Die FDP-Gemeinderatsfraktion hatte wenig Glück mit ihrem Antrag auf Verbot des Radfahrens in der Geschäftsstraße entgegen der Einbahnstraße. Dies ist zwar immer wieder Thema im Gemeinderat, doch will im Moment noch keiner so richtig entscheiden, erst soll der Irma-Neubau fertig sein.
Bad Dürrheim - In der Friedrichstraße, in dem Bereich, in dem sich die meisten Geschäfte befinden und der als Einbahnstraße ausgewiesen ist, dürfen sich die Radfahrer bekanntlich gegen den Verkehr, sozusagen als Geister-Radfahrer, fortbewegen. Das führte immer wieder zu gefährlichen Situationen, und mit dem Aufkommen der E-Bikes verstärkte sich dies teilweise. Die FDP wollte dem nun einen Riegel vorschieben und die Radfahrer über die Salz- und Hofstraße umleiten – doch das wurde abgelehnt und es gab einen Kompromissvorschlag der Stadt.
Bachelorarbeit zu dem Thema
Die Radfahrer waren auch Gegenstand der Bachelorarbeit von Moritz Nann seinerzeit, und das Thema wurde im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss im Januar 2017 diskutiert. Damals beschloss man das Radfahren entgegen der Autofahrrichtung beizubehalten. Jedoch stand auch gerade die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer im Vordergrund. Auch mehrere Radfahr- und Verkehrsverbände plädieren für diese Praxis unter der genannten Voraussetzung. Die Unfallstatistik der Friedrichstraße seit 2010 weist vier Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern auf, von denen lediglich einer auf die Fahrpraxis zurückgeführt werden kann.
In der Argumentation für ihren Antrag sah Fraktionssprecherin Andrea Kanold die besondere Situation, dass sich viele Fußgänger unsicher fühlen und die Hofstraße kein großer Umweg darstelle. Fraktionskollege Jürgen Rebholz berichtete aus der Praxis, dass er schon öfters von E-Bike-Fahrern überholt wurde.
LBU fordert Radkonzept
LBU-Fraktionssprecher Wolfgang Kaiser nahm diese Diskussion seinerseits zum Anlass, dass Bad Dürrheime eine grundsätzliche Radkonzeption benötigt. Die Fraktion hatte kürzlich an anderer Stelle in Bad Dürrheim den Ausbau des Radwegenetzes gefordert und scheiterte ebenfalls.
Die Stadt plädiert für eine Förderung des Radfahrens, wozu auch diese Verkehrspraxis gehöre, desweiteren ist dieser teil der Friedrichstraße als Aufenthaltsfläche für alle Verkehrsteilnehmer im Schrittverkehr konzipiert und Gebaut – was somit auch die Radfahrer einschließt. Aus diesem Grund lautete der Beschlussvorschlag das Radfahren auf diesem Streckenabschnitt entgegengesetzt zuzulassen und vor der Umgestaltung der Bahnhofstraße soll über das Thema nochmals diskutiert werden. Desweiteren will die Verwaltung verstärkt Geschwindigkeitskontrollen in diesem Bereich durchführen.