Der Schiefersee in Frommern: Dort gab es im vergangenen Jahr für den Sicherheitsdienst einiges zu tun. In diesem Sommer wohl wieder. Foto: Maier

Trotz Corona haben die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Wolf bei ihren Einsätzen im Rahmen des Wach- und Präsenzdienstes im vergangenen Jahr in Balingen und den Stadtteilen einiges zu tun gehabt. Das geht aus dem Bericht hervor, den Michael Weitzl, der stellvertretende Leiter des Ordnungsamts, im Gemeinderat erstattete.

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Balingen - Demnach waren die Sicherheitsleute im Jahr 2020 während 102 Abenden und Nächten in Balingern und den Ortsteilen unterwegs. Das sind nur zwei Einsätze weniger als im Jahr zuvor.

Dabei schauten sie an 18 Kontrollstellen nach dem Rechten. In 66 Nächten waren zwei Sicherheitsleute im Einsatz – wegen Coromna hatte man die Kräfte reduziert; in 36 Nächten waren es vier. Deutlich wird anhand der Auswertung, dass die Securitys bei ihren Kontrollfahrten deutlich weniger Menschen antrafen als im Jahr davor – was angesichts der Corona-Lage aber auch nicht wirklich verwundert.

Was im Gegenzug auffällig ist: Die Zahl der Platzverweise ging zwar leicht, aber nicht wesentlich zurück. 2019 wurden davon 168 ausgesprochen, 2020 waren es 148.

Schiefersee wird während Corona verstärkt zum Treffpunkt

Die meisten davon entfallen auf Personen, die sich unerlaubt auf Schulgeländen aufgehalten haben: 31 wurden am Schulzentrum Längenfeld ausgesprochen, 20 am Frommerner Schulzentrum, 17 an der Sichelschule. Dazu kommen 15 Platzverweise am Parkdeck des Parkhauses an der Wilhelmstraße sowie 13 am Frommerner Schiefersee. Am Grillplatz Zillhausen war auch einiges los – dort gab’s zehn Platzverweise.

Deutlich werde dabei, so Weitzl, dass "Außenbereiche" wie eben Grillplätze und der Schiefersee während Corona verstärkt Anlaufstellen und Treffpunkte waren. In der Balinger Innenstadt dagegen wurden an Orten wie dem Viehmarktplatz und rund ums Jugendhaus Insel, die in den Vorjahren als neuralgische Punkte galten, kaum Menschen angetroffen und deutlich weniger Platzverweise ausgesprochen.

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Zwei Mal (2019: 4) musste der Sicherheitsdienst bei Schlägereien und Streitigkeiten eingreifen, sechs Mal (8) wurden Sachbeschädigungen, Vandalismus und Vermüllungen registriert. In sieben Fällen (2019: 9) schritten die Securitys wegen Ruhestörung und Lärm ein. Drogenmissbrauch wurde kein einziger registriert. In einem Fall wurden die Sicherheitsleute aggressiv angegangen.

Kosten bleiben unter Vorjahresniveau

Die Kosten für den Wach- und Präsenzdienst liegen etwas unterhalb von jenen im Jahr davor: Rund 53 100 Euro muss die Stadt dafür berappen, 2019 waren es 53 700 Euro.

Insbesondere der Schiefersee werde wohl auch in diesem Jahr ein Schwerpunkt der Kontrollen sein, sagte Weitzl. Ein genaues Auge werde man zudem darauf werfen, wohin sich die "Partyszene" mit dem anstehenden Abriss des Jugendhauses Insel verlagere. Man gehe davon aus, dass es rund ums neue Jugendhaus an der Hindenburgstraße sowie auf dem Freibadparkplatz künftig verstärkt rund gehen werde.

Üblicherweise ist der Sicherheitsdienst bereits im Januar aktiv; in diesem Jahr waren aber laut Weitzl bisher keine Einsätze. Wegen Corona habe man darauf verzichtet. Nun, da die wärmere Jahreszeit begonnen habe, werden die Securitys aber wohl bald wieder auf Streife sein.

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