Im ursprünglichen Zustand fasste das Kino 534 Plätze. Das Parkettgefälle ermöglichte eine gleichberechtigte Sicht. Foto: Copyright:48GradNord Rainer Langenbacher

Das 1928 erbaute Lichtspielhaus darf wegen einer Asbestbelastung derzeit nicht betreten werden. Eine Reinigung könnte nun Bewegung in in die Sache bringen.

„Wir haben ein Schadstoffproblem mit Asbest“, erklärte Etienne Seif, Abteilungsleiter Hochbau, Anfang Dezember 2025 im Ausschuss für Umwelt und Technik. Aufgrund der „hochgradigen Gesundheitsgefährdung“ durfte das Lichtspielhaus seitdem nicht mehr betreten werden, solange keine vollständige Reinigung durch eine Fachfirma erfolgt sei, hieß es damals.

 

Am Donnerstag, 26. Februar, steht das Thema Schadstoffreinigung erneut auf der Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt und Technik. In einer Sitzungsvorlage heißt es, dass eine sichere Begehbarkeit des Gebäudes auch im Hinblick auf die Aktivitäten des im Mai 2024 gegründeten Fördervereins Lichtspielhaus wichtig sei.

1928 erbaut

Bereits im Jahr 2020 hatte das Unternehmen Eurofins nach der Öffnung der Tresortür festgestellt, dass Asbestfasern freigesetzt worden waren. Der betroffene Bereich musste daraufhin für das Publikum gesperrt werden. Nachdem Eurofins Ende 2025 erneut um eine Stellungnahme zu den Befunden gebeten worden war, empfahl das Unternehmen aus Vorsorgegründen und zum Schutz aller Beteiligten, „sämtliche Bereiche, die potenziell im offenen Luftkontakt mit den betroffenen Zonen standen, umgehend zu sperren“. Dieser Empfehlung kam die Stadtverwaltung umgehend nach.

Bevor das 1928 erbaute Großstadtkino wieder zugänglich gemacht werden kann, ist eine fachgerechte Reinigung erforderlich. Mit der Vergabe dieser Arbeiten beschäftigen sich nun die Stadträtinnen und Stadträte.

Kosten bis zu 30 000 Euro

Laut Sitzungsvorlage belaufen sich die Kosten für die Reinigung des Tresors, des Flurs und des Saals auf mindestens 12 000 Euro. Hinzu kommen Kosten für die fachliche Begleitung durch Eurofins in Höhe von 5600 Euro. Sollten weitere Belastungen festgestellt werden, könnten die Gesamtkosten auf bis zu 30 000 Euro steigen.

Nach einer entsprechenden Freimessung wäre eine eingeschränkte Nutzung der Räumlichkeiten wieder möglich. Diese müsste jedoch jeweils angemeldet und mit der Stadtverwaltung abgestimmt werden. „Für eine uneingeschränkte Nutzung müsste das Gebäude grundsaniert werden“, heißt es in der Vorlage weiter.

Lichtspielhaus und Blitzer

Damit die geplanten Umgestaltungsarbeiten
„Am Brestenberg“ zeitnah beginnen können, beschäftigt sich der Ausschuss für Umwelt und Technik in seiner nächsten Sitzung mit dem Grunderwerb, der Bereitstellung der überplanmäßigen Mittel und der Vergabe der Arbeiten. Diese findet am Donnerstag, 26. Februar, statt und beginnt um 19 Uhr im Rathaus. Außerdem stehen auf der Tagesordnung: die Windenergieanlagen Waldmössingen, das Lichtspielhaus (Schadstoffreinigung) sowie die Beschaffung eines Enforcement-Trailers (Semi-Stationäre Geschwindigkeitsmessanlage). Anfragen und Bekanntgaben beschließen den öffentlichen Teil, es geht nichtöffentlich weiter.