Die Familien Bogdan und Holub, von links, sind gebürtige Ukrainer. Foto: Gegenheimer

Auf dem Feldrennacher Markplatz haben sich am Montagabend einige Menschen zusammengefunden, um für den Frieden in der Ukraine zu beten.

Straubenhardt-Feldrennacher - "Wir ziehen in den Frieden", frei nach Udo Lindenberg, das stellten am frühen Montagabend Bürgerliche und Kirchengemeinden aus Straubenhardt auf die Beine. Ein Friedensgebet für die Ukraine auf dem Feldrennacher Marktplatz, publik gemacht über Mundpropaganda, WhatsApp, Instagram und Co., erst tags zuvor als Idee entwickelt von Bürgermeister Helge Viehweg und den Gemeindepfarrern.

Geschätzte 400 Menschen kamen aus allen Ortsteilen, lauschten unter gehisster Europaflagge dem Läuten der Glocken der Stephanskirche. Von Älteren, die als Kinder noch den letzten Krieg in Europa miterlebt hatten, bis zu Kindergartenkindern, die ehrfürchtig ihre Kerze im Glas, eine selbst gemalte Ukraineflagge oder ihre Laterne trugen. Alle einten ihre Wünsche für "Solidarität mit den Menschen in der Ukraine" und "dass es ganz schnell wieder Frieden gibt", aber auch Furcht "vor weiterer Eskalation" und "vor einem Atomkrieg".

"Wir kommen zusammen in Stille, Solidarität und Nächstenliebe", sagte der Bürgermeister, "wir können den Krieg nicht stoppen, aber Zeichen setzen." Pfarrer David Gerlach bekräftigte: "Wir stehen gemeinsam mit dem ukrainischen Volk, wir wollen diesen Krieg nicht." Zu Carmen Bracks Saxofonbegleitung sang der ganze Platz von Dietrich Bonhoeffers "Guten Mächten" und spürte tief drin Udo Lindenbergs "Wir sind schlafende Riesen. Aber jetzt stehen wir auf. Komm, wir ziehen in den Frieden…"

Unter den Friedensbetern war auch Familie Holub aus Conweiler mit Familie Bogdan, der Familie des Cousins, die erst vor wenigen Tagen aus der Ukraine angekommen sind. Sie sind Angehörige der ungarischen Minderheit dort. Familienvater Bogdan berichtet: "Als ich in der Ukraine geboren wurde, war das noch UdSSR. Ich habe außerdem die ungarische Staatsbürgerschaft. Ich spreche russisch, ungarisch, ukrainisch und deutsch."

In wechselnder Folge wollen die Straubenhardter Pfarrer an den kommenden Montagen das Friedensgebet fortführen. Infos erfolgen über die beschriebenen Kanäle.