Kurt Rauscher in seinem kleinen Modellbahnparadies. Das kleine Bild zeigt eine Fantasielandschaft. Foto: Schwark

Der Malermeister Kurt Rauscher hat zwei imposante Modellbahnanlagen gebaut. Er ermöglicht sich Kindheitstraum.

Freudenstadt - Zügig rollt ein ICE in den Bahnhof ein. Eine schnaubende Dampflok müht sich mit einem schweren Güterzug ab. Ein Fernsehturm verschönert einen Höhenzug, während einige Meter entfernt Touristen zum Schloss Neuschwanstein pilgern. Gleichzeitig klettert der "Historische König-Ludwig-Zug" eine steile Bergetappe hinauf.

Das ganze Geschehen spielt sich auf zwei Modellbahnanlagen der Spurweite HO ab, die der Malermeister Kurt Rauscher aus Freudenstadt in ungezählten Stunden und mit viel Liebe zum Detail errichtet hat.

Schon in seiner Kindheit haben Modelleisenbahnen es ihm angetan. "Damals waren Modellbahnen ein unerreichbarer Traum für mich", sagt Rauscher. Dann kam der Beruf. Zum Basteln blieb keine Zeit. Mit der Geburt des ersten Sohnes stieg das Interesse Rauschers an Modellbahnanlagen erneut an, und mit einer Startpackung sprang der Funke wieder über. 40 Jahre später stehen zwei imposante Modellbahnanlagen mit einer Gesamtlänge von 15 Metern im Dachgeschoss von Kurt Rauschers Elternhaus.

"Ich habe mich für eine Fantasieanlage entschieden", sagt der Malermeister. Seine langjährige ehrenamtliche Arbeit beim DRK-Ortsverein Freudenstadt, in dem Rauscher heute Ehrenmitglied ist, ließ meist nur im Winter Zeit zum Basteln. Im vergangenen Winter gab es etliche Abende, an denen sich Rauscher ganz seinem Hobby widmen konnte. "Bei dieser Tätigkeit kann ich von Alltagsproblemen abschalten", beschreibt Rauscher seine Leidenschaft für Modellbahnen.

"Es ist ein entspannendes Gefühl, wenn meine Modellzüge über die erleuchtete Anlage rollen"

Aktuell entsteht gerade eine zusätzliche Gebirgslandschaft, die aber erst im nächsten Winter fertiggestellt wird. Ehefrau Margret macht sich an manchen Tagen zusammen mit Kurt Rauscher bei den Modellbahnanlagen ans Werk. Dann klebt und fügt sie bunte Modellhäuser zusammen.

Zurzeit rüstet Rauscher eine seiner Anlagen auf digitalen Betrieb um. Denn beim Bewegen der Modellzüge ist Überblick gefragt. Einige Dutzend Loks, vom "Schweizer Krokodil" bis zur formschönen Elektrolokomotive 103 (TEE und IC Lok) und zu traditionellen Dampflokmodellen, gehören zu den beiden Anlagen. Auch zahlreiche Wagons und Güterwagen spiegeln die Eisenbahngeschichte im Kleinformat wider. Darunter ist auch ein Modell des früheren IAO-Sonderzugs (Internationale Apfelfahrten Organisation), der Touristen von Freudenstadt zu anderen Zielen beförderte.

Auch Pferde-, Kuh- und Schafherden im Miniformat sind zu entdecken. Selbst "Bruno", der Bär, trottet in Miniaturform am Waldrand entlang. In Schrebergärten wird Gemüse geerntet. Schmucke Schwarzwaldhäuser erinnern an die Heimat. Als Gegensatz werden Industrieanlagen und ein Schrottplatz mit Kran präsentiert.

Auf einer Anlage wird der Rangierbetrieb in einem Sägewerk dargestellt, und auch ein Verkehrsflugplatz fehlt nicht. Wenn abends die Beleuchtungen der Modellhäuser angehen und das Geschehen in dezentes Licht tauchen, freut sich Rauscher: "Es ist ein entspannendes Gefühl, wenn meine Modellzüge über die erleuchtete Anlage rollen."

Im Frühjahr und Sommer lässt ihm die Arbeit im Malerbetrieb nur wenig Zeit für die Modellbahn. Doch für den nächsten Winter hat Kurt Rauscher schon so manche neue Idee, die er auf den Modellbahnanlagen noch verwirklichen will.

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