Will mit bewährten Konzepten die Krankenhäuser im Landkreis auf Vordermann bringen: der neue Geschäftsführer Christian Roppelt. Foto: Heinzelmann Foto: Schwarzwälder-Bote

Neuer Geschäftsführer der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH will bewährte Konzepte umsetzen

u Christian Roppelt ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Von 1978 bis 1985 studierte er Humanmedizin in Erlangen. 1985 erlangte er seine Approbation als Arzt an der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München. Von 2001 bis 2003 studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Akademie für Krankenhausmanagement an der Universität Eichstätt mit dem Abschluss als Diplom-Krankenhausbetriebswirt. Sein beruflicher Werdegang begann 1985 mit der Tätigkeit als Sanitätsoffizier im Grundwehrdienst in Bayreuth. Von 1987 bis 1990 war Roppelt Assistenzarzt Anästhesie im Kreiskrankenhaus Kronach und anschließend im Klinikum Bayreuth. Von 1990 bis 2007 arbeitete er in der Frankenwaldklinik Kronach und war zuletzt als Leiter des Medizinmanagements auch Mitglied der Geschäftsführung. Vier Jahre lang war er Vorstand des Kommunalunternehmens Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach im bayerischen Regierungsbezirk Oberpfalz, bis er nach Freudenstadt wechselte. Auch berufspolitisch ist Roppelt aktiv – als Mitglied des Bundesvorstands des Interessenverbands kommunaler Krankenhäuser sowie als Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Case Management und der Deutschen Gesellschaft für Clinical Case Management.

Von Simone Heinzelmann Kreis Freudenstadt. Seit einem Monat ist Christian Roppelt nun Geschäftsführer der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH (KLF). Bereits zum 1. September ist er nach Freudenstadt gezogen. Aufgenommen fühlt er sich gut. Pläne hat er viele.Der 53-jährige Mediziner ist derzeit noch dabei, sich einzuarbeiten und sich überall vorzustellen. "Ich komme, wenn es dunkel ist, und gehe, wenn es dunkel ist", sagt er und lacht. Froh ist er, dass er "loyale, fachlich qualifizierte Mitarbeiter" um sich hat. "Es ist gut, wenn man eine gute Mannschaft vorfindet", so Roppelt. Momentan ist er noch alleine in Freudenstadt. Seine Frau, eine Produktentwicklerin im Tourismusbereich, kommt aus beruflichen Gründen erst im Januar nach – und wird dann auch im Kreis Freudenstadt tätig sein. Sein Sohn studiert Zahnmedizin in Mainz.

Der 53-Jährige hat sich viel vorgenommen. "Wir brauchen junge Ärzte", ist Roppelt überzeugt. "Der Ärztemangel ist auch in Freudenstadt und Horb nicht unerheblich." Medizinstudenten in den letzten Semestern will er mit Stipendien ans Haus binden. Die finanzielle Förderung erhalten die Studenten geschenkt, wenn sie sich verpflichten, als Assistenzärzte am Krankenhaus zu bleiben, so die simple Rechnung. Den Assistenzärzten soll außerdem eine organisierte Fort- und Weiterbildung in den eigenen Häusern geboten werden. Roppelt will zudem den Kontakt zu niedergelassenen Ärzten herstellen, um zu vermitteln, dass die Assistenzärzte ihre Praxisassistentenzeit in deren Praxen absolvieren können. So werde auch das Problem der Praxisnachfolge gelöst, und den jungen Ärzten sei eine Perspektive geboten. Und es sei wahrscheinlich, dass sie ihre Patienten wiederum ins Krankenhaus vor Ort schicken, meint Roppelt.

Einführen will der 53-Jährige außerdem ein so genanntes Medizin-Controlling. "Das gab’s nicht. Das ist für mich unverständlich." Roppelt geht es um Effektivität. Im Sachkostenbereich gibt es seiner Einschätzung nach noch deutliches Einsparpotenzial. Roppelt will mit Case-Managern arbeiten, die Fälle von der Aufnahme bis zur Entlassung begleiten, auf die Verweildauer achten und danach sehen, dass die richtigen – also nicht zu niedrigen – Fallpauschalen von den Kostenträgern eingefordert werden. Dieses System habe er schon in anderen Kliniken eingeführt, und es habe sich sehr bewährt, betont Roppelt. Wichtig ist ihm auch, die Zusammenarbeit der beiden Krankenhäuser mit den niedergelassenen Ärzten zu verbessern. Ihm schwebt eine Plattform vor, auf der die Informationen über die Patienten schnell hin und her geschickt werden können, um sinnlose Doppeluntersuchungen zu verhindern, die Geld kosten, aber keine neuen Erkenntnisse bringen. Im Herbst soll eine Informationsveranstaltung mit Vertretern der Krankenhäuser, der Kostenträger und niedergelassenen Ärzten stattfinden. Es gehe darum, Patienten in der Region zu halten und damit auch die Einnahmen.

Hinsichtlich des Krankenhauses Horb gibt Christian Roppelt keine Prognose ab. Sicherlich brauche man eine den Erfordernissen angepasste Struktur in fünf bis zehn Jahren. Doch zunächst gelte es, den Bau, wenn er fertiggestellt ist, mit Leben zu füllen.

Roppelt verweist auf die Wichtigkeit, moderne Strukturen aufzubauen. Man müsse "immer auf dem neuesten Stand" sein. Ihm schweben Angebote "mit Leuchtturmfunktion" vor, schließlich geht es um den guten Ruf. Und natürlich müssen schnellstmöglich schwarze Zahlen her, aber das, so ist sich Christian Roppelt bewusst, wird wohl Jahre dauern.

Kreis Freudenstadt. Aus dem Fahrzeugbestand der Kraftfahrzeugabteilung der Heinrich-Schickhardt-Schule in Freudenstadt musste ein Ford Focus verschrottet werden. Da der Motor noch einwandfrei war, stellte Werkstattlehrer Joachim Bächle daraus ein Lehrmittel her, das dem Landkreis als Schulträger etwa 10 000 Euro sparte. In rund 160 Arbeitsstunden, teilweise unterstützt von drei Schülern aus der einjährigen Berufsfachschule, und vornehmlich in seiner Freizeit, baute Joachim Bächle den Motor, den Kraftstofftank und die Elektronik aus dem Fahrzeug aus und integrierte alles in ein selbst gefertigtes und auf Rollen laufendes Gestell.

Bei dem Motor handelt es sich um einen 1,8 Liter Turbodiesel mit Direkteinspritzung, der von 1999 bis 2005 Verwendung fand. Er hat 66 Kilowatt Leistung und eine On-Bord-Diagnose. Alle wichtigen Bauteile sind für die Auszubildenden sichtbar und leicht zugänglich.

Fehler sind zu Diagnosezwecken leicht einzubauen und wieder zu beheben. Der Motor kann voll funktionsfähig in acht von insgesamt 14 Lernfeldern eingesetzt werden. 

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