Christoph Kaltenbach arbeitet nun im Hotel Langenwaldsee mit. Foto: Heinzelmann

Christoph Kaltenbach steigt mit 27 in Familienbetrieb ein. Hotel Langenwaldsee fast 100 Jahre.

Freudenstadt - Christoph Kaltenbach, 27, hat schon einiges erlebt und hat vor allem noch ganz viel vor. Inzwischen ist er in den Familienbetrieb eingestiegen – in vierter Generation: Er arbeitet sich derzeit in die Abläufe des Hotels Langenwaldsee ein.

 

Überschattet wurde sein Start allerdings von einem traurigen Ereignis. Seine Großmutter Marianne Kaltenbach starb Ende vergangenen Jahres mit 84 Jahren. Sie stand bis zuletzt am Herd. Christoph Kaltenbach ist dankbar, "dass ich noch eine Zeit lang mit ihr zusammenarbeiten durfte". Er sei deshalb froh über die Entscheidung, jetzt in den Familienbetrieb eingestiegen und nicht noch einmal in der Ferne sein Glück gesucht zu haben. Für ihn ist nun das Wichtigste, "dass die Familie zusammenhält und das Erbe fortgeführt wird".

Seit fast 100 Jahren gibt es das Hotel Langenwaldsee bereits. Dass der Übergang in die vierte Generation gut verläuft, ist für Michael Kaltenbach, Vater von Christoph, ein Segen. Christoph Kaltenbach, dessen Bruder eine andere Richtung wählte und Maschinenbau studiert, wusste schon früh, dass er in die Gastronomie will – und später auch einmal in den heimischen Betrieb.

Schon während des Abiturs am Wirtschaftsgymnasium in Freudenstadt habe er in der Küche mitgeholfen und auch während des Zivildiensts in der hiesigen Jugendherberge, erinnert sich der 27-Jährige. Im Hotel Dollenberg begann er eine Lehre zum Koch, besann sich eines Besseren und verlegte die Lehre ins Hotel seiner Familie. Er wurde Kammersieger der Industrie- und Handelskammer Pforzheim.

Dann ging es acht Monate nach Frankreich. Ins Elsaß, um genauer zu sein, ins Zwei-Sterne-Haus "Le Cerf" in Marlenheim. Um sich bestens verständigen zu können, büffelte Christoph Kaltenbach noch fleißig Französisch – die länger zurückliegenden Schulkenntnisse drohten, nicht auszureichen für so eine Aufgabe. Anschließend studierte der Nachwuchshotelier Betriebswirtschaft für Hotellerie und Gastronomie an der Dualen Hochschule in Ravensburg – wie schon vor 30 Jahren sein Onkel Peter Kaltenbach, der ebenfalls im Familienbetrieb mitarbeitet. Seine Praxiszeit absolvierte Christoph Kaltenbach im gehobenen Wellnesshotel BollAnt’s im Park in Rheinland-Pfalz, wo er alle Abteilungen durchlief.

Einstieg in den heimischen Hotelbetrieb

Seit kurzem ist Christoph Kaltenbach wieder zurück in Freudenstadt und entschied sich für den Einstieg in den heimischen Hotelbetrieb. "Ich hatte den Eindruck, ein paar hatten schon auf diese Entscheidung gewartet", sagt Christoph Kaltenbach und schmunzelt. Ganz einfach dürfte die neue Aufgabe nicht sein. "Man bringt schon andere Vorstellungen mit, wenn man frisch von der Berufsakademie kommt", sagt sein Vater Michael Kaltenbach, 54. "Ich nehme Neues aber auch gerne an, wenn es in den traditionellen, bestehenden Betriebsablauf passt." Nur dürfe man es nicht übertreiben, schließlich habe das große Stammklientel auch gewisse Erwartungen ans Haus.

Derweil ist Christoph Kaltenbach "positiv überrascht, wie gut es läuft". Es sei eben wichtig, dass man sich verstehe. Auch sei für ihn die soziale Verantwortung für die Mitarbeiter, die ihm sein Vater schon früh beigebracht habe, zentral. Künftig will sich der 27-Jährige vor allem für Nachhaltigkeit einsetzen – der Beitritt zu "Slow Food" und den Naturpark-Wirten, die regionale Produkte verwenden, ist bereits erfolgt. Christoph Kaltenbach will auf Qualität setzen – und hat schon viele neue Ideen. Aber am wichtigsten ist ihm, "dass es weiter geht". Auch in der vierten Generation.