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Gemeinderat befasst sich mit Plan zum Wildtierpark Alexanderschanze. Meinungen sind geteilt.

Freudenstadt - In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde lang und ausführlich über den geplanten Wildtierpark Alexanderschanze gesprochen. Dabei kamen gemischte Meinungen zum Vorschein.

Oberbürgermeister Julian Osswald steht als Mitglied des Fördervereins Wildtierpark Alexanderschanze hinter dem Projekt. Er sprach von einer "Perlenkette entlang der Schwarzwaldhochstraße", in die sich der Wildtierpark, wenn es nach den Planern geht, einreihen soll. Als bereits vorhandene Perlen wurden unter anderem der Buchkopfturm, die Geroldsauer Mühle, die Anima Tierwelt sowie der Lotharpfad angeführt. Zudem sei das Gelände, das für den Wildtierpark vorgesehen ist, das südliche Portal zum Nationalpark, das es zu gestalten gelte.

Schnee ist Tieren "relativ Wurst"

Der Tierarzt mit Wildtierschwerpunkt Moritz Franz-Gerstein wurde vom Förderverein beauftragt, das Projekt voranzutreiben. Bisher habe man sich das Areal angeschaut und überlegt, welche Tiere dorthin passen würden. Tarpane, Gämsen und Heckrinder werden derzeit angedacht.

Aber auch Wisente (Bild) sind aus Franz-Gersteins Sicht absolut denkbar. Wisente könnten das ganze Jahr über dort bleiben, so Franz-Gerstein, denn "die Schneeverhältnisse sind ihnen relativ Wurst." Diese Tiere sind Wiederkäuer, was ideal zu der Fläche passen würde.

An diesem Punkt setzte die Kritik ein. Friedrich Volpp (FWV) unterstellte, dass es "ein künstliches Gebilde" werde, in dem "Tiere vorkommen, die es hier noch nie gegeben hat." Er befürchtet, dass die heimischen Wildtiere Schaden davontragen könnten.

Darauf entgegnete Franz-Gerstein, dass es "völlig klar" sei, dass es eine "künstliche Sache" werde. Das Wisent würde dennoch gut in das Konzept passen, nicht schaden und zudem sei es im Artenschutzprogramm. FWV-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Tzschupke fragte angesichts des Angriffs einer Wisent-Kuh auf eine Wanderin im Mai, wie es um die Sicherheit bestellt sein werde. Osswald entgegnete: "Niemand wird das Wisent-Gehege betreten können". Der Zaun solle zudem massiv gebaut werden.

Keine Konkurrenz zu anderen Parks

Der Wildtierpark werde keine Konkurrenz zur Anima Tierwelt darstellen, eher eine Ergänzung. Auch wolle man bewusst darauf verzichten, ein weiteres Rotwildgehege in der Gegend aufzumachen, betonte Franz-Gerstein.

Auch eine Konkurrenz zum Aternativen Wolf- und Bärenpark in Bad Rippoldsau-Schapbach soll es nicht gegeben. Man werde den Besuchern aber verdeutlichen, wo sie in der Umgebung beispielsweise Bären und wo Rotwild anschauen können.

"Tiere sollen im Wildtierpark Alexanderschanze erlebbar gemacht werden", so Osswalds Wunsch. Zudem habe das Projekt einen Bildungsauftrag. Es solle Interesse für Tiere und Natur wecken.

Bernd Wetzel (BA) nannte das Vorhaben "einen Ausgleich für das, was die letzten Jahre versäumt wurde." Mit Attraktionen für Kinder sei die Region um Freudenstadt nicht gut aufgestellt.

Auch Carola Broermann (CDU) befürwortet das Vorhaben. Es sei ein "guter Anziehungspunkt für Touristen". Man solle nicht schon am Anfang wieder alles zerreden.

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