Bei der Chorprobe mit Helmut Cromm in Bräunlingen (von links): Angelika Wittek, Ursula Schnekenburger, Rita Fredrix, Maria Hug und Renate Hirt Zeidler Foto: Dagobert Maier

Beim Maikonzert zeigte sich eindrucksvoll, wie der neue Chorleiter den Sängerkreis inspirieren und weiterentwickeln will.

Es war beim Maikonzert des Männergesangvereins deutlich zu spüren, dass der Männer- und Frauenchor in Helmut Cromm einen neuen Dirigenten hat, der frischen Wind in den Sängerkreis bringen will. Dies war beim Konzert immer wieder zu sehen und zu hören.

 

Helmut Cromm dirigiert neben dem MGV Bräunlingen auch noch Chöre in Hüfingen und in Schönenbach. „In Schönenbach begann ich nur als Vertreter. Als dort erst Ende 2025 klar wurde, dass die zu vertretende Person ausfällt, habe ich fest zugesagt, weil ich den Chor nicht im Stich lassen wollte“, so Cromm.

„In meiner Frankfurter Zeit hatte ich einige große Chöre, in unserer Region zwölf Jahre lang einen großen leistungsfähigen Chor in Rottweil. Nach 18 Jahren Chorenthaltsamkeit, vor allem wegen zunehmender Arbeit im Hauptberuf, hatten mich die Rottweiler wieder angesprochen. Ich sagte zu, mit der Einstellung, das Beste daraus zu machen, denn der Chor war erheblich kleiner als in den früheren Jahren. Ich stelle allgemein fest, dass die Arbeit mit kleinen Chören aufwendiger und schwieriger ist als mit großen“, sagt Cromm.

Bei einem Konzert in Schönenbach habe ihn der damalige Chorverbandspräsident Johann Müller-Albrecht angesprochen und animierte ihn mit der Aussage, Cromm sei „der Richtige“, den Chor in Bräunlingen, der auf Dirigentensuche war, zu übernehmen. So kam er Ende 2025 zum MGV Bräunlingen.

In Bezug auf die Chorliteratur zeigt Cromm sich offen für traditionelle Stücke (Klassik, Romantik, Volkslied) sowie für moderne Lieder (Musical, Schlager, Pop). Auf Wünsche der Chöre will er eingehen, „die Leute dort abholen, wo sie stehen und dann sehen, wohin man sich entwickeln kann.“

Helmut Cromm beim Maikonzert mit dem Männerchor Bräunlingen. Foto: Dagobert Maier

Bei Konzerten möchte Cromm ein farbenfrohes Spektrum bieten, die Charaktere, die Ausdrucksdynamik der Stücke spielen eine wichtige Rolle für die Auswahl.

Beim Maikonzert in der Stadthalle konnten die Zuhörer zwei von Cromm komponierte Stücke hören: musikalisch ansprechend und mitreißend, mit einem witzigen und einem gesellschaftlich sehr aktuellen Text. Ein Zitat: „Ich brauche so viel Mut, ich habe Hunger in einer harten Welt, wo nur der Ellenbogen zählt. Ich habe Hunger nach einer neuen Zeit, nach Wärme und Gerechtigkeit.“

Sein Werdegang

Helmut Cromm studierte an der Hochschule für Musik in Frankfurt am Main Schulmusik und Komposition. Ab 1975 hatte er Lehraufträge an der Frankfurter Musikhochschule. Zudem war Cromm am Wiesbadener Konservatorium und an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt tätig. Anschließend nahm er eine hauptamtliche Dozentenstelle an der Musikhochschule in Frankfurt an.

Ab 1980 wirkte Cromm als Professor für Musiktheorie und Komposition an der Hochschule für Musik in Trossingen. Weiter stehen in seinem Lebenslauf Kompositionen mit Aufführungen, unter anderem bei internationalen Podien neuer Musik und Rundfunkaufnahmen. Auch bei Hörspielproduktionen, Musik für Schauspiel und Tanztheater sowie Chorwerke/Chorarrangements hat er mitgewirkt.

Als Dirigent leitete Cromm Instrumentalensembles im Bereich Neue Musik, als Chorleiter im Amateurbereich blickt er auf viele schöne Konzerte zurück. An der Bundesakademie Trossingen wirkte er als Dozent für den Fächerbereich Musiktheorie in den Lehrgängen zur Leitung von Blasorchestern mit.

Preisgekrönter Musiker

Helmut Cromm
hat in seiner musikalischen Laufbahn bereits einiges erlebt und viele Ehrungen erhalten. Kompositionspreise erhielt er bei den internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt und beim Internationalen Gaudeamus-Kompositionswettbewerb in Bilthoven in den Niederlanden. Einen Kinderhörspielpreis bekam er von „Terre des Hommes“.