Katharina Nowak ist Kippenheims neue Weinkönigin. Foto: Marina Müller

Im Gespräch mit unserer Redaktion erläuterte die 23-Jährige ihre Motivation für das angenommene Ehrenamt, ihre zukünftigen Pläne und was den Kippenheimer Wein so besonders macht.

Kippenheim - Seit einer Woche ist die neue Weinkönigin Katharina Nowak nun im Amt. Auf dem Kippenheimer Weinfest wurde sie offiziell gekrönt, jetzt waltet sie für ein Jahr ihres Amtes. Das besteht darin, die Produkte des Kippenheimer Haselstauden-Weinbergs zu repräsentieren und ins beste Licht zu rücken. Im Gespräch mit unserer Redaktion erläuterte die 23-Jährige ihre Motivation für das angenommene Ehrenamt, ihre zukünftigen Pläne und was den Kippenheimer Wein so besonders macht.

Frau Nowak, wie kam es zur Wein-Krone?

Schon vor einem Jahr hatte Thomas Gehrlein bei mir dafür unverbindlich angeklopft, als Vorsitzender des dafür aktuell zuständigen Männergesangvereins MGV – bei einem Treffen ausgerechnet in einem Weinkeller. Ohne das Wissen des restlichen Vorstands übrigens. Einzig die Vereins-Schriftführerin war "top secret" eingeweiht, um das streng zu hütende Geheimnis möglichst lange zu wahren. Gehrlein ließ mir dann lange Zeit, über seinen "Antrag" in Ruhe nachzudenken. Das tat ich auch. Als nun im Juni seine ultimative Rückfrage kam, habe ich nach nur einer Nacht drüber schlafen sehr gerne zugesagt. Zuvor hatte ich mich mit Eltern und meinem Freund noch beraten, ob ich‘s wirklich tun soll. Die hatten mir ohne jede Bedenken zugeraten. Bewerbungen für ein solches ehrenvolles Amt gibt es traditionell in Kippenheim ja nicht. Aber dass Gehrlein mich von Anbeginn als erste Wahl seines MGV zur gewünschten Weinkönigin angesprochen hatte, schmeichelte mir schon besonders.

Entstammen Sie einer klassischen Winzerfamilie?

Naja, nicht so ganz. Meine Großeltern Anna und Herbert Studer hatten ein kleines Rebstück für den Eigenbedarf bewirtschaftet, das heute von meinem Onkel Markus fortgeführt wird. Insofern sind wir keine typische große Winzerfamilie. Aber als Kinder hatten wir bei den anstehenden Arbeiten im Weinberg immer mitgeholfen, und das ist mir unvergessen geblieben. Bei mir kam allerdings dann die Schule und späterer Beruf dazwischen. Ich erinnere mich besonders gerne, wie damals unter zumeist kleinen Kippenheimer Winzern nicht nur Nachbarschaftshilfe selbstverständlich war, sondern auch manche Vesperpause mit einem Schlücklein Wein. Also: Echte Winzerin bin ich nie gewesen, aber im Weinberg oft dabei. Das war für mich als Kind auch sonst ein wunderschönes Aufwachsen in Kippenheim mit seiner tollen Umgebung.

Was zeichnet Ihren Heimatort besonders aus?

Neben den besonnten Haselstauden-Rebhanglagen mit seinen Super-Weinen natürlich auch das lebendige Vereinsleben mit viel Zusammenhalt. Beim MGV gibt es ja traditionell noch keine sängeraktiven Frauen. Aber am Klavier habe ich die Herren doch schon mal begleitet und natürlich ansonsten bei vielen Veranstaltungen mitgeholfen, etwa als Kellnerin. Mein Vater ist dort seit mehr als 40 Jahre aktiver Sänger – das verbindet natürlich besonders. Deshalb fühlte ich mich außerordentlich geehrt, ausgerechnet von den stimmstarken MGV-Männern zur aktuellen Weinkönigin angedacht worden zu sein.

Was macht den Kippenheimer Wein so besonders?

Erst mal seine tollen optimalen Haselstauden-Hanglagen mit vielen Sonnenstunden. Das merkt man allen Sorten an, egal ob dem hauptsächlich angebauten Müller-Thurgau und Spätburgunder oder auch weiteren wie etwa dem Grauburgunder. Ich bin sehr froh, dass es dort immer noch einige Kleinwinzer gibt – doch die werden leider immer weniger.

Und welchen Wein trinken Sie besonders gern?

Ich selbst stehe im Geschmack eher auf lieblichere Weine, insbesondere schöne fruchtige Muskateller. Aber auch einem "gewöhnlichen" Müller-Thurgau bin ich nicht abgeneigt – Hauptsache nicht allzu trocken. Das ist halt eine Geschmacksfrage.

Und was gibt es über Sie selbst privat zu wissen?

Ich bin Industriekauffrau und fühle mich bei meinem örtlichen Arbeitgeber (Neugart) sehr wohl und beruflich total zufrieden. Ansonsten: In meiner Freizeit spiele ich Klavier, koche ebenso gerne wie ich Ski fahre. Das ist vielleicht in der Hobby-Kombination nicht ganz üblich, aber ich mag das halt besonders. Ansonsten: Ich treffe gerne Leute zum ganz normalen Unterhalten. Das will ich nun auch als Weinkönigin gezielt fortsetzen.

Was kommt nun künftig als Weinkönigin auf Sie zu?

Ich will meinem Amt gerecht werden, nachdem ich nun mal aus vollem Herzen und Überzeugung Ja gesagt habe. Bislang ist mein Terminkalender leider noch recht überschaubar. Es gibt etwa Auftritte bei einem MGV-Konzert im elsässischen Plobsheim oder später zu Weihnachten. Doch ich bin gerne bereit, meine Zeit und meine volle Kraft künftig als Repräsentantin des ausgezeichneten Kippenheimer Weins zu investieren, ob bei Vereinsereignissen oder sonstigen Gelegenheiten. Ich weiß jetzt schon, dass mir dabei der MGV, aber auch viele weitere Kippenheimer Freunde zur Seite stehen werden. Deshalb habe ich absolut keine Angst davor und bin gerne bereit, viel Engagement in mein Amt als Weinkönigin hinein zu investieren.

Zum Amt der Kippenheimer Weinkönigin

Das Kippenheimer Weinfest gibt es seit 1950. Einst wurde es nur vom MGV veranstaltet – und es wurden dafür eine Weinkönigin und drei Weinprinzessinnen gewählt. Für deren Bekanntgabe gab es einst auch einen Extra-Krönungsabend eine Woche vor dem Weinfest. Inzwischen wird das Weinfest von sechs weiteren Vereinen veranstaltet: Schützenverein, Sportverein Kippenheim, Turnverein Kippenheim, Winzergenossenschaft, Musikverein und Narrenzunft Schelmewinkler. Aus ihren Reihen wird nun abwechselnd die Weinkönigin bestimmt und beim Weinfest gekrönt.