Die aktiven Rentner zeigten großes bürgerliches Engagement. Foto: Emele

"Die Schaffigen Rentner" in Tumlingen sind nach der Winterpause wieder aktiv geworden. Ihre Intention: Dinge im Dorf zu verschönern. Diese Philosophie setzen sie bei der historischen St. Hilarius-Anlage in Tumlingen um und brachten einen Holzzaun an.

Waldachtal-Tumlingen - Dies war die erste Frühjahrsaktion der aktiven Ruheständler. Nach einer Idee des früheren Ortsvorstehers Rolf Emele verschönerten sie den Eingang zur historischen St. Hilarius-Anlage.

Entsprechend ihrer ungeschriebenen Philosophie, Dinge im Dorf zu verschönern oder zu verbessern, zu der die Gemeinde nicht die Zeit und Mittel hat, trafen sich in den vergangenen Tagen coronabedingt nur eine Hand voll "Schaffige Rentner", um am Weg zum alten Hilarius-Friedhof einen neuen Zaun aufzubauen. Unter der Initiative von Gerhard Kirschenmann und Bernd Storch krempelten rüstige Rentner in Tumlingen die Ärmel hoch.

Holzzaun konnte an einem Nachmittag fertiggestellt werden

Der promovierte Ingenieur Emele beschreibt den ersten Frühjahrs-Einsatz der Ehrenamtlichen: "Passend zu den groben Blöcken der mittelalterlichen Umfriedung hatten sich die Jünglinge gesetzten Alters (alle über 70 Jahre) zu stabilen runden Pfosten und zu ungehobelten und unbesäumten Schwartenbrettern entschieden. Die Bodenanker waren zuvor vom Bauhof gesetzt worden. Der eigentliche Zaun konnte dann an einem Nachmittag fertiggestellt werden."

Gut 500 Euro an Materialkosten wurden aus der Rentnerkasse beigesteuert. Optisch passt der neue, größer dimensionierte Holzzaun jetzt besser zu den großformatigen Steinen der historischen Anlage. Auch die Stabilität wurde wesentlich verbessert. "Diese solide Ausführung müsste nun sicher wieder für viele Jahre die Besucher zum Eingang des Hilarius-Friedhofes geleiten", meint Rolf Emele, der die Arbeit der "Schaffigen Rentner" dokumentiert.

Ein Glücksfall für Tumlingen, dass die Rentnertruppe aus eigenem Antrieb im Sinne eines freiwilligen bürgerschaftlichem Engagements seit vielen Jahren Aufgaben im Ort erledigt, die zur Verschönerung des Ortsbildes beitragen. Dabei setzen sie auch finanzielle Mittel ein.

Idyllische Lage über Tal der Waldach

Im Jahr 2017 konnte Tumlingen die 750-Jahrfeier der St. Hilarius-Kapelle begehen. Das Relikt vergangener Tage liegt in idyllischer Lage über dem Tal der Waldach. Im Jahr 1267 ist die St. Hilariuskapelle erstmals im Württembergischen Urkundenbuch urkundlich erwähnt worden. Wie aus der Beschreibung des Oberamtes Freudenstadt von 1858 hervorgeht, war neben dem Unterdorf und dem Oberdorf, die heute im Ortsbild von Tumlingen gerade noch zu erkennen sind, der "Berg" der dritte, der herrschaftliche Siedlungskern des Dorfes. Alte Karten aus der Zeit um das Jahr 1600 untermauern diese geschichtlichen Gegebenheiten. Die Rettung und Erhaltung des ältesten Gebäudes im Ort haben die Freunde und Förderer Tumlingens zu ihrem Anliegen gemacht. Walter Martini betont: "Es ist ein einzigartiges dörfliches Kleinod."

Weitere Vorhaben der "Schaffigen Rentner" in diesem Jahr sind derzeit noch nicht konkret. Wenn sich Bedarf auftut, kann die Truppe auch spontan reagieren und Einsätze realisieren.

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