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Freudenstadt Weltklasse-Trio erzeugt Dramatik ganz ohne Noten

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Jens-Uwe Popp, David Orlowsky und Florian Dohrmann (von links) boten dem Publikum in der Taborkirche ein mitreißendes Konzert. Foto: Adrian Foto: Schwarzwälder-Bote

Freudenstadt. Die Frauenhilfe Freudenstadt hatte aus Anlass ihres zehnjährigen Bestehens das bekannte David-Orlowsky-Trio, das zu den erfolgreichsten und innovativsten Ensembles weltweit zählt, in die Freudenstädter Taborkirche eingeladen.

Bis zum letzten Platz war der Kirchenraum besetzt. Vorstandsfrau Birgit Kluck-Puttendörfer dankte in der Begrüßung der Taborgemeinde dafür, dass das Gotteshaus als Veranstaltungsort genutzt werden durfte. Dank galt auch den Sponsoren, die das Auftreten der Band ermöglicht hatten.

In Form eines Gebetes erklang die Eingangsmusik des Trios, sanft, ruhig und ein wenig sehnsüchtig anmutend. David Orlowsky hatte selbst die Moderation übernommen und erläuterte die Entstehungsgeschichte jedes Werks. Die drei Künstler, David Orlowsky mit seiner Klarinette, Jens-Uwe Popp am Kontrabass und Florian Dohrmann mit der Gitarre, waren auf ihren Reisen durch die ganze Welt immer wieder mit Erlebnissen konfrontiert, die sie zu manchen ihrer Stücke inspirierten. So sind die Ideen etwa im alten jüdischen Viertel von Odessa, in Bukarest, Istanbul, Los Angeles oder in Paris entstanden. In der Stadt an der Seine war es eine schwarze Katze, die Orlowsky eine gelungene Komposition bescherte. Man konnte im Verlauf des Abends den Eindruck haben, als wollten die Musiker bewusst eine fast dezente Dramatik spüren lassen, die es ermöglichte, immer mehr in den geradezu ansteckenden Rhythmus hineinzukommen. David Orlowsky spielte seine Klarinette meisterhaft und trieb seine Mitspieler an. Die Musik wurde immer lauter und fast beklemmend, um am Ende zart und mit einer wohltuenden Sanftheit auszuklingen. Auch die Mitspieler imponierten mit einzelnen Soli und zeigten ebenfalls ein großes Können an ihren Instrumenten.

Das Ensemble kam völlig ohne Noten aus, stand stets im Blickkontakt zueinander und spielte sich die Melodien zu oder antwortete improvisatorisch auf vorgegebene Weisen. "Chamber World Music" nennt sich diese Musikrichtung, die die Genregrenzen der Klassik, des Klezmer, des Pop, des Jazz und der Musik des vorderen Orients auslotet. Gerade die Klezmer-Musik, die traditionelle jüdische Hochzeitsmusik, erklang fröhlich, genussvoll von den dreifachen Echopreisträgern präsentiert.

Es erklangen Titel aus der gerade erschienen CD "Paris – Odessa", die, so David Orlowsky, in einer Zeit der unterschiedlichsten politischen Strömungen und Spannungen für Offenheit, Respekt und Verbundenheit in der Musik stehen. So schilderte er beispielsweise einen Besuch in Istanbul und hob die damals erlebte Weltoffenheit der dort lebenden Menschen hervor. "Wir fühlten uns wie im siebten Himmel", beschrieb er die Tage am Bosporus. Der Titel "Istanbul" mit seinen romantisch angehauchten, aber auch munteren Weisen war diesen Erinnerungen gewidmet.

Nach der Musik aus dem "Night Train to Odessa" ging es kontrastreich zum "Immigration Blues" über, einer gelungenen Transformation der Stimmung, die wohl bei der Einreise in die USA geherrscht hat, mit entsprechend lauten und disharmonischen Tönen. "Vodka Affinato" war nach dem Besuch einer Jazz-Bar in Bukarest mit viel Schnaps und Blaubeerlikör entstanden. Nach einer halsbrecherischen Fahrt in einem Taxi kam damals die Idee zum Titel "Taxi Bucuresti", temperamentvoll interpretiert. Mit stürmischem Schlussapplaus und stehenden Ovationen dankte das Publikum den Künstlern, nicht ohne dafür noch mit einer schwungvollen Zugabe belohnt zu werden.

 
 

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