Bürgermeister Erik Weide war voll des Lobes für den Einsatz des DRK-Ortsvereins. Geehrt für langjährige Mitgliedschaft wurden (von links) Thorsten Morsch, Christian Drescher, Ricarda Ehret, Gebhard Fehrenbach und Irmgard Spitznagel. Foto: Bohnert-Seidel

Soziales: Aktive schenken dem Verein ihre Aufwandsentschädigungen

Friesenheim - Von allen Seiten gab es Lob für den DRK-Ortsverein Friesenheim bei seiner Hauptversammlung. Respekt und Dank wurde vor allem den Aktiven entgegengebracht, die ihre Entschädigungen für ihre ehrenamtlichen Einsätze dem Verein schenkten.

Der DRK-Ortsverein hat in den vergangenen zwei Jahren im Sinne seiner Mitmenschen Großartiges geleistet – das ist das Resümee, das alle Verantwortlichen bei der Hauptversammlung des Vereins ziehen. Voll des Lobes war Bürgermeister und Vorsitzender Erik Weide gegenüber der jungen Bereitschaftsleitung, die sich ab dem Januar 2020 neu finden musste, unter erschwerten Bedingungen neue Impulse gesetzt und alle Aufgaben sehr gut gemeistert habe.

2020 wurden insgesamt 600 Blutkonserven gesammelt

In der Pandemie fielen die Dienste bei Vereinsfesten weg. Die damit verbundenen fehlenden Einnahmen habe der Ortsverein über das freiwillige Ehrenamt bei den mobilen Impfzentren oder Corona-Testzentren kompensiert. 2.100 ehrenamtliche Stunden leisteten die Aktiven im vergangenen Jahr. Dass sie ihre Aufwandsentschädigungen voll und ganz dem Verein schenkten, sei außergewöhnlich und verdiene größtes Lob, stellte Torsten Morsch von der Bereitschaftsleitung fest.

Ewald Kopf, Rotkreuzbeauftragter im Kreisverband betonte: "Noch nie sind wir mit vergleichbaren Themen konfrontiert worden". Trotzdem habe das Team des DRK es geschafft, auf Sicht eine Struktur aufzubauen, die im Verband den größten Einsatz fahre. Überall seien die Drähte heiß gelaufen, alle im Ortsverein hätten an einem Strang gezogen. Einblicke in die vergangenen zwei Jahre schenkte Morsch. Von 35 Dienstabenden im Jahr 2019 habe der Ortsverein seine Aktivitäten in 2020 nahezu auf Null gefahren. Die Blutspendetermine wurden nur noch mit einem Drittel der Helfer besetzt. Dennoch habe der Blutspendedienst 2020 insgesamt 600 Blutkonserven gesammelt.

Dass die Ausstattung mit Verbandsmaterial jährlich mit knapp 1400 Euro zu Buche schlägt, kommentierte in Vertretung für die Feuerwehr Klaus Beiser mit den Worten: "Das ist so als wenn wir das Wasser bezahlen müssten, mit dem wir Brände löschen." Eine untrennbare und wichtige Zusammenarbeit stellte Carmen Silbermann zwischen DLRG und DRK fest. Über den Tellerrand hinaus schauend, erfahren auch andere Ortsvereine in der Region die Unterstützung aus Friesenheim.

Trotz der Pandemie gab es einen Zuwachs an Mitgliedern

Hohes Gut bleibt beim DRK die Ausbildung. Die Aktiven haben bei mehrtägigen Notarztkursen mitgewirkt. Die Ausbildung an den Defibrillatoren ist inzwischen umgesetzt. Ausgebildete Ersthelfer sollen sich in naher Zukunft über eine Helfer-App anmelden, um bei einem gemeldeten Herz-Kreislauf-Stillstand auf dem privaten Handy gerufen werden zu können. "Wir müssen mit dieser App die drei lebenswichtigen Minuten knacken zur Überbrückung des Rettungsdienstes", erklärte Kreisgeschäftsführer Joachim Hurst.

Auch er lobte den Ortsverein, der wie die meisten Ortsvereine in der Pandemie keine Mitglieder verloren, sondern vielmehr Mitglieder im Kreisverband Lahr gewonnen habe. Ein Dankeschön ging auch an Anja Reichert, die nach 13 Jahren ihr Amt als Schriftführerin niederlegte. Leonie Mettel ist ihre Nachfolgerin.

Ricarda Ehret und Alexander Dosch wurden für 15 Dienstjahre geehrt, eine Ehrung für 25 Dienstjahre ging an Christian Drescher. Bereits 35 Jahre im Dienst sind Irmgard Spitznagel und Torsten Morsch. Gebhard Fehrenbach erhielt für 40 Dienstjahre die Ehrennadel in Gold.

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