Wieder kein großer Fronleichnamsteppich wegen „ungenügender Vegetationslage“: Hüfinger schaffen dennoch einen bunten Feiertag.
Mit „kleinem“ Blumenteppich, aber dennoch in würdig-feierlichem Rahmen, begingen die Gläubigen in Hüfingen das Fronleichnamsfest.
Wie bereits in den Vorjahren gab es aufgrund der ungenügenden Vegetationslage lediglich kleinere Blumenteppiche vor den vier Stationsaltären in der Hauptstraße und ein bunter „Reste-Flicken-Teppich“ vor dem Haupteingang der Stadtkirche.
Die zahlreichen Prozessionsteilnehmer, allen voran die Uniformträger von der Bürgerwehr, die Trachtenträger von der Heimatzunft, die uniformierten Stadtmusiker oder die einheitlich weiß gekleideten Erstkommunikanten trugen am Morgen dennoch dazu bei, dass die Prozession zum beeindruckend-bunten Bild gelebten Volksglaubens geriet.
Das Licht der Welt
Innovativ-modern zeigten sich die beteiligten Helfer dieses Jahr bei der Motivauswahl ihrer Teppiche. Die Motive des gesamten Quartetts wurden passend zum aktuellen Fronleichnams-Leitspruch „Ich bin das Licht der Welt“ gewählt. Insbesondere der zweite Teppich am Stadtmuseum/Altenpflegeheim (verantwortlich gestaltet von Michael Moog) und der Teppich der katholischen Frauen am vierten Stationsaltar stachen dieses Jahr ins Auge: Die Betrachter der Blütenteppiche wurden zur aktiven Zivilcourage aufgerufen, was auch mit der Aufforderung „Leuchtet! Schweigt nicht!“ und „Finde Dein Licht“ verstärkt wurde.
Geleitet wurde die frühmorgendliche Prozession von Pfarrer Martin Schäuble und Ex-Stadtpfarrer „in Rente“ Andreas Huber. Huber war es auch, der beim anschließenden Festgottesdienst in der Stadtkirche die Festpredigt hielt. Mit der „Missa Brevis in d KV65“ von Mozart wurde die Messe vom Projektchor des Kirchenchores Hüfingen, unterstützt durch den Jugend- und Kammerchor des Donaueschinger Fürstenberg-Gymnasiums und durch das Orchester „Cappella Vivace“ unter der Gesamtleitung von Hubert Stinner, musikalisch umrahmt.
Platzkonzert vor der Kirche
Die Hüfinger Stadtmusik unter ihrem Dirigenten Markus Burger spielte nicht nur bei der Prozession, sondern zur Mittagszeit zusätzlich auch zum Platzkonzert vor der Kirche auf. Bewirtet wurden die auswärtigen Fronleichnamsgäste den ganzen Tag über im Pfarrheim und auf dem Kirchplatz vom Narrenverein Hausen vor Wald.
Trotz „Kleinausgabe“ des Blütenteppichs kamen am frühen Morgen zum eigentlichen Höhepunkt des Fronleichnamsfestes, der festlichen Prozession, auch viele auswärtige Besucher nach Hüfingen, um aus Glaubensgründen zusammen mit den Einheimischen den katholischen Feiertag zu begehen.
Deutlich wird am Fronleichnamsfest in Hüfingen aber auch von Jahr zu Jahr immer mehr, dass ein „großer“ Blumenteppich immer seltener gelegt werden wird. Als Gründe werden alljährlich vom Fronleichnamsausschuss zwei wesentliche Punkte genannt: Die Entwicklung der Vegetation, bei der es immer schwieriger wird, pünktlich zum Feiertag genügend Wildblüten zusammenzubekommen.
Mangel an Helfern
Zum anderen gelingt es den Verantwortlichen kaum mehr, genügend (Hunderte) Helfer zu mobilisieren. Es sei in heutiger Zeit einfach nicht mehr „in“, vier Tage lang vor Fronleichnam durch Wildwiesen zu stapfen und in mühseliger Handarbeit zehntausende von Blüten zu pflücken.
Schrumpfende Tradition
Zuletzt wurde der „große“, rund 450 Meter lange Fronleichnamsteppich in Hüfingen 2018 ausgebreitet. 2023 gab es eine „Zwischenlösung“ mit den vier Motivteppichen, die auf beide Seiten hin mit Läuferornamenten „verlängert“ wurden. Vor Jahrzehnten noch war der Hüfinger Blumenteppich sogar rund 600 Meter lang, wurde dann aber im Bereich der Sparkasse und vor dem Altenpflegeheim an den beiden „Prozessionswendepunkten“ um 150 Meter verkürzt.