Mit Kreide schreiben die Jugendlichen ihre Forderungen auf den Platz vor dem Riettor. Foto: Heinig

"Wir werden kämpfen, bis ihr handelt" – gemäß diesem Motto fanden sich am Freitagnachmittag nach zwei Jahren Zwangspause erstmals wieder rund 200 Menschen zum elften globalen Klimastreik "Friday for Future" (FFF) in der Mitte der Villinger Innenstadt ein.

Villingen-Schwenningen - Beileibe nicht nur junge Menschen waren dem Aufruf zur FFF-Demo gefolgt. Viele, die gekommen waren, darunter auch die "Omas gegen Rechts", zeigten sich indes enttäuscht von der vergleichsweise geringen Resonanz. Erinnerten sie sich doch an die diesbezüglich erfolgreichste Veranstaltung vor ziemlich genau drei Jahren, als 900 Teilnehmer gezählt wurden.

Doch von Seiten der Organisatoren waren überwiegend zufriedene Töne zu hören, zumal in diesen Tagen weltweit 850 Demos veranstaltet werden.

"Wir sind keine Experten"

Nach der Coronapause sei es jedoch schwer, die Menschen wieder auf die Straße zu bekommen, findet Amarin Lawton. Der angehende Kunststudent erwies sich auf der Mini-Bühne am Latschariplatz gekonnt als Satiriker, der offensiv mit den Schmäh- und sogar Hassreden im Netz gegen die "Schulschwänzer" umging. Er verlas sogar einige der Kommentare.

Einen der Vorwürfe an FFF, keine Lösungsvorschläge für die Klimakrise parat zu haben, sondern nur Forderungen zu stellen, entkräftete er mit dem Hinweis auf die Wissenschaft. "Wir sind keine Experten, aber es gibt seit Jahrzehnten Studien, die sagen, was getan werden muss – und das fordern wir ein".

Von der verkehrsregelnden Polizei begleitet, darunter auch Beamte auf klimafreundlichen Fahrrädern, bewegte sich der Zug der Demonstranten aus dem Oberen Tor hinaus auf den Benediktinerring bis zum Vorplatz der Volksbank. Dort wurde Kreide verteilt und die Teilnehmer darum gebeten, auf das Pflaster zu malen oder zu schreiben, was im Sinne des Klimas jetzt getan werden muss. Die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen erwiesen sich als versiert und ideenreich. Forderungen wie "Ausstieg aus der Kohle" und "Abschalten der Atomkraftwerke" waren zu lesen, Blumen und Bäume wurden gemalt, der Genuss von Bio-Lebensmitteln propagiert und darauf hingewiesen, dass es keinen "Planeten B" gäbe.

Drastisch: ein "Die-in"

"Was wollen wir? Klimaschutz! Wann wollen wir den? Jetzt!" skandierte der Zug, der sich anschließend über den Romäusring in Richtung Friedhof begab, um dort mit einem drastischen "Die-in" seinem Anliegen noch einmal Nachdruck zu verleihen.