Alle 14 Tage fährt eine Ehepaar aus Leonberg auf den Waldfriedhof nach Altensteig, um das Grab eines Angehörigen zu pflegen. Foto: Köncke

Nach Todesfällen sind die Hinterbliebenen auch mit der Frage nach der Art der Bestattung konfrontiert. Hat der Verstorbene eine Nachricht hinterlassen, wie er beerdigt werden möchte? In einem Sarg oder nach der Verbrennung in einer Urne? Auf einem Friedhof oder im Friedwald? In der Friedhofskultur vollzieht sich ein Wandel, wie aus der Statistik der Bestattungen auf dem 58 529 Quadratmeter großen Areal in Altensteig hervorgeht.

Altensteig - Im vergangenen Jahr wurden in der Kernstadt nur noch 14 von 55 Verstorbenen traditionell beerdigt, 41 wollten verbrannt und in einer Urne beigesetzt werden.

In den Stadtteilen ist der Trend noch nicht so ausgeprägt. Es gab 60 Urnenbeisetzungen und 49 Erdbestattungen, wobei die Nachfrage nach pflegefreien Rasengräbern besonders in Walddorf zugenommen habe, heißt es in einer Mitteilung der zuständigen Stelle im Rathaus.

Auf dem Altensteiger Waldfriedhof werden verschiedene Urnengrabarten angeboten. Auch bei den anonymen Bestattungen wissen die Angehörigen Bescheid. Auf dem Vorplatz des Urnenfeldes hat die Stadt Sandsteinstelen errichtet, auf denen man den Namen anbringen kann.

Die Ruhezeit beträgt auf dem Waldfriedhof 25 Jahre und bei den Aschen 15 Jahre. Die Liegezeit könne bei Wahlgräbern bis 35 Jahre verlängert werden, heißt es auf Nachfrage bei Jutta Schuler, die bei der Stadt für Friedhofsangelegenheiten zuständig ist.

"In Deutschland herrscht Friedhofspflicht"

Darf man bei Feuerbestattungen die Urne mit nach Hause nehmen? Das sei nicht erlaubt. "In Deutschland herrscht Friedhofspflicht." Bei der Erdbestattung müsse das Grab der Würde des Ortes entsprechend hergerichtet und dauerhaft gepflegt werden.

Wem das aus gesundheitlichen Gründen oder wegen Wegzug nicht möglich ist, kann einer Gärtnerei den Auftrag erteilen. Pflegefreie Gräber werden auf dem Waldfriedhof durch den städtischen Betriebshof unterhalten und gepflegt.

Immer mehr Verstorbene haben den Wunsch, im Wald unter einem Baum beerdigt zu werden. Der nächstgelegene Friedwald befindet sich in Bad Teinach-Zavelstein. In Altensteig erübrigt sich das, weil viele der 1593 belegten Grabstellen unter Bäumen liegen.