Die Urnenwände auf dem Friedhof sind gut belegt. Viele Geislinger wünschen sich mehr pflegearme Bestattungsformen. Foto: Marschal

Der Gemeinderat Geislingen hat sich mit alternativen Bestattungsformen beschäftigt. Denn der Trend gehe zu einem naturnahen Begräbnis und mit so wenig Pflegeaufwand wie möglich für die Hinterbliebenen.

Grabstätten sind ein Thema, das in den vergangenen Jahren sehr individuell behandelt wird. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Geislinger Gemeinderats deutlich. „Viele Menschen wünschen sich verbunden mit der Natur ihre letzte Ruhe zu finden“, wie Bauamtsleiter Markus Buck erklärte. „Es sind die Senioren, die sagen, dass sie sich neue Grabformen wünschen“, berichtete Bürgermeister Oliver Schmid aus Begegnungen mit älteren Geislingern. Gleichzeitig möchten sie den Nachkommen mit der Grabpflege so wenig Aufwand wie möglich machen.

 

Daher war in der Sitzung Gartenarchitektin Irmgard Röcker vom Ingenieurbüro Freiraumplanung in Balingen zu Gast, die drei Varianten zur Gestaltung der freien Gräberfelder auf dem oberen Teil des Friedhofes in Geislingen vorgestellt hat. Diese waren zuvor im Ausschuss für Technik und Umwelt besprochen worden.

Variante „Fluss des Lebens“

Alle drei Varianten wurden diskutiert, einige Räte stellten Nachfragen zur konkreten Ausgestaltung. Der Entschluss fiel schließlich einstimmig für die Variante „Fluss des Lebens“. Diese sieht einen Trockenbach und einzelne Quellsteine vor. Den vorgeschlagenen See lehnten die Gemeinderäte ab, plädierten aber für einen Baum. Das Feld bietet Platz für 220 Urnen im Bett, 60 Rasenurnen und 32 Baumurnen.

Die Gesamtkosten summieren sich auf rund 210 000 Euro; ein einzelnes Urnengrab liege dann bei rund 673 Euro. Eine Urnenbestattung in der Wand, die seit einigen Jahren möglich ist, kostet pro Grab derzeit rund 1500 Euro.

Baumbestattungen nachgefragt

Als längerfristige Perspektive diskutierte der Gemeinderat die Möglichkeit von Baumbestattungen, die ebenfalls immer häufiger nachgefragt würden – einige Geislinger ließen sich nämlich im Friedwald in Hechingen bestatten.

Zunächst jedoch wird sich die Stadt Geislingen neben der Gestaltung des oberen Friedhofsteils auch auf das darunter liegende Grabfeld beschränken, das in Form von in Strahlenform angelegten Rasengräbern geplant ist. Kostenpunkt: rund 50 000 Euro.