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Freudenstadt Von Zauber und Gewalt des Lebens

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Sinnbild für Fluch und Segen im Leben der drei Protagonisten: der Ausbruch des Vulkans auf Fogo. Foto: R&S Filmproduktion Foto: Schwarzwälder Bote

Vom Leben und Arbeiten am Abgrund: "Tanz auf dem Vulkan – Just another Day in Paradise" lautet der Dokumentarfilm von Regisseurin Maya Reichert. Sie stammt aus Pfalzgrafenweiler. Am Freitag kommt sie nach Freudenstadt – zur Vorführung und zum Filmgespräch im Subiaco-Kino.

F r eudenstadt. Wie das Leben manchmal so spielt: Per Zufall und über ihre Produzentin Julia Scharbatke kam Reichert nach Fogo. Fogo? Das ist eine Vulkaninsel der Kapverden, westlich von Afrika im Atlantik. Die Menschen dort müssen der kargen Erde Obst und Gemüse abtrotzen und tanzen in den Pfützen, wenn es endlich regnet. Wer lebt da freiwillig? Reichert sagt, sie und die Produzentin hätten sofort gemerkt, dass es ein besonderer Ort sei. "Eine Art schwarzes Paradies", findet Maya Reichert. Wie zerbrechlich ein Paradies und wie zerstörerisch die Natur sein kann, sollte die Filmcrew später erleben.

Der Kino-Dokumentarfilm erzählt drei Lebensgeschichten, vielmehr Episoden davon. Die Hauptpersonen: ein Ex-Bodybuilder aus Dänemark, der dort seit 20 Jahren mit seiner einheimischen Frau lebt und ein Trauma überwunden hat; ein deutscher Rentner, vormals "Work­aholic", der nach mehreren Herzinfarkten auf Fogo einen botanischen Garten angelegt hat; und ein Einheimischer, der mit der schönen französischen Auswandererin Laeticia auf der Insel lebt und die Armut überwunden hat.

Sie alle seien zuvor am Abgrund gestanden und hätten an diesem Punkt mutig ihr Leben in die Hand genommen. Und sie haben eine neue Existenz aufgebaut an einem Abgrund: im Kraterkessel des Vulkans Pico do Fogo.

Die Akzeptanz des Unabänderlichen

Der Film zeigt die enge Bindung zwischen Mensch und Natur. Mehr als ein Jahr lang begleitete das Filmteam um Maya Reichert ihr Leben in einem 1700-Einwohner-Dorf, in dem es zwar weder Strom noch fließend Wasser gibt, dafür die Menschen aber mit Tablet-Computern und großer Offenheit für Reisende leben.

Das Filmteam war bereits zurück, als der Vulkan ausbrach und das Dorf unter einer Meter hohen Schicht aus Lava und Schlacke unter sich begrub. Noch während die Naturkatastrophe tobte, kehrten die Filmemacher zurück, um die Ereignisse mit der Kamera einzufangen. Sehr nahe sei die Mannschaft der Naturgewalt gekommen, für die Produzenin "definitiv zu nah". Festgehalten wurde auch die Evakuierung des Dorfs.

Berührend sei gewesen, mit welcher Akzeptanz die Bewohner ihr Schicksal angenommen hätten, mit Würde und stolzer Trauer, ohne zu hadern. Aber auch diese Krise hätten die Bewohner gemeistert, das Leben auf Fogo geht weiter.

Für Reichert ist der Vulkanausbruch, bei dem sich glühende Lava bildgewaltig über die paradiesische Insel legt, Sinnbild für Fluch und Segen im Leben der drei Protagonisten. "Und wenn die Lava auf dem Vulkan tanzt, verstehen wir Zauber und Gewalt des Lebens."  Die Filmvorführung "Tanz auf dem Vulkan" im Subiaco-Kino findet am Freitag, 17. Januar, statt. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt kostet acht Euro. Der Film dauert 90 Minuten. Regisseurin Maya Reichert steht danach für Gesprächen zur Verfügung.

stammt aus Pfalzgrafenweiler. Sie ist Jahrgang 1975. Nach dem Abitur am Kepler-Gymnasium Freudenstadt absolvierte sie unter anderem ein Studium an der Filmhochschule. Anschließend arbeitete sie am Lehrstuhl von Doris Dörrie. Sie lebt und arbeitet heute als freie Filmemacherin in München und ist im Bildungsbereich für Filmvermittlung tätig. So arbeitet Reichert bei Deutschlands größtem Dokumentarfilmfestival. Die Sommerferien verbringt sie nach eigenen Angaben gerne komplett an der Erzgrube. Ihre Eltern sind nach Teneriffa ausgewandert.

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