Hund und Katze bringen wieder ein ungeliebtes Mitbringsel nach Hause: Zecken. Warum die Plagegeister immer früher aktiv werden und wie man sich und seine Tiere schützen kann.
Kaum steht der Frühling vor der Tür, lauern draußen schon wieder die ersten Zecken. Und die scheinen immer früher aktiv zu werden.
Leonie Pfeil vom AniCura Kleintierzentrum Schabelhof in Bad Dürrheim sagt: „Zecken werden aktiv, sobald die Temperaturen mehrere Tage über etwa sieben Grad liegen. Durch die milderen Winter der letzten Jahre überleben mehr Zecken auch die kalten Monate und sind entsprechend früher und länger aktiv.“ Sie weiß außerdem, dass die Temperaturen auch in höheren Lagen ganzjährig steigen, wodurch sich die Lebensräume der Zecken zunehmend vergrößern und auch Zeckenarten, die bisher nur in warmen, südlichen Ländern vorkamen, in der Region heimisch werden könnten.
Durch die wärmeren Tage in den letzten Wochen ist die Aktivität von Zecken hierzulande also nicht unüblich. „Wir beobachten bereits seit Jahren, dass die Zeckensaison sich verlängert und die Zecken je nach Region inzwischen nahezu ganzjährig aktiv sind. Auch die Anzahl der Zecken und dadurch die Schwere des Befalls bei Haus- und Wildtieren in den Sommermonaten nimmt zu. Zusätzlich findet man in Deutschland inzwischen Zeckenarten, die bereits bei Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt aktiv werden können oder die kalten Temperaturen umgehen, indem sie sich innerhalb von Gebäuden aufhalten und sogar vermehren,“ so die Tierärztin weiter.
So gelangen Zecken auf den Hund
Normalerweise halten die Blutsauger zwar keinen Winterschlaf, fallen jedoch in eine Winterstarre. Geschützt unter Laub, im Boden oder in Nestern überstehen sie so die kalte Jahreszeit und werden im Frühjahr wieder aktiv.
Zecken lauern auf Grashalmen oder niedrigen Sträuchern. Hunde und Katzen sind daher ideale Wirtstiere. Die Zecken klammern sich am Fell fest und suchen eine geeignete Stelle zum Stechen.
Doch die Tierärztin rät: „Auch wenn durch Zecken übertragene Krankheiten bei Katzen seltener anzutreffen und häufig milder im Verlauf sind als bei Hunden, stellen sie eine potenzielle Gefahr dar. Grundsätzlich sollte man Hunde und auch Freigänger-Katzen täglich, beziehungsweise in der Hochsaison nach jedem Spaziergang auf Zecken kontrollieren. Festsitzende Zecken sollten mit geeignetem Werkzeug möglichst zeitnah und vollständig entfernt werden, da mit jeder Stunde nach dem Stich das Risiko einer Krankheitsübertragung steigt. Und selbst wenn keine Krankheit durch den Stich übertragen wird, sind die blutsaugenden Parasiten dennoch lästig und unangenehm für Mensch und Tier.“
Verschiedene Schutzmöglichkeiten
Sie fügt weiter hinzu: „Es gibt viele verschiedene Zeckenschutz-Produkte auf dem Markt, von Halsbändern über Tabletten bis hin zu SpotOn-Präparaten. Welches Präparat für welches Mensch-Hund-Team am besten geeignet ist, ist eine individuelle Entscheidung und die sollte in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Tierarzt des Vertrauens erfolgen. Je nach Region kann man bei sehr anfälligen Hunden inzwischen sogar über einen ganzjährigen Zeckenschutz nachdenken.“
Zu den möglichen Symptomen, falls es dann doch zu einer Zeckeninfektion gekommen ist, gehören bei Hunden unter anderem Fieber, Müdigkeit und Lahmheit. Doch auch nach einem Biss sollte man seinen Hund noch schützen. Einige Krankheiten werden nämlich nicht vollständig im Körper eliminiert und je nach Verlauf könne es sein, dass Hunde, trotz einer entsprechenden Therapie, mit den Folgen der Infektion ein Leben lang kämpfen müssen, meint Pfeil.