Am kommenden Wochenende machen sich Nico Balik (links) und Maurice Mäder mit zwei weiteren Freunden in drei Fahrzeugen, vollgeladen mit Hilfsgütern, auf den Weg zur polnisch-ukrainischen Grenze. Foto: Balik  

Vier Freunde machen sich am kommenden Wochenende auf den Weg, um Hilfsgüter zur polnisch-ukrainischen Grenze zu bringen. Auf dem Rückweg nehmen sie Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine mit nach Deutschland.

Dornstetten - Alle vier stammen aus dem Landkreis Freudenstadt und kennen sich schon aus der Schulzeit in Dornstetten. Auch haben sie gemeinsam im Verein Fußball gespielt. Inzwischen wohnen nicht mehr alle von ihnen hier. Die Verbindung hat dennoch gehalten.

Freunde von Nico Balik hatten gleich nach Kriegsbeginn einen Transport in Richtung Ukraine organisiert. Von ihnen hat er sich wichtige Informationen darüber geholt, was für die Lieferung von Hilfsgütern dorthin zu beachten ist und an wen man sich wenden kann, um zu erfahren, was am dringendsten benötigt wird. Danach haben die vier Freunde eine Liste mit Hilfsgütern verfasst und diese dann online gestellt.

Zahlreiche Sachspenden und auch Geldspenden in Höhe von mehr als 1000 Euro sind daraufhin zusammengekommen. Von der Mäder Office GmbH in Dornstetten, der Firma Rodi Banken und Objekte in Durrweiler und vom Turnverein Stammheim bekamen sie drei Fahrzeuge – einen Sprinter und zwei Kleinbusse – zur Verfügung gestellt, um alles transportieren zu können. Auch Unterkünfte für ukrainische Flüchtlinge wurden ihnen angeboten – die meisten im Landkreis Freudenstadt, aber auch welche bei Salzburg und Hamburg.

Auf dem Rückweg bringen sie Flüchtlinge mit

"Wir fahren voraussichtlich an die polnische Grenze", sagt Nico Balik. Sicher sei das aber noch nicht. Vielleicht gehe es auch Richtung Slowenien. Das komme auf die aktuelle Situation an, über die die vier Freunde von ihrem Kontaktmann erst kurz vor der Abfahrt informiert werden.

Ein Teil der Hilfsgüter ist bereits in den Fahrzeugen verstaut. Doch noch ist Platz – für medizinische Produkte und Arzneimittel sowie Pflegeprodukte, Nahrung für Babys und Kleinkinder.

Nico Balik, Maurice Mäder und ihre zwei Freunde Simon Bachhäubl und Nicola Eberle haben sich für den Hilfstransport ein paar Tage frei genommen. Auf dem Rückweg werden sie Flüchtlinge mit nach Deutschland nehmen und sie auf die ihnen bereitgestellten Unterkünfte verteilen. Bisher ist dort Platz für 16 Erwachsene und Kinder. Die beiden hoffen, dass bis zu ihrer Abfahrt noch die eine oder andere Unterkunft dazu kommt.

Das kann abgegeben werden

Noch bis kommenden Mittwoch, 17 Uhr, können bei Maurice Mäder auf dem Gelände der Firma Mäder Office, Am Eichwald 9 in Dornstetten, folgende Hilfsgüter abgegeben werden: Verbandsmaterial, Wunddesinfektionsmittel, Erste-Hilfe-Sets, Schmerzmittel, Kohle- und Vitamintabletten, Arzneimittel gegen Durchfall, Traubenzucker, Beruhigungsmittel und Herzmittel, Antibiotika-Tabletten oder -ampullen, Hustensaft, Einwegspritzen, Hals- und Nasenspray, Asthma-Sprays und Insulin sowie Feuchttücher und Baby-Öl oder -Puder, Säuglingsmilch, Nahrungsmittel für Säuglinge und Kleinkinder und auch Handtücher und Badetücher. Die Hilfsgüter sollten am besten sortiert in durchsichtigen Boxen angeliefert werden.