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Freudenstadt Was Klima und Bewusstsein verbindet

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Auf der Suche nach dem Freudenstädter Weg: Die Klimaschützer in der Stadt formieren sich zu einer neuen Bewegung. Sie entwickeln lokale Konzepte gegen die Erderwärmung. Studenten aus vielen Ländern, die derzeit zu Gast in der Stadt sind, beschäftigen sich ebenfalls mit dem Thema – und berichten davon, welchen Stellenwert es in ihren Ländern hat.

Freudenstadt. Seit geraumer Zeit sind die Initiatoren auf dem Wochenmarkt präsent. Die Freudenstädter Klimaschützer der Initiative "Parents4Future" und "Fridays for Future" stellten auch am vergangenen Freitag wieder allen Interessierten ihre Vorschläge für den Freudenstädter Weg zum Klimaschutz vor. Dieses Mal dabei waren auch die Studenten von "European Heritage Volunteers", die derzeit auf Einladung des Denkmalvereins in Freudenstadt zu Gast sind und sich freiwillig engagieren.

Die Freudenstädter Klima-Initiative hat nach eigenen Angaben bereits Sondierungsgespräche mit der Verwaltung geführt und eine Empfehlung ausgearbeitet, die als Beschlussvorlage im Gemeinderat und im Kreistag vorgelegt werden soll. Diese Vorschläge seien bereits an Oberbürgermeister Julian Osswald und Bürgermeisterin Stefanie Hentschel übergeben worden.

Es ist nicht der erste Anlauf für ein Klimaschutz-Konzept in der Stadt (Info). Die Bemühungen versandeten jedoch. Nach Überzeugung der Klima-Initiative ist es jetzt höchste Zeit zum Handeln. Der Juni 2019 war der wärmste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In den vergangenen fünf Jahren waren lagen die Temperaturen weit über den Normalwerten. Die Wälder sind durch lang anhaltende Trockenperioden deutlich geschwächt und halten den Angriffen von Parasiten immer weniger stand. Das derzeit im Wald eingeschlagene Holz ist laut Klima-Initiative überwiegend vom Borkenkäfer befallen.

Bremskraft der Konzerne und seltsamer Images

Der Klimawandel sei in vielen Bereichen deutlich zu erkennen, das Bewusstsein dafür – auch durch internationale Bewegungen – stark gewachsen. Die Studenten aus verschiedenen Ländern hatten sich auch bei ihrem Aufenthalt in Freudenstadt mit diesem Thema beschäftigt. Sie waren hierher gekommen, um sich zu informieren, aber auch von der Entwicklung in ihren eigenen Ländern zu berichten. Aus England, Italien, Frankreich, Spanien, Schweden, Serbien, dem Kosovo, Russland und aus einigen südostasiatischen Ländern wie Südkorea, Hong Kong und Indonesien waren die jungen Frauen und Männer angereist.

In England überlagere das Thema Brexit derzeit alles. Die Studentin Amber ist wütend auf ihre Regierung, die sich seit Jahren nahezu ausschließlich damit beschäftige und andere dringende Probleme völlig ignoriere. Die Förderung von Solaranlagen konzentriere sich in England auf Häuser mit niedrigem Standard, die von einkommensschwächeren Bevölkerungsschichten bewohnt würden. Das habe zur Folge, dass in England ein Hausbesitzer mit Solaranlage automatisch das Image eines Armen habe. Die Studentin selbst habe ihre Lebensweise verändert, sei nun Vegetarierin und nutze öffentliche Verkehrsmittel. Diese Verhaltensänderungen waren bei fast allen Studenten als erster Schritt und eigener Beitrag zu einem nachhaltigen Klimawandel zu beobachten, so Amber.

In Frankreich, berichtete Juliette, ist der Anteil an Atomstrom immer noch gewaltig, Windräder gelten dort als hässlich und stießen auf viel Widerstand. Jolanda aus Indonesien sieht ihr Land erst am Anfang eines Bewusstseinswandels. Durch die vielen Inseln sei das Verkehrsaufkommen gewaltig. Eine nachhaltige, ökologisch ausgerichtete Lebensweise sei wenigen Reichen vorbehalten.

Nach den Aussagen von Igor scheine in seinem Heimatland Russland so gut wie kein Bewusstsein für den Klimawandel vorhanden zu sein. Riesige Waldbrände in diesem Sommer in Sibirien würden totgeschwiegen und auch von den Medien nicht öffentlich gemacht. Alba aus Spanien bedauert, dass in ihrem Land noch immer sehr viel Atomenergie erzeugt wird, Solarenergie staatlich nicht gefördert wird, sondern sogar mit hohen Steuern belastet und damit für Privathaushalte fast unerschwinglich ist.

Ähnliches berichtet Arnold aus Italien, in dem auch große multinationale Konzerne verhindern würden, dass regenerative Energien angemessen gefördert werden. Ganz anders dagegen Johann aus Schweden. Sein Land hat mit Greta Thunberg die internationale Galionsfigur der Umweltbewegung an der Spitze und ist dementsprechend auch schon sehr viel weiter auf dem Weg zu einem klimabewussten Handeln. Im Kosovo sind nach Aussage von Mimosa die Energiepreise die höchsten in Europa. Es werden aber immer mehr Häuser mit Solaranlagen ausgestattet. Sie sieht ihr Land damit auf einem guten Weg.

Sabrina berichtet aus Hong Kong, dass in ihrem Land die dichte Hochhausbebauung für Solaranlagen ungeeignet sei, dass heiße und feuchte Klima könne nur durch Klimaanlagen erträglich gemacht werden. Die politischen Probleme in ihrer Heimat seien derzeit so groß, dass andere wichtige Themen vernachlässigt werden.

Inha aus Südkorea schildert ähnliche Probleme wie in Hong Kong. Bei Einzelnen sei ein umweltbewussten Leben zu erkennen, viele andere kümmere das überhaupt nicht. Stefan Niesner dankte den Studenten für ihre Beiträge zur Diskussion und forderte sie auf, den Umweltgedanken auch in ihre Heimatländer zu tragen.

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