Der Busverkehr wird wegen der Friedrichsplatzbaustelle komplett umgekrempelt. Was das für Fahrgäste, Schüler und die Anwohner des neuen Verkehrsknoten bedeutet, lesen Sie hier.
Die Sperrung der Achse Friedrichsplatz – Kriegsdamm am Montag, 9. März, hat für den städtischen Busverkehr weitreichende Konsequenzen. Kaum eineinhalb Jahre nach der Einführung des neuen integralen Busfahrplans, gilt nun für zwei Jahre wieder ein neuer Takt. Dreh und Angelpunkt werden dabei die Schramberger Straße und der Kreisverkehr an der Heimburger Tankstelle sein. Ist da das Bus-Chaos vorprogrammiert?
Wir haben uns den neuen Fahrplan angeschaut. Neue Zeiten, neue Haltestellen und ein neuer zentraler Umsteigepunkt am Heimburger Kreisel sind die Maschen, aus denen der für eineinhalb Jahre gültige Ersatz-Fahrplan gestrickt ist.
Druck in der Schramberger Straße steigt Die Buslinien werden komplett vom Friedrichsplatz als bisherigen zentralen Umsteigepunkt in den Waldtorort verlagert. Wie gut das funktionieren wird, muss sich zeigen. Denn bereits jetzt herrscht in der Schramberger Straße ein großer Parkdruck. Anwohner müssen mehrere Runden drehen, um eine Parklücke zu finden, weil in ihrer Wohnstraße nicht erst seit der neuen Parkraumbewirtschaftung gerne geparkt wird. Sie halten dann in zweiter Reihe, um etwa Einkäufe in ihre Wohnungen zu bringen. Hinzu komme der Parksuchverkehr.
So jedenfalls beschreiben Anwohner die Lage. Dementsprechend kritisch sieht man es, dass die Schramberger Straße künftig so etwas wie die Hauptschlagader des Rottweiler Stadtbusverkehrs sein wird.
Zusätzliche Haltestellen Um den Ablauf zu gewährleisten, wurden zusätzliche Haltestellen eingerichtet, wie die Stadt auf ihrer Homepage informiert. So in der Kaiserstraße vor dem neuen Parkhaus Stadtmitte Süd und in der Oberndorfer Straße am Spital. Die nächstgelegene Haltestelle in der historischen Innenstadt wird im Waldtorort oberhalb des Schwarzen Tores sein.
Eine besondere Bedeutung erhält der Heimburger-Kreisel. Er fungiert als Ersatz-ZUP, weshalb es dort nun drei weitere Haltestellen gibt. Steig I – so heißt der Umsteigepunkt im Fahrplan – ist in etwa vor der Hausnummer 52 in Fahrtrichtung Zimmern. Steig II befindet sich gegenüber der Tankstelle und Steig III an der bisherigen Haltestelle in der Marxstraße.
Tempo 30 in der Tannstraße „Die Tragweite der Sperrung ist uns gerade, weil sie über eine langen Zeitraum geht, sehr bewusst“, sagt Horst Bisinger, der Mobilitätsbeauftragte der Stadt. Man habe deshalb im Vorfeld ein Fachbüro für Verkehrsplanung hinzugezogen. Dieses habe „die Szenarien“ berechnet, um die „Auswirkungen auf die besonders relevanten Straßenzüge und Kreuzungen einschätzen zu können“, so Bisinger.
Das Fazit: Es wird deutlich mehr Verkehr auf den Ausweichrouten – wie der Tannstraße – erwartet. Doch sei dieser „gemäß den Richtlinien noch funktional abwickelbar“.
Maßnahmen seien dennoch ergriffen worden. In der Tannstraße gilt Tempo 30, in der Flöttlinstorstraße dürfen Fahrräder nicht mehr entgegen der Einbahnstraße fahren. Und: Im Waldtorort wird die Entwicklung der Verkehrszahlen genau beobachtet, so Bisinger. Es seien bereits Rückmeldungen von Anwohnern aus der Schramberger Straße, die die zusätzliche Verkehrsbelastung thematisieren, eingegangen.
Drehkreuz Heimburger Kreisel Besonders in den Fokus rückt der Heimburger Kreisel. „Am Kreisverkehr Schramberger Straße kommen fast alle Linien vorbei. Verbunden mit den vorhandenen Haltestellen ergeben sich hier die besten Umstiegsbeziehungen“, betont Bisinger. Dass die drei Haltestellen am Kreisel negative Auswirkungen auf den Verkehrsfluss haben, glaubt Bisinger nicht, da die Busse in Haltebuchten stehen.
Indes ist die Route über die Schramberger Straße alternativlos. „Im Gegensatz zu anderen Städten gibt es in Rottweil keine andere stadtnahe Umfahrung, außer über die Tannstraße“, sagt Bisinger. Für den Busverkehr sei diese aber zu weit entfernt, weil innenstadtnahe Haltestellen dann nicht bedient werden könnten.
Schülerverkehr nur geringfügig betroffen Was die Schülerbeförderung betrifft, räumt der Mobilitätsexperte einige Befürchtungen aus der Welt: Zwar komme es durch angepasste Routen der Busse zu Änderungen bei den Haltestellen und Zeiten – außerhalb und an den Schulen seien diese Änderungen aber geringfügig.
Zudem seien die Rottweiler Schulen und damit auch die Eltern über die Änderungen informiert worden.
Nun heißt es abwarten, ob sich die Verkehrslage an die Berechnungen der Experten hält. Der erste Bus jedenfalls wird erst wieder über den Friedrichsplatz rollen können, wenn dieser fertiggestellt und abgenommen ist, erklärt Bisinger. Im Herbst 2027 soll das spätestens der Fall sein.
Info
Ersatzfahrpläne gibt es zum Download auf der Landesgartenschau-Homepage (www.rw2028.de/bus-und-zugverbindungen/) und Infos auf der Stadtbus-Homepage unter News. Und der Verkehrsverbund Move informiert auf seiner Homepage ebenfalls.