An die 100 Katholiken versammelten sich im Kurgarten in Lützenhardt zur Feier des Fronleichnamstages.Fotos: Maier Foto: Maier

Die große Straßen-Prozession, die in den Jahren vor der Corona-Pandemie Hunderte von Besuchern anlockte, wurde dieses Jahr ausschließlich in den Kurpark Lützenhardt verlagert. Die Herz-Jesu-Gemeinde machte aus der Not eine Tugend: Den Fronleichnamstag samt Mini-Prozession feierten rund 100 Christen gestern unter zahlreicher Beteiligung.

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Waldachtal-Lützenhardt - Auch heuer begingen die Katholiken vorwiegend aus der Herz-Jesu-Gemeinde Lützenhardt und der St. Martin-Gemeinde Pfalzgrafenweiler gemeinsam das Hochfest des Leibes und Blutes Christi bei strahlendem Sonnenschein unter freiem Himmel. Pfarrer Anton Romer zelebrierte die Eucharistiefeier mit Statio. Vor Corona erreichte der Luftkurort an der Waldach dank seiner farbenprächtigen Blumenteppiche den Status von Klein-Hüfingen.

Wie seit vielen Jahren gewohnt, machten sich die Helferinnen und Helfer am Festtag um 5 Uhr in aller Frühe an die Arbeit, um den Kurpark zu schmücken. Freiwillige Helferinnen und Helfer um Hildegard Blum gestalteten die Blumenteppiche und den Grasweg mit christlichen Motiven.

Der emsige Helferkreis schmückte die großen Wegkreuze an den Stationen

Der größte Teppich entfaltete sich vor dem Altar am Pavillon: Hier wurde das Holz-Christuskreuz mit Moos eingebunden und mit Rapsblüten umlegt. "Heiligenfiguren zieren kleine Altäre verteilt im Kurgarten, an denen Gebets-Intentionen angebracht wurden", erklärt Blum im Gespräch mit unserer Zeitung. Den ganzen Fronleichnamstag über konnten so Gläubige auf im Park verteilten Sitzbänken zum Innehalten und Beten verweilen. Darüber hinaus schmückte der emsige Helferkreis die großen Wegkreuze an den Stationen, zu denen aber dieses Jahr nicht der Prozessionsweg vorbeiführte.

Beten, loben und preisen: Das Fronleichnamsfest, so Pfarrer Anton Romer in seiner Ansprache, wolle und solle zum Nachdenken über die Bedeutung und das Geschenk der göttlichen Gabe "Jesus Christus als Brot des Lebens in der Heiligen Eucharistie" anregen. "Es gibt Gläubige, die eine sehr innige Gottesbeziehung haben, die fühlen, dass mit der Hostie Jesus in ihr Innerstes, in ihr Herz kommt", sagte Romer. Aber das sei eine Gabe, die nur wenige hätten. Er wandte sich an die Besucher der Feier: "Machen sie sich keine Gedanken darüber, weshalb sie diese Gabe nicht haben. Ich habe sie auch nicht." Vertrauensvoll glauben könne man, dass Jesus wirklich in der konsekrierten Hostie da sei: "Das bin ich. Ich bin für euch da!" Und am Fronleichnamstag erweisen die Katholiken Gott in besonderer Weise die Ehre, indem sie ihren Glauben öffentlich machen.

Pfarrer Anton Romer trug die Monstranz über die geschmückten Wege zurück bis zur Kirche

Solistin Agnieszka Ertle (38) sang, begleitet von Michael Schmid am Keyboard, wie so häufig seit Corona stellvertretend für die Gläubigen. Lektorin Anita Müller formulierte in den Fürbitten: "Gib allen ein offenes Herz füreinander und stärke die Bereitschaft zu gegenseitiger Hilfe." Und: "Bewahre uns vor Corona, heile die Erkrankten und stärke alle, die unter der Pandemie leiden." Pfarrer Romer erbat den Segen für die ganze Seelsorgeeinheit und insbesondere den Wallfahrtsort Heiligenbronn/Waldachtal mit Schwester Martina sowie für unser Volk und alle Völker. Begleitet von den Ministranten trug Pfarrer Anton Romer die Monstranz über die geschmückten Wege im Kurgarten zurück bis zur Kirche.

Vor Corona hielt der Geistliche das goldene Traggefäß unter dem "Himmel" (Baldachin) in den Händen, um es bei Gebet und Gesang durch die Straßen der Ortschaft zu tragen. Ein Zeugnis des christlichen Glaubens.

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