Nachdem Paris und London grundsätzliche Bereitschaft zur Beteiligung an einer Friedenstruppe für die Ukraine signalisiert haben, üben aktuell Soldaten beider Länder nahe Reims. Foto: AFP/Sameer al-Doumy

Hatte Donald Trump nicht Frieden für die Ukraine innerhalb von 24 Stunden nach seinem Amtsantritt angekündigt? Tatsächlich ist die Lage total verfahren. Warum, schreibt StN-Chefredakteur Christoph Reisinger.

In Richtung Frieden stockt es vorn und hinten. Die anhaltenden russischen Angriffe auf die Ukraine und das geplatzte Treffen hochrangiger Vertreter des schwer geschundenen Landes und seiner wichtigsten Unterstützer in London lassen nur diesen niederschmetternden Schluss zu.

 

Wo steckt der Friedensbringer aus Washington?

Wo ist denn jetzt der großmäulige Friedensfürst Donald Trump, der vor wenigen Monaten noch angekündigt hat, Russlands verbrecherischen Angriffskrieg gegen die Ukraine innerhalb von 24 Stunden zu beenden? Diese Frage drängt sich auf, zumal es die kurzfristige Absage von US-Außenminister Marco Rubio war, die das Treffen in London torpediert hat. Doch für Häme ist die Lage viel zu ernst.

Die ist davon geprägt, dass Russlands Präsident Wladimir Putin, der diesen Krieg einseitig begonnen hat und im Handumdrehen beenden könnte, null Interesse an Frieden zeigt, dafür umso mehr an Beute. Die Lage ist auch gekennzeichnet von den Schwierigkeiten der Ukraine-Unterstützer, sich untereinander und mit der Ukraine auf ein akzeptables Angebot an Putin zu einigen.

Was, wenn Putin weiter zündelt?

Was denn sollte akzeptabel sein? Alles, was Putin bekommen würde – erst recht an Land und Leuten – belohnt seine Verbrechen. Außerdem könnten ausschließlich Sicherheitsgarantien Dritter für die Ukraine verhindern, dass Putin nach einem Abkommen weiter zündelt. Leider ist noch niemand in Sicht, der sie geben könnte – und wollte.