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Freunde fürs Leben ersetzen die Familie

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Freunde fürs Leben ersetzen die Familie Quelle: Unbekannt

Hamburg - Freunde werden für die Deutschen immer mehr zum Familienersatz. Für 92 Prozent der Bevölkerung und für 95 Prozent der Singles gehören Freunde inzwischen zur "unverzichtbaren persönlichen Lebensqualität".

Vor acht Jahren waren Freunde nur 83 Prozent der Befragten so wichtig, ermittelte die BAT Stiftung für Zukunftsfragen in einer repräsentativen Vergleichsstudie der Jahre 2002 und 2010. Dabei wurden 2000 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt. "Freunde sind für viele inzwischen eine Art zweite Familie - für Familien eine lebenswichtige Ergänzung, für Alleinlebende aber ein echter Familienersatz", sagte der wissenschaftliche Leiter der Stiftung, Prof. Wolfgang Opaschowski, am Donnerstag.

Der demografische Wandel habe einen grundlegenden Einstellungswandel zur Folge. "Immer mehr Menschen wohnen und leben im Alter allein. Und weil sie kinder- und enkellos bleiben, sind sie zunehmend auf fremde Hilfe sowie persönliche Beziehungen und Kontakte angewiesen", betonte der Zukunftsforscher. In dieser Situation würden Freunde immer wichtiger fürs Leben. Die Berufs- und Arbeitsbeziehungen (2002: 74 Prozent - 2010: 72 Prozent) sowie die Religions- und Kirchenzugehörigkeit (2002: 31 Prozent - 2010: 24 Prozent) hätten dagegen an Bedeutung verloren.

"Die persönliche Zukunftsvorsorge wird in einer Gesellschaft des langen Lebens zu einer Generationsaufgabe ersten Ranges", erklärte Opaschowski. Neben der Sorge um die eigene Gesundheit und das Wohlergehen der Familie rücke die Pflege von Freundschaften ins Zentrum des Lebens. "Wahlverwandtschaften und Wahlfamilien erfahren eine Renaissance. Der demografische Wandel zwingt zum Umdenken", sagte der Wissenschaftler. Gleichzeitig betonte er, dass virtuelle Beziehungen echte Freundschaften nicht ersetzen könnten. Wichtig sei auch, generationsübergreifende Kontakte zu pflegen und nicht nur gleichaltrige Freunde zu haben.

(dpa)

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