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Freudenstadt Trauer um Waldcafé-Wirt Franz Tremmel

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Franz Tremmel Foto: privat

Freudenstadt - Aus Bayern kam er in den Schwarzwald und fand in Freudenstadt eine neue Heimat. Bescheidenheit, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Gastlichkeit waren für Franz Tremmel nicht nur Worte. Er lebte sie. Im Alter von 67 Jahren ist der Wirt des Waldcafés Teuchelwald völlig überraschend nach einem schweren Herzinfarkt gestorben.

Franz Tremmel war Gastwirt mit Leib und Seele. Neben seiner Frau Claudia war das Waldcafé seine große Liebe. Das weit über 200 Jahre alte Haus mitten im Freudenstädter Teuchelwald führte er zusammen mit seiner Frau mit viel Leidenschaft.

Franz Tremmel wurde am 9. Februar 1953 in Bad Tölz geboren. Dort wuchs er auf, besuchte die Schule und lernte den Beruf des Fernmeldetechnikers. Fast 40 Jahre war er für die Deutsche Telekom tätig. Aus seiner ersten Ehe hat Franz Tremmel fünf Kinder, vier Töchter und einen Sohn. In dieser Zeit führte er auch eine Nebenerwerbslandwirtschaft mit Pferdehaltung. 2002 lernte er Claudia Wurster aus Freudenstadt, die in Bayern im Urlaub war, kennen und lieben. Sie zog zu ihrem Franz nach Bayern und lebte mit ihm am Schliersee.

Angebot stetig ausgebaut

2004 heiratete das Paar und zog in den Schwarzwald. Ein Jahr später übernahm das frischgebackene Ehepaar das traditionsreiche Waldcafé, das Claudia Tremmels Eltern zuvor gekauft hatten. Sie bewirtschafteten es von Mai bis September und bauten das Angebot immer weiter aus. Nebenbei war Franz Tremmel noch beruflich tätig. 2006 stieg er dann ganz in die Bewirtschaftung des Waldcafés ein. Das Ehepaar investierte viel in das Gebäude im Teuchelwald.

Mit viel handwerklichem Geschick schaffte es Franz Tremmel, das Waldcafé zu einem echten nostalgischen Schmuckstück zu machen, das bald zu einem Anziehungspunkt für Freudenstädter und Urlauber wurde. Der gastronomische Betrieb war bald mehr als ein Café im klassischen Sinn. Es wurde für Feiern und Veranstaltungen geöffnet. "Wir sind im Laufe der Jahre in den Betrieb immer mehr hineingewachsen", sagt Claudia Tremmel. Ihr Mann Franz hatte oft neue Ideen. Dabei war die Bewirtschaftung anfangs nicht einfach, denn das Waldcafé hatte keinen Stromanschluss. 2014 schaffte es Franz Tremmel, dass ein Stromkabel in den Teuchelwald verlegt und auch gleich ein Abwasseranschluss geschaffen wurde. Es war ein echter Meilenstein für das Ehepaar Tremmel.

2008 fand im Teuchelwald der erste Weihnachtszauber mit einer überwältigenden Resonanz statt. In diesem Jahr stand er eigentlich wieder auf dem Programm. Bier- und Weinproben, Zigarrenabende, Volksliedersingen und Konzerte der Waldhornbläser wurden veranstaltet. "Franz hat das Waldcafé gelebt", betont seine Frau.

Wahl-Schwarzwälder

Obwohl man ihm seinen bayrischen Dialekt noch gut anmerkte, hatte Franz Tremmel mit seiner früheren Heimat nicht mehr viel am Hut. Er sah sich als Schwarzwälder. Unter sein Bayrisch hatte sich in den zurückliegenden Jahren auch eine ordentliche Portion Schwäbisch gemischt. Durch seine persönliche Art hatte sich Franz Tremmel einen großen Freundeskreis geschaffen. Für viele Freudenstädter gehörte ein regelmäßiger Besuch des Waldcafés zu Kaffee und Kuchen oder einem guten Vesper zum Freizeitprogramm. Dabei hörte man nicht selten: "Wir gehen zu Franz und Claudia."

Schmerzlich vermissen werden Franz Tremmel seine "Mäxle-Freunde", mit denen er einmal in der Woche würfelte, während seine Frau Claudia Leckerbissen auftischte. Das Waldcafé war Franz und Claudia Tremmels zweites Wohnzimmer, auch am Ruhetag war der "Franzl", wie er liebevoll von vielen Gästen genannt wurde, fast immer im Wald und schaffte, damit das Waldcafé immer adrett aussah.

Auch die Volksmusik liebte Franz Tremmel. Kein Wunder – denn in seiner Jugendzeit sang er im bekannten Tölzer Knabenchor. Seine Hilfsbereitschaft und sein Lachen werden viele Freudenstädter und Gäste vermissen. Doch ganz in seinem Sinn hat sich Claudia Tremmel entschlossen, das Waldcafé weiterzuführen. Wegen der Naturverbundenheit von "Franzl" wird er am Freitag, 2. Oktober, im "Wald der Erinnerung" beerdigt. "Dann kann er von dort oben auf sein Waldcafé herunterschauen", sagt seine Frau.  Die Trauerfeier auf dem Platz im "Wald der Erinnerung" beginnt um 11 Uhr.

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