Andreas Rehwinkel hat vor seinem Grundstück in der in Meißenheim in der Hirtenstraße ein Plakat aufgehängt. Er ist der Meinung, das Tragen der Maske sei ungesund. Foto: Bohnert-Seidel

Corona: Bürger aus Oberschopfheim und Meißenheim hängen Plakate auf / Altgemeinderat geht dagegen vor

Friesenheim/Ried - Der Frust um die sich immer wieder verändernden Regelungen hinsichtlich der Corona-Bekämpfung wird bei den Bürgern immer größer. Auch in Meißenheim und Oberschopfheim machen Menschen ihrem Ärger Luft.

In Oberschopfheim auf einer Streuobstwiese stehen nun zwei Schilder. Wer sie angebracht hat, geht daraus erst einmal nicht hervor. Dass zur Aussage niemand steht, damit auch eine aktive Auseinandersetzung stattfinden könnte, hält Alois Niecholat für nicht hinnehmbar.

Hängt ein Plakat am eigenen Hoftor, an der Tür oder selbst am Haus, lasse sich mit dem Absender der Botschaft direkt in Diskussion treten – so wie beispielsweise in Meißenheim in der Hirtenstraße. Dort fordert Andreas Rehwinkel: "Ab hier gilt die Maskenabsetzpflicht.

Es wird darum gebeten, das eigene Hirn zu benutzen." Hier lasse sich zumindest mit dem Urheber in Kontakt treten. "Ich bin kein Querdenker, sondern ein selbstständig denkender Mensch, der seinen gesunden Menschenverstand einsetzt", sagt er gegenüber der Lahrer Zeitung.

"Das Tragen einer Maske ist weder gesund noch natürlich, es reicht die notwendige Distanz", ist er sich sicher. Als Unternehmer habe er zudem Angst um die Zukunft des Landes und verlangt von der Politik nachvollziehbare Lösungsansätze.

Als "Polemik, die einfach nur am Straßenrand steht und 20 .000 Menschen täglich mehr oder minder beeinflusst", bezeichnet Altgemeinderat Niecholat hingegen die Schilder an der Bundesstraße. In einer demokratischen Gesellschaft sei das nicht tragbar. Mittlerweile stehe der Polizeihauptkommissar im Ruhestand im direkten Kontakt mit dem Regierungspräsidium Freiburg.

Die Lahrer Zeitung hat die Eigentümer der Wiese und Urheber der Aussage ausfindig gemacht. Andreas und Dieter Oschwald erklären: "Wer sich daran stört, soll wegschauen." Weiter erklärt Dieter Oschwald: "Ich halte die Corona-Maßnahmen für unverhältnismäßig.

 Die Therapie darf nie schlimmer sein, als die eigentliche Krankheit. Alles geht den Bach runter." Zusammengestellt sind die beiden Wände aus alten Dielenbrettern. Platziert stehen die Plakate sowohl in südlicher als auch nördlicher Richtung auf der Ostseite der Bundesstraße 3.

Eine Genehmigung für das Aufstellen der Schilder haben sich die beiden nicht eingeholt. Der Altgemeinderat stört sich an der Tatsache, "dass Menschen einfach so mitten in die Landschaft, ihre Meinung zur aktuellen Lage aufstellen können. Jeder Unternehmer benötigt eine entsprechende Genehmigung von den Ämtern", sagt der Oberweierer.

Angelegenheit wird vor sich her geschoben

Die Angelegenheit wird derzeit eher vor sich her geschoben: Beim Landratsamt ist über die Pressestelle zu erfahren: "Die Gemeinde Friesenheim ist baurechtlich zuständig." Nachfragen der LZ bei der Gemeinde haben dann ergeben: "Die Baurechtsbehörde sieht hier keinen Handlungsbedarf.

Das Verfahren liegt derzeit bei den übergeordneten Behörden." Die übergeordnete Behörde in der Angelegenheit ist das Regierungspräsidium Freiburg. Niecholat hat die Bestätigung von der Behörde: "Nach Ostern wird es nochmals eine Vor-Ort-Besichtigung geben."

Niecholat ist verärgert: "Es kann nicht sein, dass einfach jemand über mehrere Wochen Plakate in die Landschaft stellen kann, ohne, dass etwas geschieht. Es geht nicht darum etwas zu verbieten, sondern die Verbreitung von unsäglichem Mist zu verhindern", so Niecholat.

Zur Plakatierung an Straßen sagt das Serviceportal des Landes Baden-Württemberg: "Wer Plakate im öffentlichen Straßenraum anbringen möchte, braucht in der Regel eine Genehmigung (Sondernutzungserlaubnis)."

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