Philippe Frickert und seine Partnerin Alexandra Andres in ihrem Lokal. Foto: Schwarz

Das „Frickert Kienberg“, vormals „Friedrichs am Kienberg“, wurde am Samstag nach mehrmonatiger Schließung wieder geöffnet. Neu ist nicht nur der Name, sondern fast alles.

Wer das beliebte Café auf dem Freudenstädter Kienberg in den vergangenen Wochen beim Spaziergang passierte, der sah vor allem Eines: Es wurde dort gewerkelt – und zwar dauernd und viel. Die Zeit bis zur offiziellen Eröffnung wurde am Ende trotzdem knapp.

 

Es hat aber bis auf ein paar Kleinigkeiten alles geklappt. Sogar das Soft-Opening Anfang Mai konnte in Teilen des Gastrobereiches stattfinden und war ein Erfolg. Der Grund dafür ist die außergewöhnlich schöne Lage des Lokals auf dem Freudenstädter Hausberg mit Blick auf die Stadt.

Zur Neugier auf das „neue“ Lokal trug aber sicherlich auch das neue Pächterpaar bei. Koch und Küchenchef Philippe Frickert (53) und seine Lebensgefährtin Alexandra Andres (48), die den Beruf der Restaurantfachfrau im renommierten Hotel Bareiss gelernt hat, sind keine Unbekannten in der Szene.

Kauf statt Pacht

Beide betreiben bereits die Firma „Aufgetischt“ und bieten das gesamte Spektrum vom Catering über einen Party- und Mietkoch-Service sowie Kochkurse an. Auch das Catering in der Hochzeits-und Eventlocation „Bärenschlössle“ läuft über sie.

Als es darum ging, das Lokal in neue Hände zu übergeben, war von Seiten der Stadt Freudenstadt als Eigentümerin zunächst an eine Verpachtung gedacht worden. Für Frickert kam das aufgrund der erforderlichen Sanierungs-und Renovierungsarbeiten aber nicht in Frage. „Ich habe der Stadt daraufhin angeboten, das Lokal zu kaufen“, sagt er. Beide Seiten wurden sich einig und im Dezember hat der Gemeinderat dann auch einstimmig den Zuschlag erteilt.

Großteil der Ausstattung ist neu

Seither wurde komplett renoviert. „Mit Ausnahme der roten Polster und der Theke ist eigentlich nichts mehr so wie vorher“, betont Frickert. Neu ist beispielsweise eine Steinwand hinten und die in bräunlichen Farben gehaltene Ausstattung. Sofort ins Auge fällt auch das große „Holzhaus“ im Lokal, das den Charakter eines Dorfplatzes vermitteln soll.

Mittels der Ausstattung wurde das gesamte Lokal in drei Themenbereiche unterteilt. Einmal der klassische Kaffee-und Kuchenbereich für gemütlich sitzende Kaffeetrinker, in dem neben den moderneren Sitzmöbeln künftig auch wieder die antiken Sitzmöbel vom Dachboden integriert werden sollen. Das Raumkonzept dafür ist in Vorbereitung.

Dann gibt es den klassischen Bistrot-Bereich mit schwebenden Bänken und Spezialbeleuchtung. Darüber hinaus wurde ein separierter Raum mit Riesentisch und extra integrierter Küche – hochmodern in Schwarz und Gold gehalten – integriert.

Größere Terrasse

Deutlich vergrößert und neu belegt wurde auch die Terrasse, die sich entlang des gesamten Gebäudes zieht. Zudem wurde ein Teil der Wand in eine Fensterfront umgewandelt. Im ehemaligen Raucherraum neben dem Eingang wird ein kleiner Shop mit lokalen Produkten eingerichtet.

Ein Durchbruch am Eingang zur Theke ermöglicht es den Gästen an der „Stehbar“ draußen, das Getränk schnell selbst zu ordern und gleich mitzunehmen. Ansonsten werden die Gäste aber bedient.

Eine neue PV-Anlage auf dem Dach produziert rund 70 Prozent der benötigten Energie des Lokals . In der komplett neu eingerichteten Küche kocht Frickert übrigens immer selbst und wird dabei auch von seinem Sohn Patrice (20) unterstützt. So gibt es zum Beispiel herzhaften Klassiker mit und ohne Fleisch wie selbst gemachte Maultaschen und Schnitzel, Salate und Flammkuchen.