Die Musiker überzeugten bei ihrem Auftritt voll und ganz. Foto: Gerhard Keck

Im Kurtheater versetzten Thomas Wacker und Thorsten Gary als Interpreten des legendären Duos Simon & Garfunkel ihr Publikum in nostalgisches Schwärmen. Speziell die bekannten Hits aus vergangenen Jahren animierten zum Mitsingen.

Nach Jahren betraten sie musikalisch wieder Freudenstädter Boden: Thomas Wacker als Interpret von Paul Simon und Thorsten Gary mit der Stimmlage von Art Garfunkel ziehen als Simon & Garfunkel-Tribute-Duo nach wie vor die Massen an. Ihre soeben begonnene Tournee, die sie quer durch Deutschland und ins benachbarte Ausland führt, ließ Wacker und Gary auch im Kurtheater Station machen. An die 500 Besucher aus der gesamten Region erwiesen den Erfolgsmusikern aus dem badischen Bühl die Ehre.

 

Ein Blick auf die Ränge ließ erkennen, dass die Pop- und Rockkompositionen aus den vergangenen Jahrzehnten keineswegs nur eine Sache jüngerer Jahrgänge sind. Im Gegenteil: Es hatte den Anschein, als ob die Silberlocken sogar die Mehrheit stellten. Jedenfalls gab das Publikum zu erkennen, dass es zumindest bei bestimmten Liedern textsicher war und gerne der Aufforderung von Thorsten Gary folgte, in den Refrain einzustimmen – beispielsweise bei „The Boxer“. Was Thorsten Gary schwärmen ließ: „Ihr singt so schön!“

Die Hitliste rauf und runter

Knapp zwei Stunden lang ging es die Simon & Garfunkel-Hitliste rauf und runter. Mehr als zwei Dutzend Titel inklusive zweier Zugaben erfüllten den Theatersaal.

Mit dem Pausensekt ließen sich die Stimmbänder der Gäste gut schmieren für den zweiten Konzertteil. Das Tribute-Duo, bereits seit 2011 auf der Erfolgsspur, tritt in verschiedenen Formationen auf, so auch mit klassischem Streichquartett, mit Band oder großem Orchester.

Mit Stimme und verstärkten Konzertgitarren schafften es Thomas Wacker und Thorsten Gary, die nahezu voll besetzten Ränge mit Klangbildern zu beschallen. Dabei kommt es den beiden gar nicht darauf an, die Originale haarklein zu kopieren. Sie arrangieren die Lieder zu einem guten Teil auf eigene Weise, ohne dass dabei die Vorlage auf irgendeine Weise leidet. Die obligatorischen Fingerpickings und Begleitakkorde, meisterlich vorgetragen, wiesen die Interpreten als Könner aus, die jederzeit auf der unverkennbaren Simon & Garfunkel-Welle zu reiten verstanden.

Duo beweist Klasse

Klasse bewiesen die beiden Künstler unter anderem mit der Interpretation von „El Condor Pasa“, wo es die Panflöten-Klänge in Gitarrensound umzumünzen galt. Zwischen Pop-Songs, sanften Balladen und englischen Folksongs fütterte das Duo sein Publikum immer wieder mit Anekdoten aus der Welt seiner musikalischen Vorbilder und fügte bei passender Gelegenheit Wissenswertes aus dem eigenen Leben ein. So ließ Gary wissen, dass „Thommy“ unlängst mit einem gebrochenen Fuß und einem verletzten Finger zu kämpfen hatte. Letzterer gestand gar ein, dass er sich mit einer bestimmten Komposition jahrelang gequält habe und noch immer nicht ganz zufrieden sei.

Für das Publikum gab es schließlich eine Neuigkeit: Unter dem Label „77 Seventy Seven“ produzieren Wacker und Gary eigene Musik. Etwa die Single „Follow Me“, die auch gleich als Bonbon im Repertoire mit ihrer eingängigen Melodie Aufmerksamkeit erregte. Knitz fügte Thorsten Gary an, die Gäste sollten mit ihren Empfehlungen dafür sorgen, dass das Lied zu einem Hit und die beiden Musiker dadurch „reich und berühmt“ würden.

Freudenstadt bot den beiden sympathischen Künstlern eine Bühne für Rock- und Popgeschichte der besten Art. Gerne sähe man sie im Kurtheater bald wieder.