Ein Forstmitarbeiter der Stadt Freudenstadt beim Fällen eines Baums Foto: Rath/Stadtverwaltung

Freudenstadt und Baiersbronn arbeiten in der Forstwirtschaft eng zusammen – „ein Modell mit Zukunft“, findet der Oberbürgermeister.

Die interkommunale Zusammenarbeit zwischen Freudenstadt und Baiersbronn in der Forstwirtschaft entwickelt sich vielversprechend, teilt die Stadt in einer Pressemitteilung mit. Ein positives Zwischenfazit ziehen Freudenstadts Oberbürgermeister Adrian Sonder und Baiersbronns Bürgermeister Michael Ruf 15 Monate nach Beginn der Kooperation.

 

„Die Partnerschaft zwischen unseren beiden Kommunen ist durch die Gartenschau im vorigen Jahr noch mal deutlich enger geworden. Sie sind für mich in Zeiten wie diesen, in denen Städte und Gemeinden aus verschiedenen Gründen unter strukturellem Druck stehen und mit stetig wachsenden Aufgaben konfrontiert werden, ein Modell mit Zukunft“, wird Sonder zitiert.

Funktionen des Waldes

Außerdem passe es zwischen beiden Nachbarkommunen nicht nur durch die räumliche Nähe: „Der Wald erfüllt auf beiden Seiten des Forbachtals weit mehr Funktionen als nur die als Holz- und Rohstofflieferant. Für Baiersbronn und Freudenstadt mit ihrem starken Tourismussektor ist der Schwarzwald Markenzeichen und elementar für den Freizeit- und Erholungswert“, so Sonder.

Ruf sagt: „Das ist unsere Natur – dieses Motto leben wir in Baiersbronn jeden Tag. Damit unsere Waldflächen aber auch morgen noch Erholungsraum und starker Wirtschaftsfaktor bleiben, müssen wir an einem Strang ziehen. Die Kooperation zwischen Freudenstadt und Baiersbronn ist so wertvoll, weil sie bis tief in die alltägliche Praxis reicht. Wir teilen unser Know-how, bilden unser Personal gemeinsam aus und treten als ein starker Partner am Markt auf. Gleichzeitig setzen wir damit ein politisches Signal: Erfolgreiche Kommunalpolitik und zukunftsgerichtetes Handeln dürfen heute nicht mehr an der eigenen Gemarkungsgrenze enden.“

Ausbildung zum Forstwirt

Mit zusammen 6060 Hektar Forstfläche sind Baiersbronn und Freudenstadt mit die größten kommunalen Waldbesitzer in Baden-Württemberg. Die Zusammenarbeit erfolgt sowohl im Bereich der Ausbildung als auch bei der Vermarktung. „Aktuell wird ein Azubi von Freudenstadt für uns ausgebildet. Ab Herbst 2026 folgt ein weiterer junger Mann, der für uns zum Forstwirt ausgebildet wird“, so Marius Rebstock, Forstbereichsleiter der Gemeinde Baiersbronn. Im Sommer wird ein weiterer Forstwirt, der seine Ausbildung bei der Stadt Freudenstadt abschließen wird, direkt von Baiersbronn übernommen.

Momentan ist außerdem eine Traineestelle für den gehobenen Forstdienst ausgeschrieben. Der Trainee wird bei der Gemeinde Baiersbronn angestellt, aber zu je 50 Prozent von Freudenstadt und Baiersbronn bezahlt.

55.000 Festmeter

Kürzlich gab es einen gemeinsamen Termin bei einem regionalen Sägewerk. Zwei weitere Gespräche mit Abnehmern vom Rundholz im Nordschwarzwald folgen bald, heißt es in der Mitteilung. „Diese drei Kunden haben wir uns zum Start unserer Verkaufskooperation ausgesucht“, so Rebstock. Die Geschäftspartnerschaften, die beide Kommunen bereits vor der Kooperation hatten, werden fortgeführt. Im laufenden Jahr planen die Kommunen einen Einschlag von zusammen rund 55.000 Festmetern.

Auch Björn Waidelich, Forstbereichsleiter Stadtwald in Freudenstadt, sieht die Kooperation auf einem guten Weg: „Wir sind in einem engen und regelmäßigen Austausch und können wirklich gut miteinander. Gemeinsam sind wir deutlich stärker. Wir finden dabei auch immer neue Möglichkeiten, wie wir die Zusammenarbeit verbessern können.“