Eine zweite Urnengräberteihe soll es nicht geben. Foto: Schwind

Nach dreijähriger Pause hatte es das Fischinger Sorgenkind, der Friedhof, mal wieder auf die Tagesordnung einer Ortschaftsratssitzung geschafft.

Auf die Missstände beim Friedhof hatten die Bürger bereits beim Ortsrundgang mit Bürgermeister Jens Keucher hingewiesen. Dabei wurde aber deutlich, dass dieses Projekt auf der Prioritätenliste der Stadt nicht weit oben zu stehen scheint.

 

Als Prioritäten wurden vielmehr die Bildungseinrichtungen und die Straßensanierungen in der Gesamtstadt Sulz genannt. Hoffnung auf baldige grundlegende Arbeiten am Fischinger Friedhof konnte auch der bei der Stadt Sulz für den sozialen Wohnungsbau und die Friedhöfe zuständige Jörg Haug – „Ich nehme es mal so mit“ – nicht machen.

Kaum lösbar

Bei der Besichtigung im Rahmen der Ortschaftsratssitzung sprachen die Räte dann die unbefriedigende Situation deutlich an. Das Problem sei, dass er man bei der Anlage nicht planiert habe und sich diese Jugendsünde bis heute durchziehe, meinte Ortsvorsteher Jürgen Huber. Aufgrund der verschieden langen Liegezeiten der Gräber lasse sich diese Situation auch kaum lösen.

Mitbürger Bruno Kaupp sprach von einer nicht vorhanden Vision des Friedhofes und regte an, die Gräber bei der Anlage auf denselben Nullpunkt zu beziehen. Dadurch ändere sich zwar die Schräglage nicht, die Gräber lägen aber auf dieser Basis einheitlich schräg und ohne die jetzt vorhandenen Mulden.

„Der Fischinger Friedhof ist ein Gottesacker, das Wort ’Acker’ fett geschrieben und doppelt unterstrichen. Es gibt keinen schlimmeren Friedhof in der Gesamtstadt“, äußerte Ratsmitglied Hubert Breisinger seinen Unmut. Er schlug vor, auf dem unteren Teil des Friedhofes Richtung Fischingen einen Baum zu pflanzen und Sitzgelegenheiten zu schaffen.

Jörg Haug und Volker Hartmann sehen sich die Situation an. Foto: Schwind

Ein Wunsch der Fischinger Bürger wäre eine Bepflasterung, zumindest bei den Hauptwegen, um sie auch mit Rollstuhl und Rollator nutzen zu können.

Bislang sei es aufgrund des Splittbetts kaum möglich, als Mensch, der nicht oder nur eingeschränkt gehen kann, an die gewünschten Gräber zu kommen. Die Urnengräber sind nur über ein paar Stufen zu erreichen und damit auch nicht barrierefrei.

Der steile Hang oberhalb der Kindergräber könne nur mit einem großen Arbeitsaufwand und viel Mäharbeit bewerkstelligt werden.

Schlechte Lösung

Die 2020 vom Ortschaftsrat festgelegte Erweiterung der Urnengräber in einer zweiten zusätzlichen Reihe erweise sich jetzt als schlechte Lösung, hieß es in der Ortschaftsratssitzung. Deshalb soll sie nach dem Vorschlag von Haug auf der Ebene neben dem jetzigen Hauptweg platziert werden.

In drei Grabreihen würden 30 Urnengräber Platz finden und vorerst den Bedarf für Fischingen abdecken, hieß es. Deshalb möchte Ortsvorsteher Huber das dringliche Thema „Erweiterung Urnengräber“ auf der Tagesordnung der nächsten Ortschaftsratssitzung platzieren.

Alles andere müsse über den städtischen Haushalt abgedeckt werden. Dort seien sie schon aufgeführt, aber zuletzt geschoben worden.