Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Freudenstadt THW-Helfer berichtet von Einsatz in Beirut

Von
Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks suchten mit Hunden in den Trümmern von Beirut nach Verschütteten. Foto: Wenzel

Freudenstadt. Etwa 50 Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) sind vergangene Woche nach Beirut gereist, um dort nach der katastrophalen Explosion im Hafen zu helfen. Christian Wenzel, Mitglied des Ortsverbands Freudenstadt, war dabei. Am Montag kehrte er nach Deutschland zurück. In unserem (SB+)-Artikel schildert er seine Erlebnisse.

Herr Wenzel, wie ist die Lage in Beirut?

Nur um den Hafen sind sehr starke Zerstörungen. In den umliegenden Gebieten sind viele Fenster und Türen durch die Druckwelle zerstört worden – in weitem Umfeld, aber nicht in der ganzen Stadt. Es ist aber schon mit den Aufräumarbeiten durch die Bevölkerung begonnen worden. Es gab Strom, Wasser und Telefon.

Haben sie schonmal eine Zerstörung in diesem Ausmaß gesehen?

So eine Zerstörung haben wir noch nie gesehen. Die Druckwelle hat einiges an Schaden angerichtet.

Wie wirken diese Bilder auf einen persönlich?

Solche Bilder hinterlassen natürlich einen Eindruck bei einem. Es zwei aber positive Botschaften, die wir mitnehmen. Erstens: Wir haben bei unserer gründlichen Bergungssuche zum Glück keine Verschütteten gefunden. In den Gebäuden, deren Trümmer wir durchgesucht haben, hatten sich keine Personen aufgehalten. Und Zweitens: Die Menschen dort haben noch Hoffnung. Sie sind angesichts des Ausmaßes der Zerstörung glimpflich davon gekommen.

Wie half das THW vor Ort?

Wir suchten die Teile des Hafens zum Beispiel mit anderen internationalen Teams aus Tschechien und Zypern ab. Viele Gebiete machten wir auch alleine. Wir waren ein großes Team von knapp 50 Personen, zusammen mit vier weiteren Helfern von ISAR Germany, die uns mit Sanitätern und Bauingenieuren sowie Logistikern ergänzten.

Wie lief der Einsatz ab?

Die Bergungsarbeiten haben wir am Freitagabend abgeschlossen. Am Samstag fingen wir damit an, mit örtlichen  Bauingenieuren aus dem Libanon die Gebäude im Umkreis des Hafens zu begutachten, die von der Druckwelle getroffen worden waren. 14 THW-Kräfte werden noch bis etwa Mitte der Woche dort bleiben und weiter Gebäude begutachten.

Wie stehen die Häuser von der Substanz her aus?

Bisher sieht die Lage dort gut aus. Der Großteil kann in Zukunft wohl wieder genutzt werden, da die tragende Gebäudestruktur nicht beschädigt ist, auch wenn natürlich einiges repariert werden muss.

Was war Ihre persönliche Aufgabe in Beirut?

In Freudenstadt haben wir einige speziell für Auslandseinsätze ausgebildete THW-Helfer. Früher habe ich die Pressearbeit in Freudenstadt gemacht, deshalb unterstützte ich auch die Funktion dort vor Ort. Meine Aufgabe war der Kontakt zu den Medien und die Dokumentation. Das sollte das Team entlasten. Es gab ein sehr großes Medieninteresse, weshalb ich als zweiter Helfer dafür kurzfristig nachgesendet wurde.

Wie schnell müssen Sie sich fertig machen für so einen Einsatz?

Um 11 Uhr kam die Anfrage, um 19 Uhr ging der Flug.

Es gab am Wochenende Proteste gegen die Regierung. Was haben sie davon mitbekommen?

Wir haben den Großteil unserer Arbeiten aus Vorsicht am Samstag unterbrochen, genauso wie weitere Teams. Wir haben aber in unserer Umgebung des Lagers nichts mitbekommen. Es war sehr ruhig.

Wie wurde die Arbeit des Technischen Hilfswerks aufgenommen?

Wir waren sehr willkommen. Immer wieder erfuhren wir von der Bevölkerung große Dankbarkeit. Gerade bei der Begutachtung der Gebäude auf Schäden kam uns die Bevölkerung sehr entgegen und bedankte sich kontinuierlich.

Sie sind Montagmorgen wieder in Deutschland angekommen. Wie geht es für Sie weiter?

Ich werde mich zunächst in Selbstisolation begeben und im Home-Office arbeiten. Einen Corona-Test habe ich bereits nach der Einreise machen müssen. Ein zweiter Test wird dann noch folgen. Sind beide negativ kann ich wieder ins Büro. Es mag komisch klingen, aber ich freue mich wieder auf die Arbeit. Und vor allem darauf, wieder geregelten Schlaf zu bekommen.

Fotostrecke
Artikel bewerten
3
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.