Die unternehmungslustigen Radler Silvia und Heinz Bernauer berichteten bei den „Fröhlichen Ruheständlern“ von ihrer Fahrt in die Niederlande. Foto: Klaus Brust

Heinz und Silvia Bernauer legten rund 1300 Kilometer zurück. Bei den „Fröhlichen Ruheständlern“ berichteten die beiden Radtouristen von ihrer Reise.

Zuerst gab es ein herzliches Willkommen für die „Fröhlichen Ruheständler“ bei ihrem monatlichen Treffen von der Leiterin Monika Becker, dem sich Pfarrerin Ulrike Krumm anschloss und dem Mitarbeiterteam Lob und Dank für ihren enormen Einsatz aussprach. Gestärkt mit Kaffee und Kuchen, durften sich nahezu 60 Besucher auf eine eindrückliche Bilderschau freuen, zusammengestellt vom hiesigen Bäckermeister Heinz Bernauer.

 

Den rüstigen 72-Jährigen hatte zu Beginn des vergangenen Jahres seine sportliche Ehefrau Silvia angeregt, einmal eine längere mehrtägige Radtour gemeinsam zu unternehmen. Ihrem Franz fiel ein Marschlied aus seiner Jugendzeit ein: „Warum ist es am Rhein so schön“. Damit war das Ziel der Reise klar. Sie stellten sich dem Rheinradweg von Fahrnau bis zur niederländischen Hauptstadt Den Haag, rund 1300 Kilometer in 16 Etappen, durchschnittlich 80 Kilometer pro Tag. Die Hotels wurden vorbestellt, denn abends wollten die Beiden vorzüglich speisen und morgens ausgiebig frühstücken.

Im Juni wurde vom heimischen Wiesental Abschied genommen, die Räder mit 20 Kilogramm Utensilien auf dem Gepäckträger bestückt, die Radhelme mit Sprechfunk ausgestattet, und los ging es. Mancher Regentropfen fiel von oben, doch es musste weitergeradelt werden, denn das Nachtquartier wartete, meist etwas abseits der Route.

Die meiste Zeit ging es entlang des imposanten Stromes, manchmal musste die Seite gewechselt werden, die wunderbare Natur und abwechslungsreiche Landschaft mit Tierwelt, auch in den Altrhein-Auen bestaunt werden. Doch ab und zu hieß es warten, denn Nilgänse blockierten in großen Gruppen den Radweg und ließen sich selten stören.

Je weiter die Fahrnauer Radler sich nach Norden bewegten, desto interessanter wurde es auf der meist gut gekennzeichneten „EuroVelo15“. Von Dom zu Dom, von Mainz über Worms bis Köln führte der Weg, viele Sehenswürdigkeiten konnten bestaunt werden.

Kulturelle Höhepunkte luden die Senioren zum Mitraten ein, so die beeindruckenden Burgen Katz und Maus, Rheinfels oder Pfalzgrafenstein. Geschichtliche Hintergründe ließen zum Beispiel verstehen, dass der „Mäuseturm“, mitten im Rhein gelegen, nichts mit den unbeliebten Nagetieren zu tun hat.

Wo steht der „schiefste Turm“ der Welt?“ Nicht in Italien, sondern in Gau-Weinheim; laut Guinness-Buch der Rekorde weist er einen Grad mehr an Neigung aus, erfuhren die Besucher.

Kurz nach der niederländischen Grenze bei Emmerich mit seiner „Golden-Gate-Bridge“ beeindruckte die Mündung des Rheins in die Nordsee. Doch weiter ging es über die Rijnfietsroute“ ins Land der Windmühlen und Grachten, den feinsten vorfahrtsberechtigten Radwegen bis hinein ins wunderschöne Den Haag mit Parlament und Königsschloss oder zum ersten Wolkenkratzer Europas in Rotterdam mit 43 Meter Höhe. Erstaunlich die zahlreichen Skulpturen. Erlebnisse von Übernachtungen in Windmühlen, wo das Frühstück am Seil hochgezogen werden musste oder das Schlafzimmer auf steiler Treppe nur rückwärts verlassen werden konnte, lockerte den Bericht auf.

Der nächste Nachmittag der „Fröhlichen Ruheständler“ findet am Montag, 18. Mai, um 14.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus statt, bei dem Friseurmeister Zimmermann Anekdoten und Geschichten aus seinem Berufsleben erzählen wird.