Freuen sich über die neue Frie-Card (von links): Matthias Geiger (Werbegemeinschaft Friesenheim), Michael Holzenthaler (Oberschopfheimer Geschäftsleute) und Mark Arnold (Werbegemeinschaft Friesenheim). Foto: Bohnert-Seidel

Die „Frie-Card“, das neue Bezahlsystem der Friesenheimer Werbegemeinschaft und Oberschopfheimer Unternehmer, geht noch in diesem Jahr an den Start. Dabei soll sie nicht nur als Gutschein dienen, sondern auch die lokale Wirtschaft ankurbeln.

Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht und auf das neue Gutscheinsystem der Werbegemeinschaft Friesenheim im Schulterschluss mit den Oberschopfheimer Geschäftsleuten kommt nach einem Jahr Arbeit der Deckel drauf: „Im Dezember wird noch auf jeden Fall das Gutscheinsystem in Umlauf gebracht“, erklärt Mark Arnold vom Vorstand der Werbegemeinschaft Friesenheim.

 

Abgewartet wurde die Förderzusage durch das Land Baden-Württemberg, dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus im unteren fünfstelligen Betrag, der schließlich die Mitglieder der Werbegemeinschaft Friesenheim als auch die Mitglieder der Oberschopfheimer Geschäftsleute ohne Kosten am neuen System teilhaben lässt. Auch Nichtmitglieder sind eingeladen, sich zu beteiligen, betont Arnold und ergänzt: „Schließlich geht es um den Standortfaktor Friesenheim und die Bündelung von Wirtschaftskraft für die Gesamtgemeinde mit ihren mehr als 14 000 Einwohnern.“

Gutscheinkarte ist das „Geschenk Nummer eins“

Am Mittwochabend stellte John Groß-Pietsch von Local Bon, dem Anbieter und Einrichter für das neue Gutscheinsystem, die Handhabung vor. In erster Linie sei das Gutscheinsystem ein „Hypethema“ nach wie vor. Noch immer sei der Gutschein das Geschenk „Nummer eins“ nicht nur unter dem Weihnachtsbaum. Überall in den Supermärkten hingen die Gutscheine mittlerweile als Kaufoption. Bislang fehle eine Gutscheinkarte für Friesenheim. Es gelte auch für die Gemeinde, von dem großen Kuchen der Gutscheine ein Stück abzuschneiden. Das alte System erweist sich als träge, einige Gutscheine in Papierform befänden sich in Schränken und werden nicht genutzt.

Groß-Pietsch sieht Chance für die lokale Wirtschaft

Groß-Pietsch rechnet vor: Pro Kopf ließen sich deutschlandweit 35 Euro über die Wirtschaftskraft der Gutscheinsysteme herunterbrechen. Bei 14 000 Einwohnern wäre das knapp eine halbe Million Euro für Friesenheim, die unter dem Christbaum liegen könnten. Aber auch Arbeitgeber könnten über das Gutscheinsystem sogenannte Sachbezugsleistungen an ihre Mitarbeiter weitergeben. Bei 6000 Arbeitnehmern in Friesenheims Gewerbe und Industriewelt wäre dies eine sehr wirkungsvolle wirtschaftliche Bündelung. „Wenn nur 200 Arbeitnehmer davon über ihren Arbeitgeber profitierten, lägen wir im weiteren sechsstelligen Bereich“, führt Groß-Pietsch aus. „Es braucht dringend diese regionale Lösung für den Wirtschaftsstandort Friesenheim“, betont Mark Arnold gegenüber unserer Redaktion.

Im Grunde sind zwei Karten die Lösung: Die klassische Gutscheinkarte sowie das Kundenkartenmodell mit Rabattsystem. Das Kundenkartenmodell lässt sich einer Scheckkarte gleich mit Rabattsammlung und einem bei Kunden sehr beliebten Prämienmodell nutzen. Wenn nur ein oder zwei Prozent pro Einkauf in den Geschäften gut geschrieben würden, stelle dies Kunden zufrieden. Einfache Handhabung sei über einen QR-Code möglich. Natürlich lasse sich das Gutscheinsystem auch ganz einfach über eine Wallet-App im Smartphone speichern. Die neuen Gutscheine lassen sich künftig auch im Online-Shop erwerben.

Alte Karten müssen bis Ende 2025 eingelöst werden

Darüber hinaus gibt es Gutscheine direkt als Arbeitgebermodell. Der Arbeitgeber kann einen Gutschein direkt für seinen Mitarbeiter aufladen und diesen persönlich ausgeben. So kann der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter regelmäßig einen steuerlichen Freibetrag über diesen Gutschein zukommen lassen. Und was passiert mit den alten Gutscheinen, die noch in Umlauf sind? Die müssen bis zum 31. Dezember 2025 eingelöst werden. „Wir wollen schauen, dass wir einen sauberen Abschluss hinbekommen“, so Mark Arnold. Auf jeden Fall werden diese ab sofort nicht mehr ausgegeben. Dasselbe gilt auch für die Oberschopfheimer Geschäftsleute.

Info – Die Initiatoren

Der Friesenheimer Werbegemeinschaft gehören aktuell 52 Unternehmen an und die Oberschopfheimer Geschäftsleute haben aktuell 50 Mitglieder.