Dienstags und freitags soll der Bürgerbus zum Einsatz kommen. Für die Mitfahrer sollen keine Preise erhoben werden, auch in anderen Kommunen ist das Mitfahren kostenlos möglich. Foto: Symbolfoto: Kastl

Friesenheim - Der Wunsch vieler Bürger könnte schon bald in Erfüllung gehen: Der Gemeinderat Friesenheim wird in seiner nächsten Sitzung darüber entscheiden, ob ein Bürgerbus realisiert wird.

Vor vier Monaten, in einer Sitzung des Ortschaftsrats Oberschopfheim am 14. Juni, wurde intensiv über die Verwirklichung eines Bürgerbusses für den Ortsteil beraten. Dass der Bürgerbus eine gute Ergänzung zum Linienverkehr darstelle, wurde mit dem Gemeindeentwicklungskonzept und dem Verkehrskonzept begründet – in beiden gehe der Wunsch des Bürgerbusses hervor. Gemeinsam mit Stefanie Dörfler, Leiterin des Amtes für Straßenverkehr und ÖPNV beim Landratsamt Ortenaukreis, wurde ein Konzeptentwurf erstellt, heißt es in der Sitzungsunterlage für die nächste Ratssitzung.

Fahrplan: Das Konzept wurde bereits im Ortschaftsrat diskutiert. Ergänzend wurde die Errichtung von zwei weiteren Haltestellen gewünscht, sowohl in Friesenheim Höhe Volksbank/Sparkasse als auch beim Penny in Oberschopfheim. Weiterhin sollte im Plan mit aufgenommen werden, dass auch ein Zustieg vom NOZ nach Oberweier ermöglicht werden sollte (gegebenenfalls für weitere Bürger aus Friesenheim). Als mögliche Fahrtage schlug der Ortschaftsrat Dienstag und Freitag vor.

Fahrpreis: Bezüglich der Bezahlung der Fahrten hat sich der Ortschaftsrat Oberschopfheim einstimmig dafür ausgesprochen, keinen Fahrpreis zu erheben. Grundlage hierzu war auch, dass in anderen Kommunen wie in Efringen-Kirchen, Willstätt und auch Schwanau kein Fahrpreis verlangt werden.

Fahrzeug: Die DJK Oberschopfheim wäre bereit, ihren Bus für 0,39 Euro pro Kilometer zur Verfügung zu stellen. Im Konzeptentwurf wurde mit 0,30 Euro pro Kilometer kalkuliert.

Kosten: Die veranschlagten Kosten in Höhe von 10.000 Euro ergeben sich in Grundzügen aus dem Konzept und berechnen sich wie folgt: Die Personalkosten pro Jahr ergeben in der Summe 6.500 Euro, bei den Fahrzeugkosten pro Jahr wird mit rund 1.622 Euro gerechnet. Auch sonstige Kosten, wie Werbemaßnahmen, wurden eingeplant und stehen mit rund 2.000 bis 5.000 Euro im Konzept.

Zuschuss: Der Landkreis fördert den Bürgerbus bei Genehmigung mit 50 Prozent der ungedeckten Kosten. Entscheidet die Gemeinde, das Angebot kostenlos anzubieten, so wäre bei der Berechnung der förderfähigen ungedeckten Kosten mindestens das Einzelticket des TGO-Tarifs in Höhe von 2,50 Euro ab August 2021 gegenzurechnen, heißt es in der Sitzungsvorlage. Ein Zuschuss des Landes von 50 Prozent würde für Friesenheim dann 3.700 Euro bedeuten.

Evaluation: Ein Jahr nach der Einführung des Bürgerbusses soll es eine Evaluation geben, ob das Angebot auch wirklich gut angenommen wird. Die zwei befristeten Teilzeitstellen mit jeweils drei Wochenstunden für den Fahrdienst des Bürgerbusses sollen aus diesem Grund auf ein Jahr befristet werden.

Frist des Förderantrags: Da bereits bis zum 1. Oktober ein Formantrag zur Förderung des Bürgerbusses an das Landratsamt für das Jahr 2022 gestellt werden müsse, ist bis dahin auch ein Beschluss des Gemeinderates erforderlich. n Finanzierung: Für das Haushaltsjahr 2022 werden Mittel in Höhe von 10.000 Euro für den Bürgerbus eingeplant. Diese teilen sich auf die Sachkosten, Personalkosten, Fahrzeuge und Kostenerstattung auf.

Der Gemeinderat Friesenheim wird am Montag, 13. September, ab 19 Uhr im Bürgersaal des Rathauses II in Friesenheim unter anderem über die Einführung des Bürgerbusses entscheiden. Ein weiteres Thema wird die Einrichtung eines Gemeindevollzugsdienstes sein.