Manchmal kann eine Visitenkarte ein echter Glücksfall sein. So auch bei Veronika und ihren Zwillingen. Zu Hause war nämlich schnell klar: Zwei Neugeborene gleichzeitig zu versorgen, ist eine echte Herausforderung. Also griff Veronika zum Telefon.
Die junge Mutter hatte in ihrer Entbindungsklinik ein Kärtchen mit den Kontaktdaten der Fachstelle „Frühe Hilfen“ bekommen. Zehn Monate sind seit diesem Anruf dort vergangen, und bis heute hat die junge Mutter regelmäßig Kontakt zu Claudia Dietz von der Fachstelle.
Auch jetzt sitzen die beiden Frauen zusammen am Tisch. Veronika erzählt von den Fortschritten bei der Ernährung ihrer beiden Kinder und stellt Fragen zu den nächsten Impfungen – und bekommt die passenden Antworten.
Tipps von Kinderkrankenschwestern
Denn sowohl Claudia Dietz als auch ihre Kollegin Cordula Springer sind Expertinnen, wenn es um Pflege, Versorgung und Erziehung von kleinen Kindern geht, vom Neugeborenen bis zu drei Jahren. Beide sind ausgebildete Kinderkrankenschwestern, beide haben eine Zusatzausbildung zur Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. Und beide arbeiten in der Fachstelle Frühe Hilfen im Landkreis Rottweil.
Veronika erinnert sich an die Anfangszeit mit ihren beiden Säuglingen. „In der neuen Lebenssituation bin ich mit jeder Menge Themen konfrontiert worden, die ganz neu für mich waren“, blickt sie zurück. „Ich hatte nicht nur viele praktische Fragen zur Versorgung der Zwillinge, sondern auch das Gefühl, dass ich Unterstützung gut gebrauchen kann.“
Willkommensbesuch zu Hause
Und diese Unterstützung bekam sie: Claudia Dietz besuchte die junge Familie, hörte Veronika und ihrem Mann zu, gab Anregungen zum Tagesablauf mit den beiden Säuglingen, Pflegetipps und mehr.
Dieser erste Willkommensbesuch ist ein Service, den die Fachstelle Frühe Hilfen jeder frischgebackenen Familie im Landkreis Rottweil anbietet. Bei den Besuchen kommen Cordula Springer und Claudia Dietz mit den Eltern ins Gespräch, machen sich ein Bild davon, wo sie unterstützen können, geben ganz praktische Hilfe, etwa zum Elterngeld, und beantworten Fragen rund ums Baby und das Kleinkind.
Wichtige Fragen geklärt
So auch bei Veronika: Wie ziehe ich die Babys richtig an, wie hebe ich sie richtig hoch, was mache ich, wenn einer der Zwillinge beim Stillen eine Lieblingsseite hat, wie funktioniert das Zufüttern?
Gemeinsam mit der Beraterin der Frühen Hilfen wurden Veronika, ihr Mann und sogar Oma und Opa mit dem sogenannten „kinästhetischen Anziehen“ vertraut gemacht, es gab Hilfestellung rund ums Stillen und später die notwendigen Infos zur Ernährung der Babys. „Diese professionelle Hilfe war sehr wertvoll und hat mir viel Sicherheit gegeben“ sagt Veronika im Rückblick.
Kostenlos und vertraulich
Wer möchte, kann bei Bedarf mehrere Beratungsangebote der Frühen Hilfen in Anspruch nehmen, kostenlos und vertraulich. Auf Wunsch zeigen die Expertinnen auch die Babymassage, mit der Eltern ihrem Baby Geborgenheit schenken und gleichzeitig die Bindung zum Kind stärken können.
Veronika erinnert sich lebhaft an den Tag, als Claudia Dietz sie in die Babymassage eingeführt hat. „Jede von uns hatte ein Baby vor sich liegen, und wir sind zusammen die einzelnen Schritte durchgegangen, das war einfach schön“.
Für dieses Gefühl, von der Mitarbeiterin der Fachstelle Frühe Hilfen ernst genommen und mit viel Fachwissen betreut zu werden, ist sie bis heute dankbar. „Von mir gibt es deshalb eine ganz klare Empfehlung an alle Eltern mit Neugeborenen, dieses Hilfsangebot anzunehmen“, sagt sie.