Der Ortschaftsrat hat einstimmig den Bau einer dritten Urnenwand beschlossen.
Mit der Erweiterung des Friedhofs an der Kirchbergstraße im Jahr 2008 wurde eine erste Urnenwand mit 39 Nischen aufgestellt. Ein zweiter Urnenhof in derselben Bauart mit 30 Wandnischen wurde 2019 geschaffen. Davon sind aktuell noch zwölf Plätze frei, wie Alexander Mönch von der städtischen Tiefbauabteilung in der Sitzung des Ortschaftsrats berichtete.
Standorte besichtigt
Da pro Jahr mit vier bis fünf Bestattungen in dieser Form gerechnet werden könne, die Nutzungsrechte der ersten Urnenwand aber erst 2038 ausliefen, müsse über eine weitere Erweiterung nachgedacht werden. „Wie sich die Zahl der Bestattungen in Urnennischen bis dahin entwickelt, ist aufgrund der freien Grabwahl schwierig abzuschätzen. Ich gehe davon aus, dass es sogar eine vierte Urnenwand braucht“, schilderte Mönch.
Gemeinsam mit der Ortsverwaltung habe die Abteilung Tiefbau verschiedene Standorte besichtigt. Vorgeschlagen werde, eine dritte baugleiche Urnenwand mit 30 Plätzen an der westlichen Friedhofsseite zwischen den beiden bestehenden Urnenhöfen zu errichten. Sie soll ebenfalls eine Stahlabdeckung als Wetterschutz erhalten. Das habe sich bei den beiden vorhandenen Anlagen bewährt. Sowohl diese Arbeiten als auch die Herstellung der Fundamente sollen an ortsansässige Firmen vergeben werden, informierte der Tiefbau-Sachbearbeiter.
Freie Baumgräber?
Die Gesamtkosten lägen bei rund 60.000 Euro, im Haushalt seien 55.000 Euro eingestellt. Die fehlenden Mittel könnten aus dem Gesamtbudget des Friedhofs durch Einsparungen bei der Sanierung der Stützbauwerke des Talstadt-Friedhofs gedeckt werden. Über alternative Wandsysteme für Urnenbestattungen sei diskutiert worden. Allerdings sprächen gestalterische Gründe und höhere Kosten dagegen, weshalb diese Option verworfen worden sei, erläuterte Mönch.
Rätin Sabine Munz wollte wissen, wie viele Baumgräber noch frei seien und ob auch dort an eine Erweiterung gedacht werde. Laut Mönch sind pro Baum bis zu acht Bestattungsplätze möglich. Bei noch drei freien Bäumen stünden somit 24 Plätze zur Verfügung, weshalb es vorerst keine Erweiterung brauche.
Abstimmung
Martin Kieninger erkundigte sich, wie lange es dauern werde, bis die 30 neuen Urnennischen belegt seien. „Schätzungsweise bis zum Jahr 2034. Aber die Bestattungswünsche der Menschen können sich bis dahin ändern“, wollte sich Mönch nicht festlegen.
Einstimmig beschloss der Ortschaftsrat, eine weitere Urnenwand mit 30 Nischenplätzen auf dem Friedhof Waldmössingen am vorgeschlagenen Standort zu errichten.