Der bisherige Eingangsbereich des Lackendorfer Friedhofs wird im Zuge der Umgestaltung in die süd-östliche Ecke der Begräbnisstätte verlegt. Der Dunninger Gemeinderat setzte jüngst Gestaltungsdetails fest. Foto: Weisser

Bei der Umgestaltung seiner drei Friedhöfe setzt die Gemeinde Dunningen auf eine Kombination der Werkstoffe Holz (Stelen) und Stahl (Einfassungen) – so wie es jüngst der Lackendorfer Ortschaftsrat für die örtliche Begräbnisstätte beschlossen hat.

Die mittelfristig geplante Neugestaltung der Grabstätten in Dunningen und Seedorf soll sich an das Lackendorfer Modell anlehnen, diesbezüglich waren sich Gemeinderat und Verwaltung einig. „Es wäre schön, wenn wir ein Stück weit Einheitlichkeit erreichen würden“, warb Bürgermeister Peter Schumacher für eine gemeinsame und vereinfachende Lösung. Das Gremium in Lackendorf habe nun mal „den ersten Aufschlag gemacht“.

 

Volker Haag berichtete als stellvertretender Ortsvorsteher aus der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats. Ortsvorsteher Andreas Kramer war aus beruflichen Gründen entschuldigt. Bei den Bürgern sei der Aspekt einer einfachen Grabpflege im Mittelpunkt gestanden. Die Zuhörer hätten sich insbesondere für die Rasen- und Baumgräber interessiert. Bei der Innengestaltung habe das Gremium die „freundlichere Holzoptik“ bevorzugt. Metall komme auf dem Friedhof schon reichlich vor, meinte Haag. Betonsockel seien indessen kein Thema gewesen.

Planerin Iris Grimm vom Rottweiler Büro arbol Landschaftsarchitektur ging kurz auf die gewünschten Gestaltungsvorschläge ein.

Der Eingangsbereich

Das Tor am bisherigen Platz entfällt künftig. Der Eingangsbereich wird in den süd-östlichen Eckbereich verlagert. Der Ortschaftsrat hatte sich für ein zweiflügliges Stahltor mit durchgesteckten Rundstäben entschieden. Die sich daran anschließende Mauer schmückt ein Kreuz aus Eichenholzdielen. Danach kommt die Eingangstüre für die Fußgänger in derselben Ausführung. Die Mauerabdeckung besteht ebenfalls aus Flachstahl.

Die Familiengräber

Auf quadratischen Flächen mit den Maßen 1,8 mal 1,8 Meter werden jeweils vier Familienurnengräber angelegt. Ein Stahlrahmen mit Mähkante fasst das Quadrat ein. In der Mitte steht ein rechteckiger Eichenholzbalken – oben geschützt durch eine Stahlabdeckplatte. Am gebürsteten Holzpfosten werden die Namensschilder aus Edelstahl angebracht. Die Familiengrabstätten enthalten jeweils drei Urnenplätze.

Warum nur drei, wollte Ratsmitglied Wolfgang Mauch wissen. Falls der Bedarf für mehr Grabstellen vorhanden sei, könne man das Feld jederzeit auch auf vier ausdehnen, erklärte Bauamtsleiterin Karola Heinz. Mit diesem System sei man flexibel, ergänzte die Planerin. Dem stimmte Schumacher zu. „Wir wissen nicht, wie sich die Bestattungen weiterentwickeln. Flexibilität ist auf dem Friedhof deshalb sehr wichtig.“ Er erinnerte daran, dass sich die Ruhezeiten aufgrund der Verwendung von Grabkammern bei Sarggräbern auf 15 Jahre reduzierten.

Die Baumgräber

Für Baumgräber ist vorgesehen, zwei Eichenholzdielen in verschieden Längen so anzuordnen, dass eine Kreuzform entsteht. Die Namensschilder werden an die Dielen geheftet. In unmittelbarer Nähe will man eine kleinere befestigte Fläche für Grabschmuck anlegen.

Für Gemeinderat Rainer Pfaller ist die vom Ortschaftsrat beschlossene Variante „schlüssig und akzeptabel“. Weitere positive Rückmeldungen kamen von Inge Erath („Holz ist freundlicher“), Andreas Wilbs („Holz finde ich gut“) und Simone Spengler („eine schlichte und elegante Lösung“). Letztere erkundigte sich nach der Haltbarkeit der Holzbalken. Laut Grimm („Eiche ist das härteste Holz“) werde man die Pfosten nach 15 Jahren vermutlich austauschen müssen. Eine Stele in Stahlausführung sei bei der Anschaffung wesentlich teurer, machte die Planerin geltend. Für den Mehrbetrag könne man den Holzbalken mehrmals auswechseln. Wolfgang Gerst überzeugte diese Aussage jedoch nicht. Er hätte sich für einen Vergleich der beiden Optionen exakte Zahlen gewünscht. Gerst stimmte als einziger gegen den Beschlussvorschlag. Die Kosten für die Einfassungen der Familiengräber müssten die Graberwerber tragen, wurde Wolfgang Mauch auf Nachfrage erklärt.

Die Arbeiten sollen nach der Fasnet beginnen. Bis zum Sommer, so hofft Grimm, soll der erste Bauabschnitt fertig sein.