Auch dieses Jahr haben Ehrenamtliche in Schuttern einen Blumenteppich gestaltet. In seinem Zentrum war eine Taube mit dem Wort "peace", dem englischen Wort für Frieden. Foto: Bohnert-Seidel

Das Hochfest Fronleichnam wurde nochmals unter Pandemiebedingungen in drei Friesenheimer Gemeinden gleichzeitig gefeiert. In Schuttern erwartete die Besucher eine Überraschung: ein Blumenteppich, der den Wunsch nach Frieden ausdrückte.

Schutter - Im Jahr 2012 hat sich der Pfarrgemeinderat der Seelsorgeeinheit Friesenheim erstmals auf ein gemeinsames Fest zu Fronleichnam in Schuttern geeinigt. Ideal erschienen Größe, Standort und Infrastruktur der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Dieses Jahr wurde das Fest jedoch noch einmal gemäß Pandemiebedingungen verteilt auf die drei Pfarrkirchen St. Laurentius in Friesenheim, St. Leodegar in Oberschopfheim und Mariä Himmelfahrt in Schuttern gefeiert. Viele Menschen sind trotzdem nach Schuttern in die Kirche gekommen, nicht zuletzt, weil sie hofften, dass es dort wieder einen Blumenteppich geben wird.

Pfarrer Steffen Jelic dankte allen, die am Gelingen des Festes beteiligt waren. Ein Glanzpunkt des Gottesdienstes war der Gesang von Mezzosopranistin Karin Stuber unter Begleitung von Kirchenmusiker Michael Bayer.

Herkunft des Wortes Fronleichnam

"Fronleichnam, was für ein Name, der alles andere als fröhlich klingt", begann Jelic. "Fron" klinge nach schwerer Arbeit und "Leichnam" erkläre sich selbst. Es sei seltsam ein Freudenfest in solch einen Namen zu packen. Aber "Fron" bedeutet im Mittelhochdeutschen Herr und "Leichnam" Leib. Es werde der Leib des Herrn gefeiert.

"Friede auf Erden – mehr brauchen wir in der aktuellen Situation nicht", sagten Miriam Greiner und Julia Hoffmann. Die beiden haben gemeinsam mit Florentine Greiner und Stefanie Fäßler sowie den Kindern einen großen Blumenteppich vor dem Kirchenportal der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt gelegt. Morgens um 8.30 Uhr hatten sie begonnen und knapp eineinhalb Stunden lang das Motiv gelegt. Ihnen allesamt ist es ein Herzenswunsch, die Freude über das Hochfest von Fronleichnam mit einem Blumenteppich sichtbar zu machen. Dass sie ein Friedenssymbol wählen würden, habe ohne gegenseitige Absprache festgestanden. Gemeinsam haben sie sich Symbole überlegt, aber wirklich in der Darstellung entwickelt, habe sich das Gesamtbild erst mit der Kreide in der Hand.

Eine weiße Friedenstaube, eingebettet in ein Feld von Rosenblüten überragt das Gesamtbild. Den Rahmen bildet ein riesiges Herz, das diesen Wunsch nach Frieden und Verständigung weiter bekräftigt.

Wieder durften die Frauen mit den Gartenscheren in die Gewächshäuser von Rosen Schwehr in Friesenheim. "Für das großzügige Angebot und auch das große Vertrauen von Christian Schwehr sind wir dankbar", erklärt Julia Hoffmann. Ansonsten hätte es recht mau ausgesehen. Schließlich ist Mitte Juni die erste Rosenblüte vorbei. Aber auch in den eigenen Gärten von Miriam Greiner und Julia Hoffmann wurden die Rosenstöcke geplündert. Monika Rudolf hat auch Rosen geschnitten. "Und mein Opa hat die Ameisen abgeschüttelt", erzählt Enkelsohn Sebastian.

Teppich ist schon wieder weg

Ausflügler, die am Donnerstag durch Schuttern radelten, blieben gern stehen und bewunderten den riesigen Blumenteppich. Inzwischen ist er dort jedoch nicht mehr zu sehen: Miriam Greiner ist mit Schaufel und Besen vorbeigekommen und hat den Teppich wieder zusammengekehrt.