einiges im Hinblick auf die Bewahrung unserer einmaligen Natur- und Kulturlandschaft“, meinte Bürgermeister Klare. Man nutze die natürlichen Ressourcen mit Bedacht und versuche, eine Balance zwischen ökonomischen und ökologischen Belangen zu finden. Renaturierungsprojekte wie an der Elz oder rund um den Klimawandelgarten seien nur möglich, weil wir auf eine lange Zeit wirtschaftlichen Erfolgs zurückblicken können. Und da schlug Klare den Bogen zum Geehrten: „Der Motor dieses Erfolgs war und ist bis heute der Europa-Park.“

Der Rahmen

Mit einigen Musikstücken und Fanfaren beim Einlauf der Protagonisten auf die Bühne begleitete die Musikkapelle Rust unter der Leitung von Andreas Vetter den Abend. Besonders viel Applaus erhielt Elisa Weber für eine Gesangseinlage. Im Anschluss an den Empfang standen die Gäste bei Getränken und Snacks noch eine ganze Weile fröhlich zusammen und unterhielten sich. Jürgen Mack nahm als neuer Ehrenbürger zahlreiche Glückwünsche entgegen.