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Freudenstadt Syphilis & Co. auf dem Vormarsch

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Das Liebesleben kann Gefahren bergen, wenn man sich nicht schützt: Geschlechtskrankheiten sind auf dem Vormarsch.Foto: AOK Foto: Schwarzwälder Bote

Ansteckende Krankheiten, die beim Sex übertragen werden, sind für viele ein Tabuthema. Die schönste Nebensache der Welt ist nicht ganz ungefährlich, wenn man den Partner nicht kennt oder keinerlei Vorsichtsmaßnahmen trifft.

Kreis Freudenstadt. Deshalb sei es wichtig, das Wissen durch Aufklärungskampagnen, wie zum Beispiel die der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), auch in der Bevölkerung zu etablieren, so die AOK in einer Mitteilung. Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der AOK Nordschwarzwald zu Geschlechtskrankheiten (STI – sexually transmitted infections) zeigten, dass diese Erkrankungen auf dem Vormarsch sind.

Wie aus einer Auswertung der AOK über die Jahre 2014 bis 2018 hervorgeht, ist die Zahl der Geschlechtskrankheiten im Kreis Freudenstadt von 204 auf 229 gestiegen. Der Schwerpunkt liegt dabei in den Altersgruppen von 20 bis 35 Jahren. In der Gruppe von 20 bis 24 Jahren sind Frauen doppelt so häufig betroffen, wie Männer.

Privatdozentin Sabine Knapstein von der AOK sagt: "Gemeinsames Merkmal all dieser Krankheiten ist die Übertragung der Erreger bei sexuellem Kontakt." Ursache solcher Erkrankungen können unter anderem Bakterien sein, wie zum Beispiel bei Chlamydien-Infektionen, Gonorrhö, im Volksmund auch Tripper genannt, oder Syphilis. "Auch Viren, beispielsweise bei HIV-Infektionen, einer Infektion mit Erregern aus der Familie der humanen Papilloma-Viren, Hepatitis B oder genitalem Herpes, Pilze und Parasiten, wie zum Beispiel Filzläuse, zählen zu den möglichen Krankheitserregern."

Einige Erreger können lebensbedrohlich sein

Bei den HIV-Infektionen gibt es einen rückläufigen Trend. In Baden-Württemberg sind die Fälle in dem Vierjahreszeitraum von 347 auf 297 zurückgegangen. Davon betroffen sind 81 Frauen und 216 Männer. Bei STI handelt es sich um Infektionskrankheiten. Und so wie man sich an Grippeviren anstecken kann, so kann man sich auch mit Bakterien, Viren oder Parasiten anstecken. Beim Sex werden diese Krankheiten zum Teil sehr leicht übertragen. Manche von ihnen sind unangenehm, aber weitgehend harmlos. Andere hingegen können sogar lebensbedrohlich sein. Wenn Geschlechtskrankheiten aber frühzeitig erkannt werden, lassen sie sich in der Regel gut behandeln, auch wenn nicht alle komplett heilbar sind.

Sabine Knapstein sagt dazu: "Sexuell übertragbare Krankheiten können zum Teil zu schweren Folgeschäden führen. Beispielsweise kann eine Chlamydien-Infektion die Ursache für Unfruchtbarkeit sein, Infektionen mit humanen Papilloma-Viren oder auch mit Hepatitis B können Krebserkrankungen zur Folge haben und eine nicht behandelte HIV-Infektion AIDS."

Im Zweifelsfall sollte ein Arzt aufgesucht werden

Zur Prävention der Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten sei es wichtig, früh und gezielt über Infektionen und Übertragungswege zu informieren. Kondome böten einen guten Schutz vor einer Infektion. Liege eine sexuell übertragbare Erkrankung vor, sollten auch Partner auf eine Infektion untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. "Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Risiko einer Infektion", so Knapstein weiter. Wichtig bei Verdacht auf eine Erkrankung sei, einen Arzt aufzusuchen.

Weitere Informationen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.bzga.de/infomaterialien/hivsti-praevention oder zum Thema Sexualität in Zeiten von Corona unter dem Link www.liebesleben.de.

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