Der Vorschlag hatte für Wirbel gesorgt: Der Friedrichsplatz in Rottweil soll, so der Antrag von SPD+FFR, in „Rindermarkt“ umbenannt werden. Jetzt gibt’s eine neue Idee.
Wie soll er denn nun künftig heißen, der Friedrichsplatz im Herzen Rottweils, der ab Montag gesperrt ist und nach zwei Jahren Bauzeit in neuem Glanz erstrahlen soll?
Dass er bis jetzt nach einem „Despoten“ benannt ist, nämlich Herzog Friedrich II von Württemberg, passt für die Fraktion SPD+FFR so gar nicht, weshalb sie beantragt hatte, den Platz in den früheren Namen „Rindermarkt“ umzubenennen. Jetzt war der Antrag Thema in der Ausschusssitzung.
Und Jürgen Mehl ordnete das Ansinnen seiner Fraktion nicht nur ein, sondern zog einen neuen Vorschlag aus dem Hut. Der „Rindermarkt“-Vorschlag sei auf „unterschiedliche Reaktionen“ gestoßen, rekapitulierte er – in der öffentlichen Wahrnehmung zumindest gab es überwiegend Ablehnung und einiges an Spott, verbunden mit der Frage, ob die Fraktion keine anderen Probleme habe.
Narren womöglich orientierungslos?
Mehl blieb dabei: Man sei in der ältesten Stadt Baden-Württembergs der Geschichte verpflichtet. Die Fraktion sehe aber auch die Nachteile, die ein „Rindermarkt“ mit sich bringe, räumte er ein: vom bürokratischen Aufwand über mangelnde Akzeptanz bis zur möglichen „Orientierungslosigkeit“ in der Stadt – womöglich sogar für die Narren.
Er deutete den Rückzug vom ursprünglichen Antrag an – dafür habe man einen „praktikableren Vorschlag“ zu bieten: die Umwidmung von einem Friedrich auf einen anderen, und zwar vom württembergischen Herzog Friedrich auf den Kaiser Friedrich II aus dem Hause der Staufer. Der hat nicht weniger als die Gründung der neuen Stadt Rottweil initiiert und viel Gutes getan, wie Mehl betonte. Zweimal sei dieser selbst in Rottweil gewesen, 1214 und 1217 – alle Hintergründe habe man von einem Historiker noch einmal gegenprüfen lassen.
Salomonischer Vorschlag
Bei diesem Kompromissvorschlag kam Oberbürgermeister Christian Ruf glatt König Salomon in den Sinn, wie er schmunzelnd meinte. Er könne sich dieses Vorschlags erwärmen, so Ruf. Und auch am Ratstisch gab es rundum positive Signale. Jetzt können sich aber noch einmal alle Fraktionen tief in die Historie begeben – beraten und beschlossen wird über den neuen Vorschlag dann erst in der Gemeinderatssitzung am 18. März.
Schon vor der Sperrung ist es ruhiger
Jetzt steht am Friedrichsplatz erst einmal die Sperrung ab Montag, 9. März, im Vordergrund. Die – noch durchgestrichenen – Schilder stehen bereits an allen Stadteingängen. Dies könnte ein Grund sein, warum es am Friedrichsplatz verkehrsmäßig jetzt schon viel ruhiger zu geht. Viele Autofahrer scheinen der Sache nicht zu trauen.